Leuthard entdeckt plötzlich die Risiken der AKW

So hat man ein Mitglied der Schweizer Landesregierung noch nie reden hören. Bundesrätin Leuthard, wegen ihres früheren Engagements als Atom-Lobbyistin verschrien, sistiert nicht nur die laufenden Verfahren für den Bau neuer Kernkraftwerke. Sie hat sogar, wenn auch eher andeutungsweise, den Atomausstieg als ernsthaftes, prüfenswertes Szenario für die nächsten Jahre dargestellt. Dem gestrigen Tag könnte damit in der Geschichte der Schweizer Energiepolitik historische Bedeutung zukommen.

Mit einem Mal sieht sich eine Technologie, deren Ungefährlichkeit dank ausgeklügelter Schutzmassnahmen bislang stets betont wurde, von höchster Ebene zum potenziell apokalyptischen Risiko gestempelt.

Die ehemalige Atom-Lobbyistin schlägt neue Töne an: Bundesrätin Doris Leuthard.

Die ehemalige Atom-Lobbyistin schlägt neue Töne an: Bundesrätin Doris Leuthard.

Warum nur «könnte»? Weil zwei Deutungen von Leuthards Worten und Beschlüssen möglich sind. Erstens eine negative: Die CVP-Bundesrätin will taktieren, um neue AKW zu retten. Heftige Kritik setzte es ab, als Leuthard bis Sonntag den Eindruck erweckte, aus der Katastrophe keinerlei Handlungsbedarf abzuleiten. Der verschreckten Öffentlichkeit verabreicht die Energieministerin nun ein Placebo, indem sie die Sicherheitsstandards überprüfen lässt – in der Absicht, ein paar Monate später, wenn sich der erste Schreck gelegt hat, Entwarnung zu geben und den Kraftwerkbau in forciertem Tempo voranzutreiben.

Die zweite Deutung ist positiv: Leuthard ist von ehrlicher Sorge um die Gefahren erfüllt, die von bestehenden und geplanten Atomanlagen ausgehen könnten. Sie will vor weiteren Entscheiden besser über die Risiken informiert sein als heute. In diesem Fall aber bedeutet der Sistierungsbeschluss nichts anderes als ein ebenso gewaltiges wie erstaunliches Misstrauensvotum. Mit einem Mal sieht sich eine Technologie, deren Ungefährlichkeit dank ausgeklügelter Schutzmassnahmen bislang stets betont wurde, von höchster Ebene zum potenziell apokalyptischen Risiko gestempelt.

Doch selbst falls Leuthard, im Sinne der ersten Deutung, nur die Rettung der Atomenergie zum Ziel hat: Sie wird niemanden überzeugen, sollte sie irgendwann die Sistierung aufheben mit dem Argument, die Sicherheitsstandards hätten sich als genügend erwiesen, es bestehe kein Grund zur Sorge. Im Unglückskraftwerk Fukushima tönte es vor dem Tsunami ebenso. Atompolitische Sirenengesänge werden ihre Wirkung ab sofort auf Deutsch genauso verfehlen wie auf Japanisch.

178 Kommentare zu «Leuthard entdeckt plötzlich die Risiken der AKW»

  • Urs sagt:

    Berücksichtigt man die Mrd. Umsätze der Europäischen Stromhändler ist wohl auch das ein Thema bei dem die Bürger entsprechend informiert werden. Immerhin gilt es ja die Investitonen abzusichern… d.h. die Profite werden in der Regel privatisiert wärend die Verluste wie immer lustig verteilt werden… und dabei ist des Volkes Stimme meistens eher hinderlich und verzögert höherwertige Dinge nur unnötig. Aber dann, in bischen Bauchpinseln gibt ja auch ein wollig warmes Gefühl im Bauch…

    • Chris sagt:

      Oettingers Vorschlag für einen europaweiten Crashtest bei allen Atomkraftwerken ist der einzige Vorschlag, welcher zur Stunde wirklich Sinn macht. Man sollte ihn dringend offiziell unterstützen. Alle Diskussion um Für und Wider Atomenergie führen zum momentanen Zeitpunkt zu nichts und werden einen Grossteil lamentierenden Bürger früher oder später ermüden. Das gleiche Phänomen ist auch in der Politik im allgemeinen zu beobachten. Polarisieren führt nirgendwohin. Phantasieren auch nicht. Kleine Schritte von verantwortungsvollen Menschen ohne persönliche Profitgier führen zu tragbaren Lösungen.

      • Urs sagt:

        Sie meinen so wie der Banken-Crash-Test anlässlich bestimmter Umstände vor nicht all zu langer Zeit, der so flauschig weich war das alle Banken so weiter machen konnten wie bisher? Es gibt übrigens auch einen Crahstest von der OECD für Steueroasen der ebenfalls ganz flauschig ist, so das eigentlich niemandem was schlimmes passiert. Politiker sind nun mal sehr gut rauszuhören was die Bürger höhren wollen und äussern sich dementsprechend… später dann, wenn sich die Situation beruhigt hat… aber das ist eine andere Geschichte

      • Hanspeter Niederer sagt:

        Sie sagen „Polarisieren führt nirgendwohin. Phantasieren auch nicht.“ Falsch, nur phantasieren (über die Zukunft) hat das Potential, uns weiter zu bringen. (im besten Fall)

    • Marc Schön sagt:

      Ja, ja altes Problem.
      Ich denke einfach jetzt müsste Atom Doris (Leuthard/CVP) zurück treten. Da die gute Frau weder Visionen, Mut noch einen Willen besitzt um vom Atomstrom wegzukommen. Jetzt brauch es jemanden der die Schweiz auf eine andere Schiene lenkt. So oder so – wussten Sie dass es noch für ca. 45-60 Jahre Uran gibt? Ja, der Urangehalt nimmt ab, Uran wird teurer und bald ist der Ausstieg sowieso da? Aber die SVP, FDP, CVP & BDP halter lieber noch am Atomstrom fest – Pfui !

      • ein Böser Mann sagt:

        Haben Sie eine alternative die jetzt umgesetzt werden könnte und womit der jetztige Strombedarf gedeckt werde könnte. Und bitte sagen Sie jetzt nicht 2000W Gesellschaft.

        • Marc Schön sagt:

          Ach bitte, Sie wissen genau dass ein Atomausstieg in 10 Jahren möglich ist. Oder denken sie nicht, dass wir in 10 Jahren, wenn der polit. Wille vorhanden ist, das schaffen können? Uebrigens Oesterreich besitzt kein einziges AKW – spannend gell. Aber es ist halt einfacher & bequemer den Lügen der Atomlobby zu glauben und die Hände in den Schoss zu legen. Wenn ich als Atom-Lämmchen hinterherlaufe brauche ich ja kein schlechtes Gewissen zu haben.

          • M.V.Roth sagt:

            In Deuschland hat man berechnet, dass der Ausstieg in 10 Jahren 230 MIA. kosten würde. Angesichts der bereits jetzt ersichtlichen Schäden in Japan, wären die Japaner wohl mehr als froh gewesen, hätte man ihnen vor dem Gau diese Rechnung vorgelegt. Die Frage der Kosten ist also relativ und klingt, nach einem GAU, geradezu zynisch. Nicht eingerechnet sind natürlich die Kosten der Endlagerung, die zeitlich unbegrenzt geleistet werden müssen. Würden zudem die Schäden eines allfälligen AKW Unfalls nicht bloss feigenblattmässig versichert werden müssen (1MIA) wäre die Schrottenergi unbezahlbar.

          • ein böser mann sagt:

            @ Marc: Tun Sie forschen. Österreich bezieht sein Atomstrom aus dem Ausland. Heuchlerischer geht es wohl nicht mehr. Tatsache ist, dass öco Strom auf dem Nordlichen Halbkugel keine zukunft hat, zu unverlässig. Sie wissen hoffentlich das das gesamte stromnetzt eine konstante spannung haben muss, oder. Ein ganzes strom netz kann nicht nur durch ökesstrom gespeist werden. Kohlenkraftwerken wollen wir ja auch nicht mehr. Atomstrom ist die einzige momentane co2 freie lösung.

          • Dominik sagt:

            @Marc Schön:

            Österreich besitzt kein einziges AKW? Haben Sie sich in diesem Gegenzug schon einmal überlegt, woher die ihren Strom beziehen? 😉 Richtig. Von ausländischen AKWs.
            Das erinnert mich an die Mühleberg-Nein Debatte. Die Linken schreien nach einer Schliessung des AKWs. Über was man die Bevölkerung im Dunkeln lässt ist, dass alternativ Strom aus deutschen Braunkohlekraftwerken importiert werden müsste. Umwelttechnisch bedenklich. Aber Hauptsache kein Dreck vor der eigenen Haustür.

          • F. Bringer sagt:

            Heuchlerisch? Die Schweizer Stromlobby schwärmt von CO2 armen Stromproduktion und baut Kohlekraftwerke an den windigen Küsten: 3.ly/crmn
            Zudem importiert die Schweizer Stromlobby natürlich Kohlestrom aus Deutschland.

            Und die Schweizer Stromlobby jammert von Stromlücke und begrenzt über Ihre Vertreter im Parlament die Einspeisvergütungen auf lächerliche 0.45 Rappen (obwohl erneuerbare Optionen im Gegensatz zu neuen AKWs nahezu sofort verbaut werden können), während sie gleichzeitig die Strompreise verdoppeln will um neue, teure, ausländische AKWs finanzieren zu können:
            3.ly/s2y3
            3.ly/bB3v

          • F. Bringer sagt:

            Die Schweiz verfügt dank ihren Speicherkraftwerken mit 8765 GWh (gemäss BFE) über mehr als genügend Speicherkapazität und Regelleistung um erneuerbare Stromproduktionsflauten überbrücken zu können. Eine Windfarm, welches das AKW Mühleberg ersetzt, müsste während über 2.5 Jahren stillstehen, bis diese Reserven ausgebraucht wären.

            Tatsächlich kann Spanien dank Windenergie seine gespeicherten Wasserreserven in Dürreperioden schonen: reut.rs/aeoAwH

          • F. Bringer sagt:

            Weil neuer Atomstrom zu teuer ist, wurde 2009 in einem einzigen Jahr 80 GW (200 mal AKW Mühleberg) erneuerbare Leistung installiert, während die weltweit installierte AKW-Leistung sogar abgenommen hat: bit.ly/cF5ezk

            Ein neues, ausländisches AKW kostet inzwischen über 12 Mia: bit.ly/JvyQ1
            Mit 12 Mia lassen sich Schweizer Photovoltaik Module mit Schweizer Arbeitsplätzen und einer Leistung von knapp 19 GW finanzieren (Mühleberg hat weniger als 0.4 GW). bit.ly/9AJKIh
            Auch Wechselrichter werden in der Schweiz produziert (Solarmax).

            Lieber Schweizer Arbeitsplätze als eine Erhöhung der Restrisiken.

  • Vielleicht nur Taktik, aber im Moment das einzig richtige. – Liebe Leute, wir sind alle schuld am Desaster. Niemand entgegnet, wenn Frau Leuthart einfach behauptet, der Stromverbrauch wachse jedes Jahr um 2%. DAS IST KEIN NATURGESETZ! Sondern politischer Wille, der Wachstumswahn unseres Wirtschaftssystems! Nur in der „Krise“ sinkt der Verbrauch jeweils. 99,9% der Menschen glauben solchen Irrsinn und wollen gar nichts dagegen tun, aber die Konsequenzen (mehr Kraftwerke, mehr Abfall, mehr Risiken usw.) wollen sie auch nicht tragen!
    Die EINSICHT BEGINNT IM KOPF! Mässigen wir uns.

    • REALIST sagt:

      Schau mal das ist ja alles schön was du da schreibst, ist aber auch schwirig auf etwas zu verzichten wenn es im überfluss und relativ günstig zu haben ist. Sprich solange sich der Markt nicht wendet und die Energiepreise sehr stark steigen wird sich überhaupt nichts Ändern. Erst wenns ans Portmonaie geht werden die Menschen anfangen umzudenken.
      Also die UMSTELLUNG BEGINNT BEIM SPARBEUTEL! nur dass das ja nimandem gefählt…

      • Otto Liebschitz sagt:

        Beim Sparbeutel: Sie haben recht. Allerdings: Mit hohen Energiekosten sind unsere Dienstleistungen bald unverkäuflich. Irgendeiner kommt dann mit dem Arbeitsplatzargument. Sind wir verdammt, am Ast zu sägen, auf dem wir sitzen?

