Der Umwelthedonist – ein grüner Schädling

Eine Spezies droht in der Schweiz auszusterben: der Umweltschützer. Seit Jahr und Tag vergiesst er sein Herzblut für die Rettung der Natur – zumeist jedoch ohne durchschlagenden Erfolg. Das hinterlässt Spuren. Nicht nur in der Umwelt, die unter dem Diktat des Kapitals in zerstörerischer Weise ausgebeutet wird. Auch die Psyche leidet: Im besten Fall wandelt sich der Umweltschützer zum gekränkten Idealisten, zum Zyniker also, zumeist aber ergreift ihn ein Gefühl von Hilflosigkeit, das in Frustration münden, gar in Wut umschlagen kann. Der Umweltschützer kann das Leben nicht mehr geniessen, wird also selber ungeniessbar.

In der Ökobewegung hinterlässt der schleichende Tod dieser Spezies jedoch keine Lücke, zumindest keine offensichtliche. Denn an der Stelle des Umweltschützers macht sich zunehmend ein neuer Typus breit: der Umwelthedonist. Anders als der Umweltschützer versucht er, die Welt mit einem entspannten Lächeln zu retten. Den Lebensgenuss mag er sich allen Katastrophenszenarien zum Trotz nicht verderben lassen. Also kauft er weiter Wein aus Neuseeland – jedoch bio. Er fährt Auto – indes mit sparsamem Motor. Er fliegt nach Florida – nicht aber ohne Klimaticket.

Solange Umweltschutz nicht schmerzt, findet er Zuspruch.

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Wie gut vertragen sich Ökologie und Wohlstand? Die Frage wird uns auch in Zukunft beschäftigen. Foto: Philippe Put/Flickr

Die Umwelt schützt er damit aber nicht. Vielmehr belastet er sie zusätzlich, weil er tut, was er nicht lassen kann: konsumieren. Der Umwelthedonist weiss darum. Doch weil sein Lebensstil genussmaximiert und damit attraktiv ist, findet er immer mehr Nachahmer. Als Folge davon schrumpft die Zahl derjenigen, die seine Widersprüchlichkeit offen kritisieren. Diese Entwicklung hat eine kritische Schwelle überschritten. Mittlerweile darf sich der Umwelthedonist grün nennen – unwidersprochen. Und fast noch bedenklicher: Er fühlt sich all denjenigen moralisch überlegen, die sich einen Deut um die Umwelt scheren, dies aber nicht zu kaschieren versuchen.

Möglicherweise liegt in dieser Typenwandlung ein Mitgrund für die jüngsten Niederlagen der Ökobewegung in den kantonalen Wahlen. Solange Umweltschutz nicht schmerzt, findet er vergleichsweise breiten Zuspruch. Die Zersiedlung bremsen? Ja – aber nur, solange ich weiter ein Haus auf der grünen Wiese bauen kann! Die Energiewende vorantreiben? Auch dies eine wunderbare Idee – solange das Benzin nicht teurer wird!

Der Umwelthedonist verkennt die Lage: Umweltschutz im 21. Jahrhundert ist mehr, als nur Gewässer, Wälder, Wiesen und Tiere zu schützen. Je weiter er sich entwickelt, desto mehr neigt er dazu, in unseren Alltag einzugreifen; davon zeugen die jüngsten grünen Initiativprojekte. Die Grünliberalen wollten die fossile Energie verteuern. Doch das Volk schmetterte das Ansinnen im März mit 92 Prozent Nein-Stimmen ab.

Die historisch wuchtige Ablehnung belegt, wie unpopulär es ist, die Mobilität preislich steuern und damit die Bewegungsfreiheit der Menschen lenken zu wollen. Ein ähnliches Verdikt könnte der Volksinitiative «Grüne Wirtschaft» blühen. Die Grünen wollen damit den ökologischen Fussabdruck der Schweizer von drei Erden auf eine senken. Dazu braucht es aber mehr als Recycling, Effizienz und erneuerbare Energien. Ohne Einschränkung und Verzicht wird es nicht möglich sein, eine Gesellschaft derart fundamental umzubauen. Doch darauf verspürt der Umwelthedonist keine Lust. Instinktiv wendet er sich deshalb von den Ökoparteien ab, sobald er seinen Lebensstil bedroht sieht.

Die Ökoparteien sehen sich damit vor die Wahl gestellt: Entweder sie mutieren zu ökologischen Eunuchen und sichern sich so ihren Support. Oder aber sie bleiben ihrer Linie treu – auf die Gefahr hin, weitere Wähler zu verlieren. So der so: Der Ökobewegung stehen harte Zeiten bevor.

78 Kommentare zu «Der Umwelthedonist – ein grüner Schädling»

  • Alex Schneider sagt:

    Wenn wir weniger Geld ausgeben für unnötige Waren, sparen wir Geld. Was machen wir damit? Wir geben es anderweitig für Konsumgüter aus, was wiederum Energie und Ressourcen braucht, oder wir bringen es den Banken und Versicherungen als Spargeld und ermöglichen diesen, Kredite für Güter zu geben, deren Produktion und Unterhalt wiederum Energie und Ressourcen brauchen. Das einzige Mittel gegen zu hohen Energie- und Ressourcenverbrauch ist die Reduktion des Einkommens für jene, die sich das leisten können oder wollen. Weniger Einkommen, dafür mehr Freizeit ist auch eine Lebensperspektive.!

    • Michael sagt:

      Nicht zuende gedacht Herr Schneider. Mehr Freizeit und weniger Einkommen führt eher zu sozialen Unwohlsein. Denn mit weniger Einkommen kann ich mir meine Freizeit nicht angenehm gestalten. Wenn kein Geld da ist um zu basteln, vielleicht einê Radtour zu unternehmen etc.

      • Marcel sagt:

        Es gibt hunderte von Möglichkeiten die Freizeit zu gestalten ohne oder mit sehr wenig Geld! Eine Radtour kann man auch ohne Geld machen, einfach was zu trinken und essen mitnehmen und dann auf der Passhöhe verzehren!
        .
        Aber viele sind schon so deremassen im Konsumhamsterrad, dass man zuerst mal einen Konsumentzug machen muss wie bei einem Süchtigen und dann gibt es auch praktisch ohne Geld erstaunlich viele Möglichkeiten!

      • C. Forster sagt:

        Die besten Sachen im Leben kosten gar nichts.

    • Lea sagt:

      Genau. Ich finde es toll, dass ich es mir leisten kann, weniger als tausend Stunden pro Jahr gegen Bezahlung zu arbeiten. Dass ich dabei auf ein eigenes Auto, Luxusferien und für mich unnötige Kosnumpfodukte verzichte ist es mir mehr als wert. Dafür gönne ich mir viel Freizeit (Lesen, Wandern, Rad und GA Touren….) und Zeit um ehrenamtlich zu arbeiten.

    • Walter Bossert sagt:

      Mehr Freizeit… in vielen Entwicklungsländer haben die Leute viel mehr Freizeit als wir…. und auch viel mehr Kinder! Da kommen mir unweigerlich die Slums von Bangkok in den Sinn!

    • Marco Pfister sagt:

      100% einverstanden.

  • U.Jauch sagt:

    Also so sehe ich das gar nicht.Die MWST abzuschaffen un dafür nur noch Energie zu besteuern,dies mit den selben Einnahmen,hätte ein enormes Ungleichgewicht ausgelöst.Ebenso haben die Grünen die unbeschränkte Einwanderung und andere soziale Irrtümmer in ihrem Programm.

    • R. Merten sagt:

      Richtig, Hr.Jauch- die Grüne Partei hat heute andere Ziele wie noch vor 20 Jahren. Heute ist nicht mehr Umweltschutz das wichtigste Ziel, sondern die unbeschränkte Einwanderung, die irrwitzige 2000 Watt-Gesellschaft und die immer neuen Besteuerungformen, mit denen die fleissigen Bürger gemolken werden können. Und all die Firmen, die sich im Umfeld der Energieindustrie tummeln, werden mit Subventionen massiv unterstützt – koste es was es wolle ! Die führenden Exponenten dieser Partei sind verbohrte und sektiererische Gutmenschen, die den gesunden Menschenverstand verloren haben !

      • Felix Maire sagt:

        Toll Herr Merten. Sie scheinen aber ein sehr frustierter Mensch zu sein. Jetzt konnten Sie doch ein bisschen abbauen. Hoffentlich ist Ihnen wohler.