        • Eric Haberthür sagt:

          Ja sind wir, ansonsten besteht die Gefahr, dass der ganze Baum umfällt…….
          Und da wir bis anhin noch gar nicht mit Sparen begonnen haben, wissen wir auch noch nicht um die versteckten Chancen die ein solches Handeln auch mitsichbringt.

    • Wenn man etwas gegen das Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum sagt, wird man als Rassist abgestempelt und vom Blog ausgeschlossen.

    • Independent sagt:

      Mag ja sein, dass wir alle mitverantwortlich für den Stromverbrauch sind. Aber das Feedback-System fehlt halt. Wenn ich z. B. 50 % weniger verbrauche, dann schränke ich mich zwar ein, aber in der Jahresstatistik des CH-Stromverbrauchs ändert sich nichts. Damit sich was ändert, braucht es politische Signale, z. B. Stromverteuerung, so dass es sich lohnt, weniger zu brauchen, besser zu isolieren oder was auch immer.

    • Peter Müller sagt:

      Gegen das Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum muss JETZT etwas unternommen werden. Danke Wachstumskritiker für Deinen Anstoss.

    • tobe or not tobe sagt:

      Wachstumskritiker: Ein Mensch hört mit ca. 25 Jahren auf wachsen, so auch eine Wirtschaft nicht ewig wachsen kann. !! Verzicht ist nicht unsere Stärke, deshalb ist das der Wunde PUnkt dieser Gesellschaft auf denen Akw-Lobbyisten beliebig wieder anklang finden. BEWUSSTER LEBEN, BEWUSSTER SEIN!

      • tobe, tobe.
        bin einverstanden, aber es reicht nicht.
        Vor dem Verzicht sollte die Einsicht kommen, dass „business as usual“ ins Desaster führt.
        Dann wird im Hirn neben der Habgier vielleicht auch der kollektive Überlebenstrieb etwas aktiver.
        Unser Wirtschaftssystem ist falsch und zerstörerisch angelegt, weil es EWIG WACHSEN „will“ (aber natürlich nicht kann). Wenn mans nicht aktiv bremst, knallt die Zivilisation im freien Fall auf Beton.

        • tobe or not tobe sagt:

          Und wir wissen ja was mit vergagnen Zivilisationen passiert ist.. Ewig wachsen wollen nur die Einkünfte der Besitzer, Händler und Wirtschaftsbossen.

          Mir währe lieber das Verständnis der Menschenwürde wachsen. Die Zusammenarbeit wieder aufblühen und nicht die Ellbogenmentalität dieses kapitalistischen Marktes..

    • Î klick auf meinen Namen î

      Ich bin im Prinzip mit Realist und Independent einig: Energie ist zu billig, über das Portemonnaie würde es funktionieren. Aber da kommen unsere politischen „Marktschreier“ und plärren, das sei Planwirtschaft und politisch nicht durchsetzbar. Dabei könnte es ein KONSEQUENTER Markt richten: Keine öffentliche Beteiligung an AKWs, Haftpflicht mind. 100 Milliarden, Endlager am Standort des AKWs -> und die Atomkraft würde von den Börse erledigt!
      Politische Konsequenz: sicher keinerlei sogenannt „bürgerlichen“, rein wachstumsfixierten Parteien wählen!

      • tobe or not tobe sagt:

        @Wachstumskritiker: Danke für den Link, werde es gerne studieren. Ganz klar sind es meist die bürgerlichen die die AKWS auch in Vergangheit gepuscht haben. Die Leute haben Angst vor dem Leben wie es sein sollte und sind sich ihre Verwöhnung schon lange gewöhnt. Sie können und wollen nicht verzichten…

        Kapitalismus puur ist unser Tod, langsamer als der Strahlentod !

        • Werner Mühlebach sagt:

          Ständiges Wachstum geht nicht. Das weiss jeder. Wie das Wachstum stoppe und evt. rückgängig machen?

  • Die Atomkraftgegner nutzen die allgemeine Panik um Stimmung gegen AKWs zu schaffen. Folge der Hysterie ist, dass inzwischen in der Schweiz massenhaft Jodtabletten gekauft werden. Die Leute scheinen durchzudrehen. Es wäre nun vernünftig erst einmal zu warten bis sich die Gemüter wieder etwas beruhigt haben und normal denken können bevor man voreilige Schlüsse zieht und das Kind mit dem Bad ausschüttet. Um den Sicherheitsstandard zu erhöhen sollte man die AKW’s der 2. Generation durch solche der 4. Generation ersetzen.

    • Hier geht es nicht mehr um Panikmache, sondern um die Tatsache, dass die Atomkraft keine Zukunft haben kann, was unzählige Fakten belegen. Es geht darum, dass wir endlich Verantwortung für die zukünftigen Generationen übernehmen und die Kernspaltung überwinden. Es ist nur logisch wie sich die Menschen dabei in ihrer Ohnmacht gegenüber dem Geschehenen verhalten. Politik und Wirtschaft muss solche Themen in erster Linie ernst nehmen. Die Schweiz hat nun die Chance, als Führungsrolle, sich von der Kernenergie klar und deutlich zu distanzieren und ein internationales Zeichen zu setzen!

      • Bevor wir keine verlässlichen Alternativen haben macht das keinen Sinn. Unsere Wirtschaft ist auf verlässliche Energieträger angewiesen. Wie die Österreicher den Strom einfach aus dem Ausland zu beziehen macht keinen Sinn. Lieber ein modernes AKW in der Schweiz als ein altes AKW in Weissrussland oder der Ukraine. Traue Schweizer AKW-Betreibern und Schweizer Aufsichtsbehörden mehr Sorgfalt zu als solchen im ehemaligen Ostblock.

        • Martin sagt:

          Wir haben genug Alternativen! Auch wenn wir morgen die Schweizer AKWs abschalten, kommen wir in KEINE Stromlücke ( http://www.bfe.admin.ch/php/modules/publikationen/stream.php?extlang=de&name=de_196077372.pdf ) …einzig geht den Betreibern von AKWs täglich ein paar Hundert Tausend Franken verloren, und einzig und allein darum geht es! Jetzt wäre es an der Zeit, auch den politischen Willen in Richtung Alternative einzuschlagen und nicht den Gebetsmühlen der Stromlobby zu folgen … Für mich und hoffentlich auch für viele Anderen ist Atomstrom definitiv keine Alternative mehr!

          • Marc Schön sagt:

            Hallo Martin, klar geht es ohne Atomstrom. Schaue in den Osten nach Oesterreich – kein einziges Kraftwerk.

          • steve walker sagt:

            Österreich hat sein einziges AKW nicht in Betrieb genommen und stattdessen ein Kohlekraftwerk erstellt und importiert zusätzlich Kohle- und Atomstrom aus dem Osten. Klar gehts so ohne AKW…

          • F. Bringer sagt:

            Was soll eigentlich dieses ganze autarke Geschwafel?

            Die Schweiz importiert 100% Öl, 100% Gas, 100% Uran, 100% Autos, LKWs, Konsumgüter etc. und 43% der Nahrung.
            Wieso muss die Schweiz jetzt ausgerechnet im Strombereich auf autark machen und kann z.B. nicht überschüssigen erneuerbaren Strom importieren (jetzt macht sie ja das Gleiche mit Kohle- und Atomstrom)?

            Wenn wir unbedingt auf einsame Pazifikinsel machen wollen, sollten wir dann nicht mit der Nahrung beginnen und jede Alp mit Mais anpflanzen? Schliesslich können wir auf Strom verzichten und nicht auf Nahrung… Hört doch auf.

        • F. Bringer sagt:

          Mal abgesehen davon, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien in der Schweiz nun wirklich weder ein technisches noch ein finanzielles Problem ist (1% des Schweizer BIPs reicht vollkommen):

          Selbst wenn in der Schweiz der Ausbau von erneuerbaren Energien und Effizienz zur Freude der Stromlobby wie bis an hin weiterhin verhindert wird: Es gibt auch noch günstige, flexible, schnell gebaute Blockheizkraftwerke und die können zusammen mit Wärmepumpen den Brennstoffkonsum und die CO2 Emissionen der Schweiz bereits bis 2020 um 20% senken: bit.ly/cfwsGk

    • Urs sagt:

      Aber was denken Sie denn was die Atomgegner sonst machen sollen? Einfach passiv dastehen und auf’s nächste AKW warten? Genauso wie die Atomfreunde die Gunst der Stunde, oder auch Jahre, nutzen machen das auch die Gegner. Hoffenlich auch! Offensichtlich hat der Mensch die Radioaktivität nicht unter Kontrolle, aus welchen Gründen auch immer und das ist nun wirklich etwas was ich nicht erleben will. Radioaktivtät ist genau so übel wie Biologische oder Chemische Unfälle und dazu noch länger haltbar. Warum blos will niemand die NAGRA mit wohlwollen auf eigenem Gebiet begrüssen?

      • Marc Schön sagt:

        Tja seit gut 30 Jahren !! sucht die Nagra nach einer Endlagerlösung. Aber eben wie sie sagen – niemand möchte die sauberen Atomabfälle haben. Da steht die Schweiz nicht alleine da – auch in Deutschland haben sie noch keine Ahnung wohin mit den Castorbehältern .. stehen tatsächlich in der Gegend rum.
        Wie können unsere bürgerlichen Politiker nur neue AKWs fordern, wenn die Entsorgung noch immer unklar ist. Ist das nicht dämlich??

        • tobe or not tobe sagt:

          Möchte ja nicht wissen, wo Italien seine Abfälle entsorgen wird, wenn die Akws gebaut sind.. Halleluja.. Mein Vorschlag: In den Vatikan bunkern…

  • In ihrer Position muss Leuthard nun klar und deutlich Zeichen setzen und sich von der Kernenergie distanzieren um ihre Verantwortung für das Volk zu übernehmen welches absoluten Vorrang haben muss. Sollte sie weiter der Atomlobby in die Hände spielen, gibt es nur eine Alternative: Abwählen! Es stehen genug Alternativen zu der höchst fragwürdigen Kernspaltung, aber es braucht klare Signale, dies vorallem von den Führungspersönlichkeiten! Beginnen wir den Wandel – Jetzt.

  • Urso sagt:

    Habe wenig Hoffnung, dass ein solcher Unfall (plus offizielle Kommunikation) in der CH anders ablaufen würde. Ausser vielleicht, dass die politische „Führung“ schon eher mit dem Armeeheli ausgeflogen würde, während wir hier mit Jodtabletten (falls überhaupt) abgespeist und „beruhigt“ würden. Schämen Sie sich Fr. Leuthard für Ihre verlogene Politik ! Diese Risiken sind nicht erst seit gestern bekannt. Sie haben es nicht nur unterlassen RECHTZEITIG zu handeln, sondern aktiv mitgeholfen, dass die Bevölkerung die Wahrheit über diese Risiken NICHT erfährt ! Weg vom Atom ! Leuthard raus aus dem BR!

    • REALIST sagt:

      Entschuldigung Herr Urso aber es ist ja wohl eine Frechheit wie Sie sich hier aufplustern. Nur weil Sie anscheinend dass wort Restrisiko nicht verstehen. Können Sie doch jetz nicht Frau Leuthard nicht an den Pranger stellen. Wenn Sie sich ein bischen besser Informieren würden dann wüssten sie dass es gewisse Szenarien gibt bei der es zu einem GAU kommen kann. Übrigens gibt es auch gewisse Szenarien da kann auch ein Staudamm brechen oder eine Geröllawine kann ein ganzen Dorf begraben.
      Wissen Sie wir Menschen haben immer dass gefühl alles unter Kontrolle zu haben aber Kontrolle ist nur Illusion!

      • Freiherr sagt:

        Es ist immerhin ein Unterschied, ob ein abgelegenes Tal mit ein paar Weilern geflutet wird, oder eine in ein zu dicht bevoelkertes Gebiet gestellte Atomzeitbombe – mit Gewinnsucht- statt Sicherheitsprimat verschaerft – Zigmillionen gefaehrdet….

      • Urso sagt:

        @ Realist: Dass Leuthard jetzt „plötzlich“ die AKW Sicherheit neu beurteilen will, ist nicht eine „Erleuchtung“ sondern ein erzwungenes Eingeständnis und Beweis, dass alle bisherigen Wahrscheinlichkeitsrechnungen zum Restrisiko FALSCH waren (worauf AKW Kritiker schon seit Jahrzehnten erfolglos hinweisen, da von der Atomlobby (u.a. Leuthard) aktiv unterdrückt … „kann ja nicht passieren….“).
        Zu Ihrem hinkenden Vergleich: Bitte vergleichen Sie mal die Halbwertszeiten von Cäsium 137, Strontium oder Plutonium 239 – mit der einer „geborstenen Staumauer“ ? Kleiner Unterschied, finden Sie nicht?

  • Abgesehen von den unberechenbaren Gefahren die ein AKW Betrieb mit sich bringt, ist das grösste und nach wie vor nicht gelöste Problem, die Entsorgung. Zu dem Thema möge sich der Leser die aufschlussreiche Sendung des WDR vom 9.11.2010: Atommüll – Endlager verzweifelt gesucht, anschauen und sich dabei ein eigenes Bild machen. Die Entscheidung liegt nahe: http://www.wdr.de/themen/global/webmedia/webtv/getwebtv.phtml?ref=70107

  • tobe or not tobe sagt:

    Ging die Revolution in NOrdafrika los, wurde über Flüchtlinge die wir aunfehmen diskutiert anstatt vor Ort rasch zu handeln. Nun steht ein Super-Gau in Japan bevor und unsere Politiker denken nur wieder an unsere Paranoia.

    Frau Leutwyler, als ex-lobbyistin der Nuklearbranche, werden wohl ihre ehem. Aktionärskollegen nicht so freude haben. ABer natürlich müssen Sie jetzt dem bürgerlichen Aufschrei gerecht werden,wolltlen uns aber im letzten Jahr noch eine Verlängerun andrehen. Wir wussten und wissen alle das ein AKW ein Risiko ist, doch Verzicht ist nicht die Stärke dieses Landes!!!

    • Urs sagt:

      Verzicht ist nicht die Stärke dieses Landes? ! Wie das? Ich habe konstant den Eindruck das ich am Verzichten bin wärend andere sich die Taschen füllen. Enthaltsamkeit und Eigenverantwortung sind die Götzen die man heute achten und anbeten muss. Dies dank der bürgerlichen Sparstrategie und den darauf folgenden Steuersenkungenden und darauf folgenden roten Zahlen und den darauf folgenden Streichungen – usw.. Blos, das ich davon irgendwas habe erkenne ich beim besten willen nicht… ausser das ich Jahr für Jahr weniger in den Taschen habe.

      • Maja sagt:

        genau, es gibt nämlich kein Menschenrecht, auch für Manager nicht, sich auf Kosten der anderen die Taschen zu füllen.

      • tobe or not tobe sagt:

        @Urs: Stimmt, das ist nicht anzusehen wie sich andere die Taschen füllen. Wir wollen ja alle auch multimillionäre werden. Nein klar hast du recht und dies wird immer so bleiben. Doch der Mittelstand jammer meist noch mehr als die Working-poor.
        Verglichen zu den Länder um uns, un dem Rest der Welt, kann niemand wirklich jammern. Das traurige ist aber, wenn man kein Geld hat wie in einem Land wie diesem, fällt man auf und ist unter stetigem Druck dem gerecht zu werden. Deshalb ist auch der Druck für Einwanderer umso grösser dem Standard gerecht zu werden.

        • Urs sagt:

          Naja, irgendwie muss ich ja was vom Wohlstand haben wenn ich schon in dem Land mit dem höchsten pro Kopf Einkommen lebe und arbeite und steuern zahle usw. Leider aber geht da immer mal was aus dem Ruder und ich habe den Eindruck das mir schon wieder weniger als…na sagen wir vor 1 Jahr, bleibt. Vergleiche mit anderen Ländern sind mal schlechter, mal besser. Mir liegt aber daran die Situation hier, relativ zu den hiesigen Daten, zu verbessern… Beispiel sind etwa KKPrämien, Wohnen, Ferien, Löhne, Renten… einfach das was der Standardangestellte-Mensch so braucht…

          • tobe or not tobe sagt:

            @Urs: Ganz klar ist das ein ständiges Problem, wenn mann als Standardangestellter kaum ein Vermögen aufbauen kann und lediglich die normalen Unterhaltskosten wie KK, Mieten, Esswaren etc. knapp zahlen kann. Frustierender ist hier natürlcih zu wissen in einem der reichsten Länder zu leben und doch fast an der Armutsgrenez zu „überleben“. Überleben in Anbetracht auf die Situation in unserem System und nicht wie es 3. Weltland Bewohner müssen.

  • Marc Schön sagt:

    Für mich ist Frau Leuthard als Vorsteherin nicht mehr tragbar. Die gute Frau, lernt werder aus Tschernobyl noch aus der jetztigen Katastrophe. Jetzt braucht es eine Vorsteher/In mit Mut und Visonen – weil von der Kernenergie müssen wir uns so oder so lösen.
    Also bitte Atom-Doris trete zurück und mach platz für jemanden mit etwas mehr Mut.

  • Marc Schön sagt:

    Uebrigens, die einzigen Parteien, welche schon seit Jahren einen Wechsel vom Atomstrom zu Alternativenergien fordern sind die Grünen und die SP !
    Die bürgerlichen Hintlerwäldler SVP, BDP, FDP & CVP stehen nach wie vor hinter dem Atomstrom.
    Alternative Energien würden tausende von neuen Arbeitsplätzen in Forschung, Entwicklung, Produktion und Montage schaffen. Das wiederum würde dem Staat Steuereinnahmen geben.

    • Urso sagt:

      Das stimmt, nur machen diese linken Kommunisten sonst (abgesehen von reinen Umweltfragen) eine solch grottenschlechte Politik, dass diese unwählbar sind, leider. Bleibt abzuwarten, ob die „Bürgerlichen“ hier endlich umdenken und von dieser verbrecherischen Energieform Atom ablassen können. SVP, BDP, FDP & CVP, es wäre an der Zeit, hier einen Richtungswechsel hinzulegen. Also, auf was wartet Ihr noch? Wieviele Wähler wollt ihr im Herbst verlieren ?
      Herr, lass vernünftige Politiker regnen, aber bitte noch vorm Herbst!

      • Urs sagt:

        Ja aber die vernüftigen Politiker hat’s ja bereits vom Himmel geregnet… Schauen Sie mal nach links, dort werden Sie fast alles finden was Sie so zum Leben brauchen 😉

        • Urso sagt:

          Nein sorry, das geht wirklich nicht. Ich kann doch nicht Grün oder Rot wählen, obwohl die (zurecht) für den AKW Ausstieg kämpfen – aber gleichzeitig eine der dreistesten aller Lügen (Klima/CO2 Lüge) heraufbeschwören.
          Vorher sterbe ich im „Strahlenmeer“ als dass ich im Kommunismus weiterleben will ! Ging zu schnell und verwirrrend ? Einfach mal „Climategate“ googlen und gründlich studieren, dann wissen Sie was ich meine, dass Links wählen noch die schlechtere von allen Varianten ist. Also doch: Herr regne „ehrliche Politiker ! (uupps, wie paradox….)

          • Marc Schön sagt:

            Ich nehme an mit grottenschlechter Politik meinen Sie die Flüchtlings- & Ausländerpolitik? Da haben Sie komplett recht, auch ich unterstütze in diesem Bereich die SVP. Aber dass die bürgerlichen die Millionenbonis der Banker nicht besteuern, für 4 Mia neue Kampfflugzeuge wollen, mit der Unternehmensbesteuerungsreform 4-6 Mia dem Staat entziehen – ne das ist mir zu hintlerwäldlerisch.

          • Marc Schön sagt:

            By the way die Aussage vorher sterbe ih lieber im Strahlenmeer finde ich ziemlich daneben gegriffen.
            Wenn Sie wissen was vor 25 Jahren in Tschernobyl und was auch jetzt in Japan abgeht, liegt die Bemerkung ziemlich unter der Gürtellinie. Viele Errungenschaften (AHV, IV, EO) stammen übrigens von den Linken 🙂

          • Hans Müller sagt:

            Ja, bei soviel geistiger Unflexibilität könnte es tatsächlich dazu kommen, dass man früher oder später im Strahlenmeer stirbt. Sie sollten Ihre Wahlentscheidungen sachpolitisch treffen und nicht parteipolitisch, dann stehen die Chancen gut, dem Atomstrahlenmeer zu entrinnen.

      • tobe or not tobe sagt:

        linke kommunisten?? allles was links von den bürgerlichen ist, sind kommunisten für Sie? Die Parteien habens wirklich geschafft alle Linken in einen Kessel zu Stecken und schlussendlcih als verfechter von Stalin usw. hiinzustellen. Ich bin ein linker und verrachte Stalin und Lenin.. Despot bleibt Despot, Mörder bleibt Mörder. Wie sich auch die Linken nicht vor bürgerlichen und rechten Anliegen versperren können, so muss es auch die Gegenseite gleichtun.Das wäre konstruktive Politik und keine destruktive sowie es heute der Fall ist.

        • Urso sagt:

          Wenn Sie also – wie ich – Lenin u. Stalin verachten, dann schauen Sie bitte was sich schleichend in Brüssel zusammenbraut und überlegen sich, wie das vielleicht enden könnte. Wenn ich Links wähle, bin ich auch für den Beitritt in diesen Moloch EU. Egal ob man dies dann später in der Geschichte Kommunismus, Faschismus, oder einfach EU nennt, es ist alles in etwa dasselbe.
          Sind Sie immer noch der Meinung, dass man LINKS wählen darf? Mir bleibt nur zu hoffen, das die Bürgerlichen vor dem Herbst ein Einsehen haben und sich endlich von diesem Atommist lösen können, sonst wirds echt schwierig…

        • Urs sagt:

          Eben so ist es. Es wird hier, wie auch in anderen EU Ländern, nicht Politik mit Politik gemacht sondern Politik mit Polarisierung der Meinungen und somit auch der Gesellschaft. Klingt gut, zuerst, man gewöhnt sich auch irgendwie an die Pseudoschlagfertigen Parolen… schön kurz und prägnant suggeriert das Tatkraft weil es viele zu verstehen (scheinen)… doch Lösungen schaft man so eben keine und es ist einfach, stetig neue Diskrepanzen aus den Dtrömungen der Gesellschaft zu picken.

    • steve walker sagt:

      Alternative Energien würden tatsächlich Arbeitsplätze im Binnengewerbe schaffen. Allerdings würden durch massiven Einsatz alternativer Energien die Energiekosten dramatisch steigen. Dies könnten sich Privathaushalte meist leisten, man müsste dafür z.B. auf teure Ferien verzichten. Anders sieht es in der energieintensiven Exportindustrie aus (Chemie, Maschinenbau etc.). Diese würde in Länder mit billigerer Energie verdrängt. China zum Beispiel, wo reihenweise Billigkohlekraftwerke erstellt werden. Was die Abwanderung unserer Exportindustrie für ALLE Schweizer bedeuten würde, dürfte klar sein.

      • F. Bringer sagt:

        Mal abgesehen davon, dass die meisten Leute nicht mal wissen wie viel Strom sie pro Jahr brauchen und die Mieten, Steuern und Krankenkassen um Grössenordnungen höher sind.
        Die Schweizer Stromlobby will die Strompreise ohnehin verdoppeln (immerhin ein Effizienzanreiz): 3.ly/udTk

        Ein Ausbau der alternativen Energien wird dagegen keine Verdoppelung der Strompreise provozieren. Er wird allerdings zukunftsfeste Arbeitsplätze schaffen und unsere Abhängigkeit und Restrisiken reduzieren.
        Die Deutsche Solarindustrie zahlt mehr Steuern als sie indirekt Einspeisevergütungen erhält: 3.ly/Kzmv

      • F. Bringer sagt:

        Mal abgesehen davon, dass die Personalkosten wesentlich höher sind, als die Energiekosten: Unternehmen mit einem begründet hohen Stromverbrauch können sich in Deutschland von der EEG-Abgabe befreien lassen. Das Gleiche kann auch die Schweiz einführen, sollte die Schweiz erneuerbaren Strom jemals ernsthaft fördern wollen…

  • Markus Schneider sagt:

    „Atompolitische Sirenengesänge werden ihre Wirkung ab sofort auf Deutsch genauso verfehlen wie auf Japanisch.“ Genauso wie idiotiosches Furiengeschrei der Atomgegener ihre Wirkung verfehlen wird. Tatsache ist und bleibt, dass die Schweiz ohne in- und ausländischen Atomstrom nicht funktioniert. Allenfalls können die Sicherheitsstandards verschärft und der Atomstrom weiter verteuert werden. Aber es ist auf Jahre hinaus keine Alternative in Sicht. Die bisher angebotenen Alternativen sind Potemkinsche Dörfer – was sollen beispielsweise Sonnenkollektoren in Nordafrika?