        • R. Merten sagt:

          Sie bringen aber keine Gegenargumente, Hr. Maire. Sagen Sie doch, wo ich nicht recht habe! Ihre Belehrungen brauche ich nicht.

          • Marcel sagt:

            „Und all die Firmen, die sich im Umfeld der Energieindustrie tummeln, werden mit Subventionen massiv unterstützt – koste es was es wolle“
            .
            Da meinen Sie doch sicher die AKW’s mit den ganzen Rückbau- und Endlagerkosten damit! Seit 1972 sind wir schon am Endlager suchen und haben dabei mittlerweile buchstäblich schon 1.3 Mrd verlocht!
            .
            Da Sie vermutlich schon ein älteres Semester sind, werden Sie leider vermutlich nicht mehr erleben, dass diese „sektiererischen Gutmenschen“ am Ende eben doch recht hatten. Aber vielleicht geht Ihnen ja irgendwann doch noch mal ein Licht auf! Hoffentlich!

          • Josef Marti sagt:

            Bleiben Sie auf dem Teppich Marcel, sonst müssen wir was das Verlochen anbelangt noch mit den Sozialwerken, Entwicklungshilfe, Asyl- und Landwirtschaftsindustrie kommen. Sektierer zeichnen sich seit tausenden von Jahren immer dadurch aus, dass sie in der Minderheit sind und die Wahrheit gepachtet haben, ansonsten haben sie nichts zu bieten, das trifft exemplarisch auf die Grünen und Grünliberalen zu.

  • Gerhard Schweizer sagt:

    Sehr guter Artikel, er bringt es auf den Punkt. Besonders bei uns Schweizern habe ich den Eindruck, dass der Umweltschutz – wie so vieles andere auch – nur für den äusseren Schein taugt. Schaut man etwas genauer hin, entlarvt er sich als Alibiübung, die uns im europäischen Vergleich auf die hinteren Mittelplätze verweist und bei der prozentualen Naturschutzfläche sogar auf den letzten Platz. Aber wir sind ja soo umweltbewusst! Ja eben, nur machen wollen wir nichts. Da interessiert uns dann eine lächerliche Debatte um Kopftücher schon viel mehr.

  • Hans Abächerli sagt:

    „…..eine Gesellschaft derart fundamental umzubauen…“ Genau, Herr Häne, wir wollen nun halt einfach mal nicht von ein paar Fanatikern „umgebaut“ werden! Ob diese Umbaufreudigen nun religiöse, oder marxistische Fundamentalisten sind, spielt dabei keine Rolle.
    Das sollten Sie und Ihre Gesinnungsgenossen vielleicht endlich mal begreifen….
    Die Grünen hatten schon mit dem Waldsterben viel Wind um nichts gemacht, eingetreten ist es nie.
    Hoffen wir also, dass das Grünesterben bald eintreten wird!

    • Stefan Bachmann sagt:

      Herr Abächerli, ich bin immer wieder erstaunt, wie viele Egoisten wie Sie es gibt. Es ist einfach schade, dass Sie nicht erfahren werden, was wir unseren Kindern für eine Welt hinterlassen. Wenn wir ein bisschen weniger egoistisch und etwas weitsichtiger wären, würden wir erkennen, dass wir so nicht länger mit der Welt, der Natur und den anderen Menschen umgehen können. Aber na ja, irgendwann erhält der Mensch die Quittung. Übrigens: Ich nehme an, Sie sind SVP-Wähler. Früher hat sich auch die SVP und die FDP für den Naturschutz stark gemacht – das war damals noch Sachpolitik.

      • André Dünner sagt:

        Es bleibt verwunderlich dass es bis heute noch Menschen gibt die nicht grün denken

        Barrier Reef: Steht davor zu kolabieren
        Amazonas Regenwald: Sein Zustand ist bedenklich
        Kalifornien USA: Steht vor Austrocknung
        Totes Meer Naher Osten: Steht vor dem Sterben
        Golf von Mexico: Flächen in der Grösse von Connecticut, USA sind tot
        Nord Pazifik: 7. Kontinent 3 x Fläche von Spanien, alles Abfall und Gift
        Weltmeere: Bis auf 35% oder weniger ausgefischt

        Ja, die Grünen braucht es wirklich.