    • Christian Hugi sagt:

      Fakt ist, dass Atomenergie auf Generationen hinaus gefährlich bleibt. Einige radioaktive Stoffe haben eine Halbwertszeit von über 100’000 Jahren. Kein Mensch, keine Generation kann dafür die Verantwortung tragen. Auch die AKW-Betrieber tun dies übrigens nicht: Was die lächerlichen Rückstellungen zeigen, die im Unglücksfall schneller schmelzen, als die Brennstäbe.
      Die Naturgewalten lassen sich, wie Japan zeigt, schlicht nicht kontrollieren, schon gar nicht auf 100’000 Jahre hinaus.
      Es ist unsere Aufgabe, ohne Atomstrom auszukommen. Alles andere ist ein Verbrechen an der Zukunft.

      • Markus Schneider sagt:

        Nicht Atomenergie ist auf Generationen hinaus gefährlich, sondern lediglich die radioaktiven Abfälle und die seltenen AKW-Unfälle sind es, aber das ist seit Jahrzehnten bekannt und unbestritten. Gegenwärtig gibt es weltweit 210 Kernkraftwerke mit 442 Reaktoblöcken und die Welt schaut zu – obwohl dafür angeblich niemand die Verantwortung übernehmen kann. Das ist so hirnrissig wie zu behaupten, dass Bluttransfusionen unbekannte Risiken bergen und niemand übernimmt die Verantwortung. In Wirklichkeit heisst es aber bloss: Jeder weiss Bescheid, aber niemand macht so ein Tamtam darum wie Sie.

        • Christian Hugi sagt:

          Ist doch unerheblich, ob die Abfälle oder die Technologie selber gefährlich sind (bei AKWs gilt sowieso beides). Der Punkt ist: Bei Karies-Bakterien sind auch die Ausscheidungen für Zahnschäden verantwortlich und nicht die Bakterien selber. Spielt für das Endresultat aber keine Rolle. Ein Loch im Zahn ist ein Loch im Zahn – und eine verstrahlte Landschaft und verseuchte Menschen bleiben auch, was sie sind. Die Ursache (Technologie oder Abfall selbiger) ist bedeutungslos! Bei einer Bluttransfusion ist die Frage wohl eher Tod oder Risiko. Bei den AKWs gehts aber darum wer wie viel woran verdient

      • Maja sagt:

        Genau. es kann ja nicht sein, dass ein paar gierige Manager auf Kosten der Zukunft sich bereichern. Irgendwann hat jedes Land einen AKW-Unfall, da nichts perfekt ist, schon gar nicht der Mensch ist das absehbar. Ist doch hirnrissig wenn man es hinnimmt für 60 oder 70 Jahre günstigen Strom zu haben, wenn die Gefahr besteht, dass ein Unfall ein riesen Gebiet für 1000 Jahren unbewohnbar macht.

    • vietnamesische begleiterscheinung sagt:

      sonnenkollektoren in afrika werden einen guten teil unserer zukünfigen energie erzeugen.

      • steve walker sagt:

        Oh ja, und wenn der Bruder Führer Gadhaffi mal wieder schlechte Laune hat, legt er den Schalter um.

        • Martina Puls sagt:

          @steve walker
          Eben nicht, wenn jetzt der Befreiungskampf der Bevölkerung in Nordafrika von uns unterstützt wird und die Despoten gestürzt werden. Das gibt Arbeitsplätze für die notleidende Bevölkerung dort und eine Demokratisierung im Laufschritt. Deshalb sollten wir die Wanderarbeiter schön liebevoll empfangen hier und sie dann beschäftigen. Die wollen nämlich nur eines: ARBEITEN um zu LEBEN, dann bleiben sie Zuhause, ok? 600 ;-/

      • Martina Puls sagt:

        @vietnamesische begleilterscheinung

        Das stimmt und das Giga-Projekt DESERTEC wurde eingehend in einer Dok-Sendung im 3sat letztes Jahr vorgestellt. Einzig die Übertragung übers Mittelmeer scheint noch Kopfzerbrechen zu machen oder irre ich mich? Wir werden nicht darum herum kommen, diese Lösung der Energiezufuhr zusammen mit den Konzernen zu realisieren und tatkräftig finanziell zu unterstützen. Das IST die Zukunft und Sonne in Hülle und Fülle aus Nordafrika. ;-/ 600
        400 Milliarden Euro für Wüstenstrom

      • Martina Puls sagt:

        400 Milliarden Euro für Wüstenstrom

        Es soll die größte Ökostrom-Initiativen aller Zeiten werden: 20 Konzerne planen in Nordafrika Solarkraftwerke im Wert von bis zu 400 Milliarden Euro. Sie sollen Deutschland mit Strom versorgen.

        http://www.taz.de/1/zukunft/umwelt/artikel/1/gigantisches-solarprojekt-geplant/

        • F. Bringer sagt:

          Man muss gar nicht so weit gehen: Mit Europäischem Offshore Wind kann 7mal mehr Strom produziert werden, als Europa überhaupt an Strom benötigt: http://3.ly/Ztfe

          Jede Sekunde wird in der Schweiz 1m2 Kulturland überbaut: http://3.ly/MZ3P Wenn die Schweiz in den nächsten 5 Jahren im gleichen Tempo lediglich Photovoltaikmodule auf bereits bestehende Dächer verbauen würde, entspricht das bereits einer Strommenge von über 35% des Schweizer Strombedarfes (14% PV-Wirkungsgrad und lediglich 11% Ausnutzungsgrad).

          Lieber Schweizer Arbeitsplätze als eine Erhöhung der Abhängigkeit mit Restrisiken.

        • F. Bringer sagt:

          Man muss gar nicht so weit gehen: Mit Europäischem Offshore Wind kann 7mal mehr Strom produziert werden, als Europa überhaupt an Strom benötigt: 3.ly/Ztfe

          Jede Sekunde wird in der Schweiz 1m2 Kulturland überbaut: 3.ly/MZ3P Wenn die Schweiz in den nächsten 5 Jahren im gleichen Tempo lediglich Photovoltaikmodule auf bereits bestehende Dächer verbauen würde, entspricht das bereits einer Strommenge von über 35% des Schweizer Strombedarfes (14% PV-Wirkungsgrad und lediglich 11% Ausnutzungsgrad).

          Lieber Schweizer Arbeitsplätze als eine Erhöhung der Abhängigkeit mit Restrisiken.

  • Jan sagt:

    Ich finde die haltung der FPD und Co. (Fr. D. Leuthard inkl.) skandalös und unverantwortlich.
    Die Lektionen werden einmal gezogen sein, in diesem Systemfehler, nachdem die 6 Akw durchgebrannt sein werden und halb Japan verstrahlt sein wird…
    Die Schweiz hat ein enormes Potential in Sachen erneuerbaren Energien, sowohl als Produzent wie auch als Verbraucher, Deutschland als bestes Beispiel, ohne zu sprechen von China die bald 25% des Eigenbedarfs decken werden …
    Eine Schande für die Schweiz.

    • steve walker sagt:

      Woher nehmen Sie diese Informationen? China nimmt fast wöchentlich ein neues Kohlekraftwerk in Betrieb. Deutschland stellt den Strom fast ausschliesslich in Kohle- und AKW her. Und seit einigen Jahren noch zu einigen Prozent aus Wind und aus Sonnenstrom. Die Schweiz ist mit 60% nachhaltig erzeugtem Strom weltweit (beinahe) an der Spitze. Das weitere Potential in der CH ist aber nicht „enorm“, sondern ziemlich bescheiden. Jedenfalls wenn man die bezahlbaren Energiequellen betrachtet.

      • natureyoghurt sagt:

        Wenn die AKW-Betreiber die Haftung für einen SuperGAU übernehme müssten, wie jeder normale Autofahrer, wäre die Kernenergie auch finanziell nicht mehr konkurenzfähig.
        Atomenergie ist unsauber, unsicher und nicht zukunftsfähig. Punkt!

      • Jan sagt:

        Bitte schauen Sie sich die statistische Entwicklung der letzten 10 Jahren aus D+China (Schweden …) an, dann werden Sie feststellen, dass hier eine unglaubliche Evolution vollbracht worden ist und im Gange ist. Sogar Spanien bezieht heute bis 50% des Bedarfs. Nicht zu reden von Target „2015“. Bezüglich CH sind die Wasserkraftwerke die teuren Strom am Tag verkaufen und in der Nacht mit billig Strom wieder raufpumpen (aus KohleW aus D …) und dabei 1 Mia Gewinn erwirtschaften nicht ernsthaft (moralisch und ethisch) verantworten. Das ist keine 2011-12 Strategie und auch keine Vision 2020-30…

        • steve walker sagt:

          Nun, ganz so phantastisch zeigt sich die Realität nicht:
          Spanien: 28% nachhaltig erzeugter Strom
          Deutschland: 14% (davon 6% Wind und 1% Sonne)
          China: 18% (davon 0.1% Wind und Sonne)

          Fazit: Mit Statistiken lässt sich alles beweisen. Eine Steigerung des Solarstromanteils im Land X von 0.001% auf 0.01% erscheint lächerlich. Wenn man aber schreibt, das Land X habe die Solarstromproduktion verzehnfacht, dann klingt das natürlich traumhaft. Obwohl es genau dasselbe ist.

          • F. Bringer sagt:

            Dank des schnellen Wachstums sind diese Zahlen bereits überholt.

            Obwohl China Atomenergie enorm subventioniert, kann die Chinesische AKW-Zubaurate bei weitem nicht einmal den ungeförderten Chinesischen Solarthermie-Zubau mit 29 GWth (2009) erreichen: 3.ly/ucCr

            Die Phovoltaikförderung ist in der Schweiz zum Schutz der Stromlobby auf 0.045 Rappen / kWh begrenzt.
            In anderen Worten: Würde mit diesen Mitteln z.B. Kaffee gefördert, könnte sich nicht einmal jeder Einwohner in der Schweiz einen einzigen Kaffee pro Jahr kaufen.

    • F. Bringer sagt:

      Mal abgesehen davon, dass China Konsumgüter für die ganze Welt produziert und trotzdem wesentlich weniger CO2 pro Kopf als wir ausstösst.

      China hat im letzten Jahr mehr Windkraftanlagen installiert als die EU und die USA zusammen. Und China hat 2009 neben 23 GW Wasserkraft, 14 GW Wind, 9 GW Geothermie (Wärme) auch noch 29 GW Solarthermie-Anlagen installiert (und 0 GW neue AKWs ans Netz angeschlossen): bit.ly/g8uOpL
      Und das obwohl China im Gegensatz zur Schweiz über gewaltigen Mengen an fossilen Ressourcen verfügt.

      Die Schweiz hat dagegen in den letzten 20 Jahren kaum in EE investiert.

  • PlainCitizen sagt:

    In Japan stehen mehrere Meiler nebeneinander. Ist das in CH auch so?

    • Andreas Raschle sagt:

      Ja, Beznau 1 und 2 stehen unmittelbar nebeneinander. Die übrigen drei Reaktoren sind and verschiedenen Standorten.

  • Pete Longo sagt:

    Wer versteht, was mit BR Leuthhard abgeht? Am Sonntag klarste Statements: Alles unter Kontrolle, kein Sicherheitsrisiko, Schweiz ist besser als rest of the world! Absolut weltfremd! Am Montag dann aber bläst überraschend ein komplett anderer Wind: Sisitierung, Überprüfung etc. Wie kann eine CH- Bundesrätin so sprunghaft argumentieren? Die Sachlage hat sich ja in diesen wenigen Stunden kaum verändert, also stellen sich zwei Fragen: 1: Wer hat sie zu diesen völlig veränderten Aussagen gebracht? und 2: Wie wird sie sich verhalten, wenn die Zeit die Wogen geglättet hat? Vermutlich wie am Sonntag!

  • vietnamesische begleiterscheinung sagt:

    chernobyl hat überhaupt nichts bewegt. warum sollte also fukushima irgendetwas ändern? im infodschungel der medien ist das spätestens in zwei wochen wieder vergessen. atomlobby-argument 1: chernobyl, das waren die russen – das musste ja so kommen – wir sind da natürlich vieeel besser vorbereitet. argument 2: fukushima, das war das erdbeben und der tsunami – das musste ja so kommen – bei uns gibts das nicht. und schon geschehen, atomkraft voraus! so schön blöd ist die bevölkerung, man könnte meinen sie sei verstrahlt…

    • vietnamesische begleiterscheinung sagt:

      hinzu kommt: wenn landschafts- und naturschützer den erneuerbaren energien nicht auch noch im weg stehen würden, dann wäre ein atomausstieg schon in nicht allzuweiter ferne denkbar. wenn der denkmalschutz es zulassen würde, dass auf allen dächern sonnenkollektoren aufgestellt werden dürfen auch. die drei gruppen verhindern nämlich auch, dass es energiepolitisch weitergehen kann – nicht nur die atomlobby. die wäre nämlich noch leicht auszuhebeln.