        • Martin Richter sagt:

          Herr Dünner, sie zeigen gerade auf wo die Klimaherde wirklich am Brennen sind. Vielleicht sollte man bei solchen katastrophalen Auswirkungen auch wirklich mit der grossen Schöpfkelle anrichten. Was bringt es der Schweiz wenn wir noch mehr unweltfreundlicher werden, wenn die wirklich schlimmen Ursachen wo anders zu suchen sind? Man müsste endlich CN, USA, etc. in die Pflicht nehmen. Da dort Energie billig ist und die Produktionsbedingungen ebenfalls wird in Masse produziert. Nur wenn da endlich die Preise steigen wird ein Umdenken stattfinden und das letzte Glied der Kette automatisch sparsamer

        • peter sagt:

          @Dünner

          Ihre Argumentation sticht nicht und ist historisch nachweislich FALSCH!

          das Tote Meer ist nicht am sterben, es ist schon seit der Antike tot!

    • Paul Jenni sagt:

      @ Abächerli: Stimmt, das Waldsterben ist nicht eingetreten. Können Sie heute noch Bleibenzin kaufen? Nein, dank der Grünen. Denken Sie mal darüber nach, ob da vielleicht ein Zusammenhang besteht…

    • Reto Stadelman sagt:

      Die Umwelt interessiert sich nicht für unsere belanglosen Wünsche und Forderungen. Das ist es, was viele Grünen ihnen zu vermitteln versuchen. Irgendwann gibt es einfach nicht mehr genug Ressourcen und das wars dann. Ab diesem Zeitpunkt werden sie sparen müssen, ob sie es wollen oder nicht. Jetzt haben sie noch die Möglichkeit sich selber zu verändern. Dann werden sie verändert. Und wie sie richtig festgestellt haben: Menschen lassen sich nicht gerne verändern. Aber die Umwelt interessiert das einen feuchten Furz…

  • Martin Richter sagt:

    Herr Häne ich finde Ihren Beitrag eher etwas einseitig geschrieben. Des weiteren frage ich mich, warum die Umweltschützer von heute nur immer den lokalen Zusammenhang und nicht den globalen sehen. Die Schweiz soll grüner werden? Wäre es nicht erst besser an Orten den Hebel anzusetzten, bei dem es wirklich was bringen würde? Z.B. USA Alaska: kein Haus ist dort mit Zweifachverglasung ausgestattet, in CN werden Fabriken ohne Kaminfilterung gebaut, in Südamerika/Asien werden täglich x Hektar Grünfläche zerstört! Bevor wir Handstände machen um 0.005% CO2 einzusparen sollte lieber da was machen!

    • Markus Eisenring sagt:

      Ihre Beitrag, Herr Richter entspricht dem bekannten Totschlagargument: „Wenn der andere nicht, dann ich doch auch nicht!“ Wie wäre es mit „Das eine tun und das andere nicht lassen“? Es sei denn, man hält Umweltpolitik wahlweise für ein Luxusprojekt, von dem man abspringt, sobald Arbeitsplatzverluste am fernen Horizont drohen – oder für eine unzumutbare Einschränkung der persönlichen Freiheit. Ich bin sicher, dass die Natur Rücksicht auf diese Befindlichkeiten nehmen wird.

      • Martin Richter sagt:

        Herr Eisenring, selbst wenn wir in der Schweiz die Umweltpolitik des Grünsten betreiben würden und Null CO2 Ausstossen würden, wenn die Schweizer zusammengepfercht zu viert in einer 45qm Wohnung leben müssten, kein Geld mehr für irgendwelche Lebensmittel hätten so würde sich auf das Weltklima Null einfluss haben! Würde man aber als Gemeinschaft dafür sorgen, dass die wirklich grossen Klimasünder endlich auf die richtige Spur gebracht würden, NUR so könnte man etwas erreichen. Das war meine Aussage.

    • Gregor Zimmermann sagt:

      Mir scheint Sie denken auch nicht über Ihre Nasenspitze hinaus, Herr Richter. Da dringt die verbreitete Schweizer Arroganz durch: wir sind ja schon super, die Anderen müssen nur auch…. Warum werden wohl in Südamerika und Asien riesige Grünflächen zerstört und in China Fabriken gebaut? Weil wir Futtermittel für Schweine und Rinder importieren und weil wir die Produkte aus China kaufen. Daher geht es durchaus um unseren Lebensstil respektive den damit verbundenen Ressourcenverbrauch zu senken. Und die Handstände braucht es nicht einmal, sondern nur etwas mehr als freiwillige Massnahmen.

      • Martin Richter sagt:

        Herr Zimmermann, selbst wenn wir in der Schweiz Null CO2 Ausstoss hätten, würde das am WELTKLIMA nichts ändern. Um bei uns den CO2 Ausstoss zu minimieren müssten wir sehr wohl Handstände machen, vorallem wenn die Grau Energie berücksichtigt. Für Batterieherstellung (Elektroauto) oder Solarpanels braucht es Enorme graue Energie, welche leider von vielen Grünen einfach Ausgeblendet wird. Alle wollen Solarpanels, leider werden genau diese zu sehr billigen Preisen in CN hergestellt! Also müsste man eher schauen, dass Staaten welche wirklich Klimasünder sind auf die Richtige spur gebracht werden.

    • adlerauge sagt:

      Herr Richter, anhand Ihrer Beispiele lässt sich vortrefflich unsere Mitverantwortung oder zumindest teilhabe illustrieren.
      -> USA Alaska: Das Grundproblem ist die viel zu billige Energie. So rechnen sich Energiesparmassnahmen nie. Auch wir profitieren von den massiv zu tiefen Energiepreisen.
      -> CN: Dort werden die Unmengen von Waren hergestellt, welche wir hier kaufen, und zwar auch in Unmengen. Wir profitieren von den tiefen Preisen, welche eben nicht ohne Grund so tief sind.
      -> Südamerika/Asien: Auch wir profitieren direkt oder indirekt (Tierfutter) von billigen Landwirtschaftsprodukten.

  • Philipp Rittermann sagt:

    grundsätzlich vertragen sich ökologie und wohlstand. nur ist es auch hier eine frage des masses. wird die umwelt übermässig strapaziert, leidet sie logischerweise. die krux ist nicht der wohlstand, sondern das dogma des unbeschränkten wachstums. und hier liegt auch die verlogenheit vieler politiker und lobbyisten. man will eine 2000-watt-gesellschaft trotz stetiger, übermässiger zuwanderung. heisst nichts anderes als dass man den konsum einfach verlagert-, bzw. den selben kuchen in kleinere stücke schneidet und der bürger den selben preis bezahlt, wie für die früheren grösseren stücke.

    • Felix Zurbinden sagt:

      Lieber Herr Rittermann,

      die 2000-Watt-Gesellschaft ist pro Kopf berechnet, d.h. unabhängig von der Anzahl Zuwanderer. Andere Ziele der Schweizer Politik bezüglich Klimaschutz sind absolut, z.B. Kyoto-Ziele etc; dort ist es tatsächlich so dass die Zuwanderung es erschwert, die Ziele zu erreichen.

  • Andreas Wallner sagt:

    Ein guter Text. Bezüglich der Abstimmung mit der Steuerung über die Benzinpreise muss ich allerdings sagen, dass ich auch nein gestimmt habe. Der Bürger (ich) hat schlicht kein Vertrauen in die Regierung, dass die daraus erzielten Erträge auch für den Umweltschutz gebraucht werden. Wer garantiert mir denn, dass diese Einnahmen nicht für neue Militärausgaben gebraucht wird? Oder zum bezahlen von höheren Ratsvergütungen. Der Bund sollte vieleicht erst mal anfangen die Forschung in dieser Hinsicht mehr zu fördern. Dann findet evtl. auch ein Umdenken bei den Umwelthedonisten stadt.

    • Paul Jenni sagt:

      @ Walmer: Vielleicht lesen Sie das nächste mal, worum es geht, bevor Sie nein stimmen. Also:
      1) Bei der Energie statt Mehrwertsteuer ging es darum, die Mehrwertsteuer abzuschaffen und dafür eine Energiesteuer mit gleichem Ertrag einzuführen. Die Steuer wäre neutral gewesen (also KEINE zusätzliche Steuer)
      2) Die Initiative hat KEINE Aussage gemacht, wofür das Geld gebraucht wird. Es wäre lediglich eine Einnahmequelle des Bundes durch eine andere ersetzt worden.
      3) Das militärbudget wird vom Parlament festgesetzt, mit der Initiative hat das nichts zu tun.