      • steve walker sagt:

        In der Schweiz sind vielleicht 5% der Dächer denkmalgeschützt (eher weniger). Weshalb konzentriert man sich nicht auf die restlichen 95% der Dächer? Schon klar weshalb. Man braucht schliesslich einen Sündenbock, wenn sich die Illusionen nicht zeitnah in Realitäten verwandeln. Und dafür bietet sich die Denkmalpflege nun mal an.
        Die Landschaftsschützer, als zweite Sündenbockgruppe, verhindern ein paar Windmühlen. Um die AKW zu ersetzen brauchte es in unserem windarmen Land SECHSTAUSEND Grosswindräder an windexponierter Lage. Da könnten wir die ganzen Alpen zuspargeln und es würde nicht reichen.

        • vietnamesische begleiterscheinung sagt:

          nun ich habe mal gesehen wie der denkmalschutz einem ganzen dorf verboten hat sonnenzellen aufs dach zu montieren, weil sonst der gesamteindruck darunter leiden würde. nix mit 5%. aber selbstverständlich hast du recht, das ist das kleinste aller probleme. und ja – eben – stell mal 6000 grosswindräder auf! da hättest du etwa 7000 verbände die dagegen rekurrieren würden. nein, ich bin da für den energie-faschismus, d.h. dass der staat sagt was wo aufgestellt wird, fertig. und wenns 6000 windräder sind, dann sind es 6000 windräder.

          • vietnamesische begleiterscheinung sagt:

            schliesslich verbraucht das volk den strom, also soll es sich nicht quer stellen wenn er irgendwo herkommen muss.

          • steve walker sagt:

            Das Problem ist, dass wir in der Schweiz nicht annähernd Standorte für 6000 Windräder haben. Die müssen nämlich an windexponierten Orten stehen und diese sind ziemlich rar. Windenergie ist sicher eine wichtige, zukunftsfähige Energieform, aber nur an geeigneten Orten. An Küsten oder auch ofshore im Meer.

        • vietnamesische begleiterscheinung sagt:

          im übrigen suche ich gar keinen sündenbock, ich sage nur, was wo teilweise verhindert wird. für mich kommt die frage der energie einfach noch zehnmal vor der frage nach dem schönen aussehen des alpenpanoramas. der sündenbock ist auch der staat, der erneuerbare energien viel zu wenig fördert. in deutschland passiert dahingehend einiges mehr. und logisch sind auch die grossen energie-lobbies schuld, die an ihren bescheuerten akw festhalten.

          • steve walker sagt:

            Was heisst „zuwenig fördert“? Der Konsument will einfach nicht mehr bezahlen. Unser regionales EW bietet allen Kunden an, Solarstrom zu kaufen. Kostet dann halt 80 statt 20 Rp/kWh. Es sind nur einige wenige Promille (!) der Kunden, die dieses Angebot wahrnehmen. Und dies in der Nordwestschweiz, die sich seit Jahren für ihr atomkritisches Verhalten brüstet. Es ist halt einfacher und vor allem billiger rumzuzetern und vom „Staat“ zu fordern, als das eigene Portemonnaie zu zücken.

          • vietnamesische begleiterscheinung sagt:

            @ steve walker
            nein der mensch wird nie freiwillig umdenken. man muss ihn zu seinem glück zwingen. logisch wählt man den billigeren strom, ist ja nur natürlich. ich habe auch 100% kernstrom und bin für die abschaltung der akws. interessant ich weiss, aber so tickt der mensch nun mal. das kind lernt dass die herdplatte heiss ist, wenn es sie berührt. vorher nicht.

          • F. Bringer sagt:

            nur die Möglichkeit dem AKW-Betreiber einen grotesken Aufpreis für Solarstrom zu zahlen.

            Die Einspeisevergütungen für Photovoltaikstrom sind in Deutschland inzwischen tiefer als die Haushaltstrompreise.

            Die Deutsche Photovoltaikindustrie schaffte übrigens nicht nur 50’000 zukunftsfeste Arbeitsplätze, sondern zahlt tatsächlich mehr Steuern, als was Einspeisevergütungen für Deutschen Solarstrom bezahlt werden: 3.ly/N5kQ Lieber Schweizer Arbeitsplätze als mehr Abhängigkeit von ausländischen Energieträgern mit Restrisiken.

        • vietnamesische begleiterscheinung sagt:

          auch bin ich der meinung, dass man gar nicht immer und überall strom haben soll/kann. es darf ruhig mal etwas auf den verbrauch geachtet werden dürfen. dann gibts halt kein tv mehr bis morgens um eins, sondern nur bis elf und danach wird noch etwas gelesen. da haben die kinder halt kein eigenes natel, das man aufladen muss. da wird sich gefälligst ein velo gekauft und damit zur arbeit gefahren. das sparpotential wäre enorm gross.

          • steve walker sagt:

            Einverstanden. Nur wird sich die Bevölkerung weigern, da mitzuspielen. Sparen ist immer gut, aber bitte nur, wenn es die anderen betrifft. Und wenn’s etwas kostet, dann sollen das bitte auch die anderen bezahlen (die Reichen, der Staat oder wer auch immer). Traurig, aber so ist’s leider.

          • vietnamesische begleiterscheinung sagt:

            genau und darum braucht es entweder eine katastrophe – wobei nicht mal die zu einem umdenken führen wird, ausser sie ist enorm gross und bei uns und nicht in japan. oder dann muss man halt einfach die akws abschalten und dann mehr für den strom bezahlen und auch gleich das benzin um das dreifache vertreuern – wobei das eh bald vonalleine geschieht, erdölknappheit sei dank.

          • F. Bringer sagt:

            Man kann auch die Einkommenssteuern reduzieren und die Energiesteuern erhöhen.
            Momentan investieren alle Zeit um Wege zur Reduktion ihrer Einkommenssteuer zu finden. Es investiert dagegen kaum jemand Zeit in die Reduktion des Stromverbrauchs/Stromrechnung, weil dieser Betrag vergleichsweise läppisch ist.

        • F. Bringer sagt:

          Im nördlichen Deutschland ohne Höhensonne wurde in einem einzigen Monat 2.13 GW Photovoltaik zugebaut:
          http://www.bundesnetzagentur.de/cln_1931/DE/Sachgebiete/ElektrizitaetGas/ErneuerbareEnergienGesetz/VerguetungssaetzePhotovoltaik_Basepage.html

          Bayern hat bereits heute mehr Solarstromanteil als die Schweiz AKW Mühlebergstromanteil hat.

          Der einzige Unterschied: Deutschland hat im Gegensatz zur Schweiz keine rigoros begrenzten Einspeisevergütungen.

          • steve walker sagt:

            Ob Höhensonne oder nicht, spielt keine Rolle. Diese Zahlen beziffern die INSTALLIERTE Leistung. Das hat aber mit der produzierten Leistung überhaupt nichts zu tun. Ein AKW produziert im Jahresschnitt ca. 95% der installierten Leistung an Strom, ein Fotovoltaikelement ca. 7%. Das ist rund 13 mal weniger. Die einzig relevante Grösse ist die produzierte Leistung.
            Die Argumentation mit installierter Leistung ist leider ein weit verbreiteter Trick der Alternativenergie-Lobby. Ich bin kein Gegner solcher Anlagen, überhaupt nicht. Aber ich werde sauer, wenn mit falschen Zahlen argumentiert wird.

          • F. Bringer sagt:

            Ja und? Dann rechnen wird mit einem Ausnutzungsgrad von lediglich 10% (diese Anlage hat über 12% 3.ly/Sdxm) mit einer Zubaurate von 2.13 GW /Monat bis 2025 (bis ein neues, teures, ausländisches AKW frühestens am Netz wäre) und schon sind wir bei einer Strommenge von über 313 TWh. Das entspricht dann der Strommenge von über 100 AKW Mühleberg. Mit 2300km2 hat Deutschland übrigens genügend Dachfläche.

            Noch sinnvoller ist allerdings der Ausbau von Windkraft: Europäischem Offshore Wind kann übrigens gemäss EWEA 7mal mehr Strom produziert werden als Europa überhaupt an Strom benötigt.

          • steve walker sagt:

            Die fehlende Dachfläche ist sicher nicht das Problem. Sondern die Kosten pro kWh aus Sonnenstrom, die niemand freiwillig bezahlen will. Da der grösste Teil der CH-Bevölkerung im Nebelloch Mittelland wohnt, wäre die Ausbeute von Solarstrom ab dem eigenen Hausdach bescheiden bzw. unmässig teuer.

            Wenn man Geld in alternative Stromerzeugung stecken will, ist der Weg über Ofshore-Windkraftwerke sicher bedeutend effizienter. Aber wohlgemerkt: Ofshore, nicht Placebo-Windmühlen auf dem Üetliberg.

          • F. Bringer sagt:

            Die Einspeisevergütungen für Photovoltaikstrom sind in Deutschland inzwischen tiefer als die Haushaltstrompreise und es werden trotzdem Photovoltaikanlagen gebaut. Der groteske Solaraufschlag des AKW-Betreibers ist doch keine Referenz.

            Die Deutsche Photovoltaikindustrie schaffte übrigens nicht nur 50’000 zukunftsfeste Arbeitsplätze, sondern zahlt tatsächlich mehr Steuern, als was Einspeisevergütungen für Deutschen Solarstrom bezahlt werden: 3.ly/N5kQ
            Lieber Schweizer Arbeitsplätze als mehr Abhängigkeit von ausländischen Energieträgern mit Restrisiken.

          • F. Bringer sagt:

            Gemäss BFE exportiert die Schweiz die 7fache Strommenge des AKW Mühlebergs pro Jahr nach Italien.

            Anstatt neue Kohlekraftwerke in Italien zu bauen, könnte die Schweizer Stromlobby Windfarmen in Italien finanzieren und so den gewaltigen Stromfluss mit Verlust nach Italien reduzieren: http://3.ly/crmn

            Aber eben die Schweizer Stromlobby interessiert die CO2 arme Stromproduktion nur dann wenn’s um den Bau von neuen AKWs geht.

          • steve walker sagt:

            Die 7fache Menge von Mühleberg? Ok, hier die Fakten (2007):
            Stromproduktion CH: 63’812 GWh
            Stromexport: 50’630 GWh
            Stromimport: 48’570 GWh

            Somit per Saldo ein kleiner Exportüberschuss von ca. 3% (es gab auch schon Jahre mit einem Importüberschuss).
            Die „7fache Menge von Mühleberg“ wurde somit aus Frankreich und anderen Ländern importiert und auf direktem Weg nach Italien weitergeleitet. Mit Zahlen kann man halt alles „beweisen“…

          • F. Bringer sagt:

            Ja und? Geht es plötzlich nicht mehr darum CO2 armen Strom zu produzieren?
            http://3.ly/crmn

            Windfarmen sind günstiger und schneller gebaut als neue AKWs: 3.ly/YAgs , 3.ly/kfne
            Windfarmen produzieren immer mehr Strom im Winter wenn der Strombedarf in der Schweiz höher ist.
            Windfarmen sind zudem nicht auf Uran angewiesen, benötigen keine Endlager und bergen keine Restrisiken.

            Italien hat ein höheres Windaufkommen und die Schweiz exportiert 7 AKW Mühleberg mit Verlust nach Italien. Es ist effizienter, wenn die Schweiz CO2-armen Strom direkt in Italien produziert und verkauft.

  • Raphaël Mahaim sagt:

    Il est clair que la décision de Doris Leuthard n’est pas uniquement pétrie de bonnes intentions. Elle sait pertinemment que de nouvelles centrales n’auraient aucune chance de l’emporter devant le peuple actuellement. Mais il est au moins réjouissant de voir qu’elle prend les choses au sérieux et qu’elle est même prête à renoncer totalement aux procédures en cours. C’est tout de même révoltant qu’il faille attendre d’en arriver à une telle catastrophe pour que certains partis acceptent de remettre en question le dogme nucléaire…

  • Es geht in der Schweiz ohne AKWs! Dazu muss erstens der pro Kopf Verbrauch gesenkt und zweitens die Bevölkerung verkleinert werden. Denn es ist nicht nur der pro Kopf Verbrauch, sondern vor allem das Total des Verbrauchs aller Köpfe, welches ein Problem darstellt.