  • Paul Jenni sagt:

    Vielen Dank für diesen treffenden Artikel. In der Tat wiederspiegelt er bestens die zahlreichen Online-Kommentare zu der grünen und grünliberalen Wahlniederlage vom letzten Sonntag: Alle Parteien würden sich heute für die Umwelt einsetzen, da bräuchte es gar keine grüne Bewegung mehr., war eine der Hauptaussagen.
    Nur stimmt das eben genau nicht, die anderen Parteien haben sich einen leichten Umhang grünlicher Farbe übergestreift, weil es modern klingt und der Partei einen guten Anstrich verpasst. In der Tat beschränkt sich der Einsatz aber auf Worthülsen und allenfalls Labels (Energiestadt).

    • Felix Maire sagt:

      Sie bringen es auf den Punkt. Aber wenn ein Grüner konsequent denkt und handelt, dann wird er als Sektierer und Fundi apostrophiert und belächelt.

  • Peter Krummbuckel sagt:

    Was ich schon sehr oft geschrieben habe, in der Ökobewegung gibt es zwei verschiedene Typen. Der Eine, der es wirklich ehrlich meint und sich Sorgen um das Klima / Umweltschutz macht. Der Andere, der seinen Mitmenschen mit einer Art von Ablasshandel einschränken oder pisaken will. Ist die CO2-Steuer bezahlt, ist der Bürger frei von Schuld. Übrigens Klimawandel: Hier ist noch gar nichts bewiesen, dass der Mensch die Schuld an der Erwärmung hat. Genausowenig wie das Wetter, kann das Klima über Wochen, Monate oder Jahre vorausgesagt werden.

    • Pirmin Zwygart sagt:

      Dieses: „Es ist noch nicht bewiesen“ wird unseren Untergang nur noch beschleunigen. Letztenendes versuchen uns die Kapitalisten weis zu machen, dass alles halb so schlimm ist. Das Gegenteil ist der Fall: Noch nie soviele Umweltflüchtlinge, Umweltkatastrophen, verschmutzte Umwelt und nicht mehr vorhandenes Umweltbewusstsein (Credo: Kaufen &Verbrauchen). Kurzfristig gut für die Wirtschaft, jedoch schlecht für unsere Umwelt. Scheinbar statten wir unsere Kinder lieber mit Tablets aus, als ihnen eine noch intakte Umwelt bewahren zu wollen. Wie kurzsichtig für ein scheinbar so intelligentes Wesen..

    • Paul Jenni sagt:

      @ Krummbuckel: Sie haben natürlich recht, bewiesen ist da gar nichts. Wie so oft im Leben hat man keine Beweise und muss mit den Daten entscheiden, die man hat. Das wäre in dem Fall:
      1) Unzählige wissenschaftliche Studien, die den Zusammenhang zwischen Mensch und Klimawandel als plausibel betrachten. Dagegen nur wenige Studien, die das Gegenteil behaupten und sich meist durch den Auftraggeber sowieso entlarven.
      2) Die Risikoabschätzung. Wenn die Theorie des Klimawandels stimmt und wir tun nichts, laufen wir in eine gigantische Katastrophe. Wenn nicht, haben wir nur etwas Geld verschwendet.

      • Silvio Burch sagt:

        Herr Jenni, es gibt aber auch den umgekehrte Fall, dass nachweislich in den USA Daten gefälscht wurden, dass der Mensch 100%ig die Ursache des Klimawandels ist. Der Grund hierfür? Man muss den leuten Angst machen um sie besteuern zu können. Simpel. Sonst wäre eine CO2-Steuer nie und nimmer durchgekommen. Its a lobby business!

  • Joe CH sagt:

    Obwohl ich gewiss alles andere als ein Freund der Grünen und der Ökoterroristen bin. Mir gefällt dieser Artikel sehr. Diese ganzen Öko-Heuchler nerven mich schon lange. Grüner sind diese nur, weil es gerade in ist. Nicht aber aus Überzeugung! Tesla Fahrer sind da Sinnbildlich. Man nimmt den Ökosportwagen anstatt den ÖV oder das Fahrrad oder den sparsamen Hässlichen und lahmen Kleinwagen.
    Da gebe ich lieber offen zu, dass ich schnelle Boloden mag. Egal wie viel die letztendlich saufen.

    • Hans Müller sagt:

      Ja, ja Joe. Ob man jetzt ein Umwelthedonist oder ein Umweltignorant ist, kommt letztenendes aus gleiche raus. Beim Ignorant kommt einfach das Ende etwas schneller. Aber für dich ist das ja sowieso egal, hauptsache schneller, gell?

      • JoeCH sagt:

        Naja. Bezogen auf die Umweltproblematik mögen Sie recht haben. Ich habe mich mit meinem Kommentar aber auf die heuchlerische Korrektheit bezogen welche, nicht nur bzgl. Umwelt, bei uns in Westeuropa zu grassieren beginnt. Wir sind mittlerweile genauso verblödet wie die Amis. Die Verpackung ist wichtiger als der Inhalt!
        Bezogen auf die Umwelt: Ich habe nun mal Freude an schönen Fahrzeugen (auch am Tesla). Damit bin ich nun aber Gesellschaftlich gesehen ein „Bad guy“ obwohl mein Öko-Fussabdruck wohl kleiner ist als bei so manchem Umweltpolitiker.
        Leider reichen die Zeichen nicht für Beispiele.

  • richi sagt:

    Sauber auf den Punkt gebracht! Und wenn es dann ein wissenschaftlicher Bericht nach 10 oder 20 Jahren aus dem Hintergrundbereich zu den grösseren Buchstaben schafft : Sich völlig entrüstet ob der Neuigkeit zeigen und weitere 15 Jahre debattieren ob die 99% Sicherheit nicht doch zu wenig konkret für’s Handeln sei.

  • Michu sagt:

    Ich bin so ein Umwelt-Hedonist.

    Ich mache die Welt kaputt, aber nicht so schnell.
    Aber wäre es besser ich mache damit schneller vorwärts?

    Man kann die Menschen nur in eine Richtung lenken, indem man ihnen etwas anbietet, was besser ist.
    Rückschritt will niemand.
    Bsp: Man sollte auf Fleisch verzichten? Dann sollte man was anbieten was viel besser schmeckt!

    Und sollange 80’000 Menschen jedes Jahr in die CH kommen und auch hier wohnen (was die logische Konsequenz davon ist), bringt eine persöhnliche Reduktion überhaupt nichts.

    Deterministisch: Solange sich die Menschheit vermehrt…

    • Michael sagt:

      Lustig – das ist die klassische Kommuniklationsform eines Menschen, der sein Verhalten mit dem – unbewiesenen – Verhalten von anderen Menschen erklären möchte. Klappt nur leider nie. Ausserdem widerlegen Sie sich selber durch Ihre These, das Menschen nur zu lenken sind, wenn man ihnen etwas besseres anbietet. So biete ich Ihnen beispielsweise Tofu statt Fleisch an, weil es eindeutig besser schmeckt.
      Und solange die 80′.000 Einwanderer die Schweiz verunstallten, dürfen Sie das auch. Sie sind kein Umwelt-Hedonist, Sie stehen an vorderster Reihe diese Umwelt zu zerstören.

      • Michu sagt:

        Es geht nicht drum, dass ich die Umwelt zerstören darf, weil es die anderen auch tun.

        Aber solange die Menschheit so weiterwächst, bringen Sparübungen überhaupt nichts.
        Was ich aber trotzdem versuche.

        Da wird aber keine Rasenfläche verschont.

        Man sollte erst optimieren, wenn man Löcher gestopft hat.

        Und Tofu schmeckt nicht besser. Jedenfalls mir nicht.

  • markus schellenberg sagt:

    Gut gebrüllt, Häne! Aber in einem zentralen Punkt verkommt dein Gebrüll zu einem Jammern: Nicht ein Leben mit weniger Konsum ist der Verzicht, sondern das heutige: Wir verzichten auf gesunde Luft, auf gesunde Nahrung, darauf, dass unsere Kinder auf den Quartierstrassen spielen können, wir verzichten darauf, bei schönem Wetter spontan in die Berge wandern zu gehen,. . . da fällt dir sicher auch noch vieles ein. Solange wir die Abkehr von der Konsumgesellschaft zum Leidensweg erklären (und da seid ihr Journalisten mitschuldig) solange werden wir uns krankhaft an dieser Gesellschaft festhalten!