  • Karin Gut sagt:

    Politische Heuchlei. Insbesondere weil bald Wahlen sind. Nun wollen sich viele PolitierInnen und Parteien noch schnell als Volksbeschützer in Szene setzen.

    Legt man alle AKW’s in der Schweiz still, würden wir trotzdem noch sehr lange auf Atomstrom angewiesen sein. Den Strom kaufen wir dann im Ausland, z.B. aus dem Pannen-AKW Fessenheim 40km nördlich von Basel. Das Atom-Risiko hätten wir also trotzdem, aber im Gegensatz zu den Schweizer AKW’s können wir im Ausland nicht mitreden bei Sicherheitsfragen.

    • Andreas Raschle sagt:

      Politische Heuchlei ist es vielleicht nicht wirklich. Tatsächlich haben Sie jedoch recht damit, dass wir Atomstrom importieren würden und wir auf die umliegenden Länder in dieser Frage keinen oder nur sehr marginalen Einfluss haben. Wir sollten uns hier in der Schweiz bewusst machen, dass z.B. Frankreich 78%(!) des Strombedarfs mit Atomenergie decken. Selbst wenn Fessenheim abgeschaltet würde, wäre die nukleare „Umziengelung“ im Westen nur marginal kleiner. Dieser Fakt lässt mich die den Bund fragen: „Was bringt der CH Ausstieg wirklich?“

      • Karin Gut sagt:

        Der Ausstieg aus dem Bevölkerungswachstum wäre der einzige wirklich helfende Schritt.

        Bei uns in der Schweiz steigt die Bevölkerung pro Jahr um etwa 1.5%. In vielen Teilen der Welt wächst die Bevölkerung noch viel schneller. Und alle wollen konsumieren. Und das braucht Energie. Viel Energie.

  • Manuel sagt:

    Nur Taktik. Frau Leuthard ist nun auch plötzlich für eine Sperre für Waffenexporte in den Nahen Osten, nachdem sie sich seit Jahren vehement für jegliche Exporte wohin auch immer einsetzt. Saudi Arabien betitelte sie 2009 als „demokratisch gewählte Regierung“ und erlaubte jedes mal grosse Waffenlieferungen. Nun unterdrücken die Saudis die Bevölkerung in Bahrain. Bei den Waffenlieferungen will sie jetzt für ein paar Monate „suspendieren“, und beim Atom ein wenig „überlegen“, aber im Grunde genommen ist das alles bloss Wahlkampf und Taktik. Deshalb wähle ich die CVP nicht.

  • wigger sagt:

    Vor einigen Jahren ging der Generator in Leibstadt kaputt. Das KKL stand mehrere Monate still – und dies erst noch, während andere KKW gerade wegen Revision abgestellt waren – das Licht ging nicht aus, aber die E-Werke haben weniger verdient. Ich bin überzeugt, dass man 30% Elektrizität allein durch rigoroses Sparen und intelligente Steuersysteme einsparen könnte. Aber dazu müsste die E-Wirtschaft verstaatlicht werden. Denn unseren E-Konzernen geht es nicht primär um die Versorgungssicherheit, sondern ums Geschäft. Da ist Sparen uninteressant. Seht euch mal die Strom Import/Export Bilanz an!

    • steve walker sagt:

      Die Lichter gingen nicht aus, weil die CH in einem Import-Exportsystem eingebunden ist und zudem die Speicherkraftwerke solche Lücken einige Monate überbrücken können.

      Was die Import-Export-Bilanz angeht, können wir auch mit Zahlen statt mit Mutmassungen arbeiten. Ein Beispiel (2007):
      Stromproduktion CH: 63’812 GWh
      Stromexport: 50’630 GWh
      Stromimport: 48’570 GWh

      Somit ein kleiner Exportüberschuss von ca. 3%. Es gab auch schon Jahre mit einem Importüberschuss. Die Lösung des AKW-Ersatz-Problems müssen wir an einem anderen Ort suchen

      • Petit sagt:

        Genau! Und beginnen sollte man, indem man die versteckten Subventionen der Atomindustrie dramatisch kuerzt.

        Entweder versichern sie sich anstaendig oder Aus die Laus. Die 1,8 Milliarden sind ein Witz und ein laecherlicher Preis fuer ‚die halbe Schweiz‘ im Falle eines GAUs.

        Gruss

    • Manuel sagt:

      Einverstanden. Vor allem macht uns die Katastrophe in Japan bewusst, dass wir bereit sein müssen, mehr für Energie zu bezahlen. Billige Energie und Stromverschleiss bringen uns nicht weiter. Ich bezahle lieber mehr und verzichte auf die Klimanalage, wenns sein muss auch auf andere Geräte oder Reisen. Oder ich nehme einen Dynamo für den Laptop und radle jeden Tag ein paar Minuten. Wir müssen wieder erfinderisch sein.

  • Maja sagt:

    es gibt Solarladegeräte für verschiedene Geräte und Batterien. Es gibt Leselampen die mit Sonnenenergie funktionieren.
    Leider benutzen viel zu wenige diese Geräte. Warum Strom sparen wenn die Energiekonzerne dafür den eingesparten Strom einfach teuer weiterverkaufen. Uebrigens könnte unser Nachtleben wieder eingeschränkt werden. Polizeistunde wie früher braucht auch weniger Energie. Leuchtreklame einschränken etc. Es gäbe viele Möglichkeiten.

  • Hirsberger sagt:

    Meine Interpretation – Sistierung ist Opium fürs Volk, damit die Diskussion über Ausstieg erstickt wird. Sogar Leuenberger meint ja zynisch: „Selbst die jetzige Betroffenheit hält nicht ewig an“. Leuthard spielt klar auf Zeit. Uebrigens, zu Leuenberger – er war bei Tschernobyl ja Nationalrat und es erstaunt, wenn er jetzt meint: „Auch ich habe mir die Realität kaum vorstellen können“.

  • tobe or not tobe sagt:

    Kantone und Bundesämter müssen gezwungen werden, sonnenkollektoren auf den Dächern zu instalieren. Unter Strafe sollen Firmen überprüft werden ob alle elektronischen Geräte nachts abgestellt werden.

    Wenn Sie die Studie der UNI Zürich mitbekommen haben, in der gemessen wurde, was lediglich die UNI Zürich an Strom spahren würde wenn alles korrekt abgestellt und heruntergefahren wird.. bis zu 1 Million Stromkosten pro Jahr!!!

  • An alle die gerne Österreich als Beispiel heranziehen, dass es auch ohne AKW’s geht….hört auf zu träumen. Fragt euch besser woher die Austria-Bürger ihren Strom beziehen. Hier eine mögliche Antwort:

    Österreich will Strom aus Kraftwerken der Ukraine beziehen, Kritik an „Doppelmoral“ im Umgang mit der Kernenergie:
    http://www.udo-leuschner.de/energie-chronik/920307.htm

    • steve walker sagt:

      Der von Ihnen verlinkte Artikel stammt aus dem Jahr 1992 und ist demnach knapp 20 Jahre alt. In der Zwischenzeit ist es nicht mehr so, dass Österreich Atomstrom importieren WILL, sondern dass dies seit Jahrzehnten bereits Realität ist.
      Österreich hat in Zwentendorf ein AKW gebaut aber nie in Betrieb genommen. Stattdessen wird in grossem Stil Atom- und Kohlestrom importiert und gleichzeitig gegen AKWs im benachbarten Tschechien protestiert. Heuchlerischer geht’s kaum mehr.

      • F. Bringer sagt:

        Die Schweizer Stromlobby schwärmt von CO2 armen Stromproduktion und baut Kohlekraftwerke an den windigen Küsten:
        http://3.ly/crmn

        Die Schweizer Stromlobby jammert von Stromlücke und begrenzt über Ihre Vertreter im Parlament die Einspeisvergütungen auf lächerliche 0.45 Rappen (obwohl erneuerbare Optionen im Gegensatz zu neuen AKWs nahezu sofort verbaut werden können), während sie gleichzeitig die Strompreise verdoppeln will um neue, teure, ausländische AKWs finanzieren zu können: http://3.ly/s2y3

  • Freiherr sagt:

    http://www.bernerzeitung.ch/schweiz/standard/Ein-durchsichtiges-Manoever/story/14599704

    Die Atom-Saulin ist kaum zur Antiatom-Paulin mutiert.

    Sie haengt nur – in leider bewaehrter „C“VP-Manier – ihre Fahne nach dem gerade wehenden tagespolitischen Wind. Bis die Wahlen vorbei sind….

    Ausserdem sind es die „C“VP-Damen gewoehnt, Wasser zu predigen, aber Wein zu trinken, bis hin zu einer „C“VP-Nationalraetin, die sich im kanonischen Stand der konkubinaeren Todsuende mit einem anderen Mann – von den Massenmeinungsverbildungsmedien verschwiegen – auf den hoechsten Polittron waehlen lies

    • Martina Puls sagt:

      @Freiherr, der Unfreie
      Ich mache mir langsam Sorgen um Ihren Gesundheitszustand. Nehmen Sie weniger von dem Zeug das Sie schlucken.

      • Andreas Raschle sagt:

        Freiherr ist ein Kritiker der hinter allem eine Verschwörung vermutet. Sei es nun „Lohndoemping“, „Baenkster“ oder aber nun eine „Atom-Saulin“. Er oder Sie gehört zu der Sorte Mensch die niemandem mehr vertrauen. Was der Grund dafür ist kann ich nicht sagen. Die Ausdrücke „Lohndoeming und „Baenkster“ stammen überigens nicht von mir sonder sind in einem anderen Polit-Blog in Verwendung. Herzliche Grüsse

      • Freiherr sagt:

        @ Frau Puls:

        Keine Bange. Seit ich die Lohnsklaverei ueberlebt habe, konnte ich die Drogendopingkeule fuer Vollzeitpraesenz trotz Arbeitsunfaehigkeit weitgehend keulen. Viele der armen Deibel werden am naechsten Sonntag ihre Nieren mit einer Schlaf“hygiene“pille mehr, und am Montag beim eine Stunde frueher aufstehen, mit einer Aufputschpille mehr noch schneller keulen muessen….

        Sind Sie schon in Libyen gelandet, um den Baer doch noch zu erlegen, dessen Fell die Aussenclownin vorwitzig eingefroren hat. Hoffentlich koennen Sie gut schwimmen, wenn Sie nicht schnell genug weglaufen koenn

      • tobe or not tobe sagt:

        @Martina Puls: Schön das das noch andere merken. Schweizer Chemiebranche hat auch für den freien Herr von Unvernuft eine Pille.

        • Freiherr sagt:

          Die haben fuer jedeN eine Pille. Vom ueberforderten Schueler, ueber den ueberforderten Leersklaven, Lohnsklaven und gar bis hin zum schon in Friedenszeiten ueberforderten Wehrsklaven….

  • Vinxi sagt:

    doris ist nicht allein, sie ist nur eine der vielen fahnen im wind. irgendwann checkt die bevölkerung, dass unsere gier uns nichts anders als einen holzweg verschenkt hat. hand aufs herz, keiner von uns hätte auf den milliarden der stromvertschutter verzichtet nur weil bei einem unfall das ende für alle kommen könnte…

  • Wettstein Eduard sagt:

    Steig aus Doris ! Schalt die Dinger ab Asap.

  • M.V.Roth sagt:

    Und zu guter Letzt: Nein, Frau Bundesrätin Leuthard ist nicht glaubwürdig. Da sie sich nicht entschliessen kann, Mühleberg abzuschalten, dürfen ihre Aussagen ohne den geringsten Zweifel als taktisches Manöver bezeichnet werden. Gründe für die Schliessung gibts genug. Ihre Experten haben ihr das längst erklärt. Selbst eine Juristin sollte die Begründungen verstehen können, sofern sie es denn will. Sollte die Abschaltung nicht innert einer Woche geschehen, wird das vermutlich für Frau Leuthard und ihre partei „nicht vorhersehbare politische“ Konsequenzen haben. Sozusagen das „Restrisiko“.

  • maurus candrian sagt:

    liebe leute, ich sage euch, das plötzliche atomausstiegs-gefasel der parteien des bürgerlichen machtkartells, nämlich cvp, fdp und svp, ist so falsch wie wenn der teufel zum nächsten papst gewählt würde. sobald diesen herbst die letzte wahlurne geschlossen sein wird, werden diese 3 parteien, „gesponsert“ von grossindustrie / grossfinanz aus deren portokasse, genau gleich wie bei x anderen themen, wiederum exakt das gegenteil von dem praktizieren, was sie dem „tumben volk“ im wahlkampf versprochen haben

  • Freiherr sagt:

    http://www.bernerzeitung.ch/schweiz/standard/Markwalders-Spagat-in-der-AKWFrage/story/16941998

    Wer sich nach allen Seiten verbeugt, stoesst auch nach allen Seiten mit dem Hintern an.

    Chinesisches Sprichwort!

    • Markus H. sagt:

      Schmunzel….
      Vor allem haben anscheinend diese Damen im H….. mehr Hirnzellen als im Kopf. Typische Wendehälse

  • Hans Müller sagt:

    Ist doch klar, welche Deutung zutrifft: Kopf einziehen, Bedenken „Ernst nehmen“, langwierige Untersuchungen machen, Abstimmung und politische Diskussionen verschieben, Gras drüber wachsen lassen und dann weitermachen wie bisher. Von Frau Leuthard verspreche ich mir bezüglich eines Atomausstieges gar nichts. Der Wandel muss von unten (vom Volk) kommen. Es ist nur zu hoffen, dass das Gras etwas weniger schnell drüber wächst als bei Tschernobyl.

    • steve walker sagt:

      Recht so, Herr Müller, der Wandel muss von unten kommen. Also bitte tätigen Sie noch heute einen Anruf an Ihr regionales EW, dass Sie Ihren Stromliefervertrag ändern wollen. Anstelle des bisherigen Strommix bitte in Zukunft nur noch Solarstrom liefern. Kostet dann statt 20 Rp/kWh halt 80 Rappen. Dieses Angebot bieten zahlreiche EWs an. Genutzt wird es in unserer Region von einigen Promille (!) der Kunden. Die andern jammern über AKWs, wollen aber die Alternativen nicht bezahlen. Stattdessen Frau Leuthard die Schuld zuschieben ist etwas billig.
      Und nun: bitte ans Telefon, Ihr EW wartet…

      • Hans Müller sagt:

        Diesen Anruf, bzw. in meinem Fall war’s ein e-mail, habe ich schon längst gemacht. Und ich gehe davon aus, dass Sie sich bereits ihr Fässchen Atommüll für Ihren Garten bei Ihrem AKW bestellt haben? Nicht? Also los ans Telefon, Ihr AKW wartet…

        • steve walker sagt:

          Gratuliere, wenn Sie das gemacht haben. Aber bitte Solarstrom, nicht Wasserstrom. Das bringt nämlich gar nichts, weil diese Ressource praktisch ausgeschöpft ist und ein zusätzlicher Abonnent für Wasserstrom nur zur Folge hat, dass andere Kunden mehr Atomstrom in ihrem Portefeuille haben.
          Wenn Sie Solarstrom kaufen, hat dies zur Folge, dass zusätzliche Solaranlagen finanziert werden. Falls Sie wirklich einen Solarstromvertrag haben: Chapeau!

          • Hans Müller sagt:

            Ich bezahle pro kWh einen Aufpreis, welcher für die Produktion von Strom aus erneuerbaren Energien (u.a. Solar) verwendet wird. Zudem habe ich eine schöne Stange Geld in die energetische Sanierung unseres Hauses gesteckt, inkl. Sonnenkollektoren. Sie sehen, es gibt durchaus Alternativen zu AKW, in erster Linie die effiziente Nutzung der Energie. Darf ich nun darauf hoffen, dass ich im Falle eines Super-GAU in der CH von Radioaktivität verschont bleibe? Leider nein! Darum sollte die nachhaltige Produktion von Strom und das effiziente Nutzen von Energie nicht länger freiwillig sein!

          • Hans Müller sagt:

            Man könnte den Solarstrom auch dadurch konkurrenzfähiger machen, indem die Subventionen des AKW-Strom endlich abgeschafft würden. Ein CH AKW ist für eine Schadensumme von lächerlichen 1.8Mia CHF versichert, der Rest würde der Steuerzahler berappen. Bei einem Super-GAU in Folge einer Naturkatastrophe würden die AKW-Betreiber sogar gar nichts bezahlen müssen! Zudem beinhalten die Rückstellungen der AKW für die Endlagerung der Atomabfälle lediglich eine Ueberwachung der Endlager für 50 Jahre. Für die restlichen 999’950 Jahre dürfen die Generationen nach uns zahlen.

          • Hans Müller sagt:

            Also, Herr Walker, nehmen Sie den Telefonhörer in die Hand und melden Sie schon mal Ihren Beitrag für 999’950 Jahre Endlagerung von hochradioaktiven Abfällen an! Freiwillige vor, wie Sie es auch beim Solarstrom fordern. Ihr AKW wartet… Ja, da würde durchaus die Gefahr bestehen, dass Sie bankrott gehen!

          • mike s sagt:

            Bei der BKW ist es ja so, dass Solarstrom nach wie vor mit einem Zuschlag von 80 Rp verkauft wird. Dies führt dazu, dass alle glauben, Solarstrom sei unbezahlbar. Strom aus Photovoltaik ist heute aber gemäss dem Energie-Cluster Schweiz (Vortrag von Urs Muntwyler in Bern letzte Woche) bereits für etwa 35 Rp zu haben (typische Kleinanlage auf einem EFH). Der Aufschlag wäre somit bloss 10 Rappen. Ob die BKW mit den zusätzlich verdienten 70 Rp Propaganda für (neue) AKW macht, ist für Endkunden nicht überprüfbar.

          • Petit sagt:

            Herr Walker,

            Weshalb kein Wasserstrom? Die Fluesse fliessen immer und mehr dezentrale, kleine Kraftwerke waeren gefragt. Wind gibts gewiss auch an gewissen Stellen in der Schweiz. In Holland werden Windanlagen bsw entlang der Autobahn gebaut. Die grossen Anlagen koennen gut ueber 1250 Haushalte versorgen.

            Ich habe meinen privaten Elektrizaetsverbrauch um ca 30% gesenkt, Sie auch?

            Atom ist und bleibt gefaehrlich.

            Gruss

          • steve walker sagt:

            -Wasserstrom ist praktisch ausgeschöpft und kann nur noch minim gesteigert werden. Sinn machen aber zusätzliche Pumpspeicherwerke, um den ungleichmässig anfallenden Wind- und Solarstrom zu speichern.

            -Geeignete Standorte für Windkraftwerke sind in der CH rar und die Effizienz ziemlich bescheiden, in Küstennähe (Holland) sieht’s anders aus. Sinn würde es machen, wenn sich die CH an ofshore-Windkraftwerken beteiligen würde.

            -Mein Energieverbrauch liegt 30% unter dem CH-Durchschnitt. Ich benötige 2.2 Liter Erdöläquivalent pro m2 und Jahr um mein Haus zu heizen. Sie auch? 🙂

          • Petit sagt:

            Ich habe leider wenig EInfluss auf die Heizkosten – bin Mieter… 🙂

            Wenn man nur von grossen Strukturen ausgeht, sind die Moeglichkeiten wahrscheinlich geringer.

            Ich koennte Ihnen auf meiner lieblings ‚Tour de Kraftwerk‘ auf relativ kurzer Strecke drei stillgelegte, kleine (ex) Wasserkraftwerke zeigen. Gegen kuenstlich tiefe Atomstrompreise haben solche Anlagen ggw wenig Chancen.

            Wenn man falsche Anreize setzt… 😉

            Dass Sie selbstmotiviert-energiebewusst und investitonsfreudig sind ist lobenswert. Wenn mehr Anreize geschaffen wuerden, haetten Sie sicherlich mehr Nachahmer.

            Gruss

  • Hans Müller sagt:

    Also, Herr Walker, nehmen Sie den Telefonhörer in die Hand und melden Sie schon mal Ihren Beitrag für 999’950 Jahre Endlagerung von hochradioaktiven Abfällen an! Freiwillige vor, wie Sie es auch beim Solarstrom fordern. Ihr AKW wartet… Ja, da würde durchaus die Gefahr bestehen, dass Sie bankrott gehen!

    • steve walker sagt:

      Sie sind nicht der einzige, der freiwillig in Energiesparmassnahmen investiert. Ich habe vor 10 Jahren auf meinem Haus eine Solaranlage installiert und vor zwei Jahren weitere 35’000 Fr. freiwillig und ohne Subventionen in Minergiemassnahmen (wohlgemerkt als Normalverdiener mit drei Kindern).
      Was den Atommüll betrifft: den haben wir. Ob nun weiterer produziert wird oder nicht, ändert an der Sachlage substantiell nicht viel. Dieses Problem müssen wir bestmöglich lösen.

      • Hans Müller sagt:

        Sicher müssen wir das Müllproblem irgendwie lösen, aber mir ging’s um die Kosten. Dass Solarstrom gegenüber Atomstrom nicht konkurrenzfähig ist stimmt einfach nicht. Atomstrom ist massiv subventioniert. Wenn man die Kosten für die 1Mio Jahre Endlagerung des Mülls miteinbeziehen würde (und nicht einfach unseren Nachkommen überlassen), dann wäre Atomkraft so ziemlich die unwirtschaftlichste Art Strom zu produzieren.

      • Hans Müller sagt:

        Da Sie anderen den Kauf von Solarstrom nahelegen, nehme ich an dass ihre WP auch mit Solarstrom läuft?

        • steve walker sagt:

          Nein, die läuft mit Wasser- und Atomstrom. Dafür verbraucht mein Haus 50% weniger Energie, als dies für heutige Neubauten vorgeschrieben ist. Ich habe mein Geld somit in Energiesparmassnahmen gesteckt und nicht in ineffiziente Produktionsformen. Der Umweltnutzen pro Franken ist damit wesentlich grösser.

          Im Übrigen lege ich den Kauf von Solarstrom nicht „den anderen“ nahe, sondern nur jenen anderen, welche dauernd von AKW-abstellen und Umsteigen-auf-Solarenergie reden, selber aber keinen Franken in Solarstrom investieren, obwohl die EWs dieses anbieten würden.

          • Hans Müller sagt:

            So, so, Wasser predigen und selber Wein trinken! Und wie Sie Ihr Geld in ineffiziente Produktionsformen stecken! Berechnet man alle Kosten, ist die Atomkraft ökonomisch völlig unsinnig. Im Stillegungs- und Entsorgungsfonds sind lächerliche 14 Mia. CHF für Stillegung und Rückbau aller Schweizer AKW, sowie der Endlagerung des Atommülls vorgesehen (hochaktiver Müll muss während 1Mio J sicher gelagert werden). Atomstrom ist nur deshalb heute so günstig, weil wir die Finanzierung der Endlagerung grosszügig unseren Nachkommen überlassen. Haben Sie nun Ihre Spende ans AKW getätigt oder nicht?

      • F. Bringer sagt:

        Je weniger Atommüll wir produzieren desto günstiger wird letztlich deren Entsorgung.

        Die Endlagerkosten für nukleare Abfälle liegen übrigens bei $1 pro Watt: bit.ly/bEwqGf
        Und in Grossbritannien wohl noch höher: bbc.in/emQFnY
        Selbst die Rückbaukosten von alten AKWs sind mit rund $1 pro Watt inzwischen noch teurer als die Produktionskosten von Schweizer Photovoltaikmodulen: bit.ly/d0tVun

        Lieber zukunftsfeste Schweizer Arbeitsplätze und mehr Unabhängigkeit als mehr Atommüll mit Restrisiken.
        oerlikon.com/solar/

  • A. von Boe sagt:

    Wenn Irgendjemand in der Geschichte der AKW Bauer geglaubt hätte das die Technologie tatsächlich sicher wäre, würden die AKWs da stehen wo der Strom verbraucht wird nicht an Standorten bei denen im Störfall möglichst viel Verseuchung ins Ausland weggeweht wird. Also stellt sich die Frage nach geänderter Meinung gar nicht. Die Lobbyisten haben uns schlichtweg schon immer angelogen mit dem Sicherheitsmärchen. Wieso sollte das nun plötzlich anders sein?

  • olo bamert sagt:

    Nun wollen sie alle – unsere Atomministerin eingeschlossen – auswerten, abwarten und aufschieben. Auch das gehört zur Strategie: Die Atomlobby hofft eigentlich nur darauf, dass wir alle wieder vergessen, am liebsten möglichst schnell. Schon bald wird sie uns dann neue AKWs anpreisen, niedlichere vielleicht, die ganz hübsch in die Landschaft passen, und mit den atomaren Abfällen werden wir noch immer nicht wissen, wo sie sie hin sollen.

  • alfred bleuler sagt:

    @ F. Bringer sagt: 19 März 2011 8-ung ! ! ! ! es gibt weltweit noch kein endlager für hochradioaktive AKW-abfälle — d.h. die lebensbedrohende strahlung für x – tausend jahre —- niemand auf der welt kann garantiert sicher endlagern —- aber unsere politiker wollen dies nicht warhaben, und wollen noch immer keine alternativen anbieten. —- viele unserer politiker lassen sich von der AKW-lobby knechten oder …….. ich glaube nicht an die versprechungen von BRin leuthard und Co. —- alles lippenbekenntnisse bis sich die lage beruhigt hat — bald gibt es wahlen

  • alfred bleuler sagt:

    alle AKW-ler — befürwortende politiker und lobbyisten (WELTWEIT) behaupten sie bauen die sichersten AKW — warum gab es den 3 gravierende störfälle in nur einer generation — und die folgen unserer AKW’s können noch X – tausend nachfolgende genertationen treffen — haben diese AKW-ler — befürwortende politiker und lobbyisten denn keine kinder, oder gedanken an unsere nachkommen — wie kann man / frau nur so kurzfristig GEWINNORIENTIERT denken — gebt ihnen bei den nächsten wahlen einen denkzettel —- z.Z. laufen (WELTWEIT) 210 AKW’s und decken 13% des strombedarfs

    • Freiherr sagt:

      Noe. Eine FDP-Nationalraetin betonte in der Arena, ein Ausstieg komme erst in Frage wenn „die Wirtschaft“ anderen Strom gleich billig bekomme wie Atomstrom. Die Maximierung des Raepplispalts der Wirtschaft hat Vorrang nicht nur vor gemeinsamer Wohlfahrt und Grundrechten (die privatgewinntraechtige Kindesraubfamiliendiktatur auf dem Puckel von Eltern und Steuerzahler und die Apartheid lassen gruessen), sondern gar auch vor dem Restrisiko der Keulung Zehntausender, Erkrankungen Hunderttausender ueber Generationen und Unbewohnbarkeit der halben Schweiz durch eine Atomzeitbombe….

  • alfred bleuler sagt:

    zur zeit sind (WELTWEIT) 210 AKW’s im betrieb und diese decken 13% des strombedarfs —– soll doch keiner behaupten dies 13 % könnten nicht relativ kurzfristig durch alternative / umweltschonende technik mit niedrigem risiko ersetzt weden —— solarenergie // windkraftwerke // erdwärme-kraftkopplung // brennstoffzellen >> alles low risk-technologien —- jedoch viele unserer politikern haben noch nie etwas davon gehört — ??? wozu gehen sie denn auf die vielen studienreisen

  • Beat Wey sagt:

    Wie will Bundesrätin Leuthard die geplanten 10 Millionen Einwohner in der Schweiz mit erneuerbaren Energien versorgen?

  • Oliver Krähenbühl sagt:

    Wurde je ein Atomkraftwerk regulär stillgelegt?
    Hat sich irgendwer darüber schon mal Gedanken gemacht?
    Ein Atomkraftwerk welches heute vom Netzt genommen wird ist noch lange eine Gefahr für Mensch und Umwelt.
    Die Brennstäbe müssen noch 15 Jahre gekühlt werden bis sie in ein End(?)lager transportiert werden können. Der Reaktorraum ist hochgradig verstrahlt und kann nicht einfach abgebrochen werden!
    Wird jedes AKW zu einem Betonsarg, ein Mahnmal des irregeleiteten Stromhungers?

    • Hans Müller sagt:

      Es wurden schon welche rückgebaut. Hat etwa doppelt so viel gekostet wie der Bau. Ohne Endlagerung versteht sich, diese Kosten können die Generationen nach uns übernehmen.

    • F. Bringer sagt:

      Eine Schweizer Photovoltaikfabrik kann inzwischen für €0.50 pro Watt Photovoltaikmodule produzieren. bit.ly/9AJKIh

      Das heisst die Rückbaukosten von alten AKWs sind mit rund $1 pro Watt inzwischen teurer als die Produktionskosten von Photovoltaik-Dünnschichtmodulen:bit.ly/d0tVun

      Auch die Endlagerkosten für nukleare Abfälle liegen bei $1 pro Watt, sofern diese Schätzungen überhaupt korrekt sind: bit.ly/bEwqGf

      Lieber Schweizer Arbeitsplätze als mehr Abhängigkeit mit Restrisiken.

  • Simon Senn sagt:

    Der Entscheid von Doris Leuthard, die Bewilligungsgesuche für die neuen AKW’s zu sistiren war Richtig. Nach dem Atom-Unfall und dem schweren Erdbeben in Japan, kann bei uns nicht einfach wieder zu Tagesordnung übergehen! Es stellen sich auch wichtige Fragen zur Sicherheit unsere AKW vor Naturkatastrophen. Zur jetzigen Zeit ist es illusorisch, dass das Volk in den nächsten Jahren dem Bau neuer AKW an der Urne zustimmen würde. Auch wir Bürgerlichen sollten uns für einen Atom-Ausstieg einsetzen! Die Zukunft der Energieversorgung liegt bei den erneuerbaren Energien!…

    • maurus candrian sagt:

      ihnen als kitzekleine erinnerungshilfe: es sind die parteien des bürgerlichen machtkartells, also cvp, fdp und svp, welche jahrzehntelang in der ch praktisch jeglichen fortschritt in sache umwelt- und klimaschutz torpediert haben. die schweiz, einst in diversen umweltbereichen führend, trägt jetzt – „dank“ der jahrzehntelangen bürgerlichen obstruktions-politik, in vielen bereichen sogar die rote laterne.

      nein, lieber simon senn, an diesen korrupten machtfilz sollten sie nicht mehr glauben, diese 3 parteien sind verlogen bis in die innersten gedärme

      • F. Bringer sagt:

        Vermutlich werden sie jetzt Gaskraftwerke fordern, weil sie ja der Bevölkerung seit Jahren erzählt haben, dass die Erneuerbaren noch nicht so weit seien, obwohl die Fakten das Gegenteil belegen.

        2009 wurde in einem einzigen Jahr 80 GW (200 mal AKW Mühleberg) erneuerbare Leistung installiert, während die weltweit installierte AKW-Leistung sogar abgenommen hat: http://bit.ly/cF5ezk

        Lieber neue Schweizer Arbeitplätze als mehr Abhängigkeit mit Restrisiken.

        • maurus candrian sagt:

          sie haben völlig recht. öl-, gas- wie auch uran-importe sind volkswirtschaftlicher schwachsinn.

          bessere gebäudehüllen, solaranlagen, erdwärme (oberflächennah / aus der tiefe), windkleinstkraftwerke auf dächern, wärme-kraft-koppelungs-(kleinst-) anlagen, sparsamere autos etc. etc. stellen ein riesiges potenzial dar. dieses enorme potenzial könnte während der nächsten 20 jahre realisiert werden, es würden in der gesamten schweiz arbeitsplätze geschaffen / erhalten, auch in strukturschwachen regionen. genügend energie ohne hochrisikotechnologien.

          es gibt keine rationalen gründe dagegen.

          • Freiherr sagt:

            @ Herr Candrian:

            Keulung statt auch rote Steigbuegelhaltung der Uebervoelkerung durch Lohndoemping und Nachzug aller (Un)art waere auch ein Mittel, den Stromkonsum nicht noch weiter explodieren zu lassen….

        • steve walker sagt:

          Welche Fakten? Die mir bekannten Länder, welche den Atomausstieg beschlossen haben (S, D) haben diesen wieder rückgängig machen müssen, da die Erneuerbaren halt eben doch noch nicht so weit waren.

          Zu den Zahlen: 200x Mühleberg klingt natürlich toll. Von der installierten Leistung resultieren im Idealfall 12% produzierte Leistung. Wegen ungünstigen Dachneigungen und -ausrichtungen sind es in der Praxis 7-8%. Das gibt dann noch 15x Mühleberg. Und wenn man es auf ein normalgrosses AKW umrechnet, sind es noch 5x Leibstadt. Weltweit.

  • E. Hutter sagt:

    Bevor in unserem Land jedes naturverbliebene Wässerchen verbaut wird, wäre ein anderes Vorgehen zu prüfen:
    Jeder neue Wohnbau erhält eine Photovoltaik-Anlage. Der Bund unterstützt die neue Pflicht grosszügig – analog zur Schutzraumpflicht – mit Mitteln einer Atomstrom-Abgabe.

    • maurus candrian sagt:

      sehr vernünftiger vorschlag. in spanien sind bei neubauten solaranlagen schon längere zeit pflicht.

      und ebenso haben sie recht, wenn sie sich gegen die trockenlegung der allerletzten normal wasserführenden bäche aussprechen. mit ein paar zehntelspromillen zusatzenergie lösen wir nichts.

      das 1000fache könnte eingespart werden, wenn unser globi-bundesrat z.b. endlich, in kooperation mit der eu, die industrie zwingen würde, in geräten und maschinen einen standby-modus einzubauen, welcher praktisch null strom verbraucht.

      aber cvp-doris weint lieber krokodilstränen bzgl. japan …..

  • Ende EU sagt:

    Gem. der Arena vom Freitag 23. März 2011 stammen 40 % des elektrischen Stroms aus AKWs. Wenn ich nun den Taschenrechner nehme und von derzeit 8 Mio. Menschen in der CH 40 % abziehe, komme ich auf 4,8 Mio. Menschen, welche ohne AKWs mit Elektrizität versorgt werden können. Wenn wir uns ein wenig einschränken, dürften 5,4 Mio machbar sein. Das ist der Stand von 1960. Die CH ist massiv überbevölkert!

  • Urs Jenni sagt:

    Ach wie billig ist das denn? Genau rechtzeitig zu den Wahlen hat sich das Erdbeben in Japan zu einer atomaren Katastrophe entwickelt. Perfekter Zeitpunkt, jetzt haben sogar Parteien, welche sonst nie eine mehrheitsfähige Politik betreiben, ein Thema. Sind wir doch einfach mal alle gegen Atomstrom. Fällt euch eigentlich nichts anderes ein? Ist das das einzige Problem in diesem Land?

    Irgendwie war es ja absehbar: Wenn ein Kind von einem Hund totgebissen wird, ist die Politik plötzlich für ein Verbot von Kampfhunden. Wird eines überfahren, so ist man gegen Raser und macht den Straßenverkehr zum Thema. Ist der Raser ein Ausländer, so macht man es zu Ausländerpolitik.

    Mich widert solche Politik an. In diesem Jahr werde ich ganz bestimmt niemanden Wählen, der ein Thema vorschiebt, welches gerade aktuell ist!

    Ach ja, noch so ein Gedanke zum Atomstrom: Die Gefahr einer atomaren Katastrophe wie sie derzeit in Japan abläuft, ist in der Schweiz zu vernachlässigen! Die Erdbebenwahrscheinlichkeit ist hierzulande gering und Tsunamis werden wir hier auch kaum erleben. Und sollte es doch einmal zu einem Erdbeben kommen, 1356 war übrigens das letzte Große, welches Basel zerstörte, so würden wahrscheinlich mehr Menschen unterhalb von Staumauern weggespült, als radioaktiv verstrahlt.

    Wer nun denkt, ich sei vorbehaltlos für Atomstrom, der irrt!

    Es gibt ein weit größeres Problem mit dem Atomstrom, als die Gefahr einer Katastrophe: Der Abfall!

    Die Abfälle eines AKW’s müssen gelagert werden, bis sie nicht mehr strahlen. Man rechnet derzeit mit einer Dauer von mindestens 1000 Jahren. Dies ist lediglich eine Annahme, ob es wirklich so ist, wird man in etwa 1000 Jahren herausfinden. Die Abfälle müssen bis dahin erdbeben –, korrosions – und strahlensicher gelagert werden, um dann von unseren Ururururururururururururururururururururururururururururururururururenkeln endgültig hervorgeholt zu werden und … ja, was dann? Hausmüll? Kompost?

    Wären Autos wohl noch erlaubt, wenn man sie vor der Verschrottung 1000 Jahre lagern müsste? Oder auch nur 100 Jahre? Oder 10 Jahre?

    1000 Jahre. Hätten die Wikinger ihre Energieversorgung durch Atomkraftwerke gewonnen, so wäre es jetzt für uns an der Zeit, zu überprüfen, ob die Strahlung ihrer Abfälle auf ein ungefährliches Niveau gesunken ist. Die Politiker könnten sich damit beschäftigen, wie wir mit den 1000 Jahre alten Atomabfällen weiter umgehen. Oder beschließen, dass wir weitere 1000 Jahre warten müssen, weil die Strahlung immer noch zu hoch ist. Aber was wird dann aus den Parteiprogrammen? In China ist gerade ein Sack Reis umgefallen, vielleicht sollte man sich dagegen stark machen.

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