    • Andreas Gehrig sagt:

      Blödsinn, man kann auch konsumieren ohne die Umwelt stark zu belasten. Kauf dir einen Diamantring anstatt die dicke SUV-Kiste und der Umwelt ist geholfen. Es wäre ganz einfach gewesen, schmutzige und gefährliche Energien höher besteuern. Aber der Verstand schaltet leider spätestens bei PKW ab.

      • Markus Hug sagt:

        Statt SUV einen Diamanten kaufen um die Umwelt besser zu schützen…na ja. Waren Sie schon mal in einer Diamantenmine zB in Südafrika? Dort könnten Sie miterleben, wie sehr „umweltfreundlich“ ein unterirdischer Abbau vonstatten geht…

        • Andreas Gehrig sagt:

          Den Diamanten aus der Mine zu holen kostet nur einen läppischen Bruchteil der Energie, die all die Ressourcen zum Bau dieser Lastwagen (SUVs) benötigen. Vom Rumfahren müssen wir nicht sprechen, dort gibt es noch ein ordentliches, unnötiges Pack oben drauf. Die ganze subventionierte Fliegerei gehört leider auch dazu, weil die Geschichte im internationalen Wettbewerb ist, gibt es keine Treibstoffzölle wie beim Fahrzeug. Die Betreiber könnten sich ja durch den Standort Schweiz Nachteile einhandeln. So werden alle sinnvollen Regeln schon im Ansatz genickt.

          • Martin Richter sagt:

            Herr Gehrig, da haben sie sich bei Ihrer Ökobilanz wohl verrechnet. Für Diamanten werden x Tonnen Erde bewegt mit viel Wasser wird das Erdreich gespült (Pumpen brauchen Strom), der ganze Dreckhaufen muss auch mit etwas grösseren SUV’s abtransportiert werden. Das ganze Gestein wird gesiebt, gefiltert und am Schluss schaut dann 1 Diamäntchen raus. Etwas sarkastisch geschrieben doch leider Realität. Des weiteren Verbraucht ein SUV von heute genau soviel Sprit wie ein „normales“ Auto. Können Sie gut z.B. bei Audi vergleichen, sind überall die gleichen Motoren verbaut.

      • JoeCH sagt:

        Ja, diese Pösen, pösen Autos. Natürlich ist es Schwachsinn, dass man sich einen Strassenpanzer (SUV) kauft, um die Kinder zur Schule um die Ecke zu fahren, einem ein Auto sonst aber kaum interessiert. Da täten es auch ein paar gute Schuhe.
        Aber wieso immer auf dem Auto rumhacken (was im Moment in Mode zu sein scheint) und dafür sich alles super Billig nach Hause liefern lassen. Leute wie Al-Gore reisen um die ganze Welt (sehr CO2 Neutral) um nächtigen in Luxushotels (sehr Umweltbewusst) um über den Umweltschutz zu referieren? Kein Wunder lässt sich der Normalo sein Auto nicht nehmen.

  • peter sagt:

    Entlarfend diese Einleitung:
    „Nicht nur in der Umwelt, die unter dem Diktat des Kapitals in zerstörerischer Weise ausgebeutet wird“
    Die an sich guten Umweltschutzgedanken basierend auf Einsicht und Freiwilligkeit des Individdums werden durch gewisse Kreise für reine kommunitische und manipulative Zwecke (kollektive Bevormundung, Umerziehung) missbraucht
    Beispiel eines uralten kommunistischen Ansatzes zur Besteuerung von Energie statt von Arbeit

  • R.E.Michel sagt:

    Es ist halt immer das gleiche: Alle sind sich einig: man soll sparen – aber bitte nicht bei mir. Alle sind sich einig: man soll etwas tun – aber bitte erst die anderen. Alle sind sich einig: es muss etwas getan werden – aber ich will alles beim Alten lassen.
    So sind wir Menschen – es muss immer erst die Katastrophe vor der Haustüre geschehen, bis wir merken was wir alles zerstört haben. Und dann jammern alle: man hätte doch, weshalb wurde nicht….

  • Hans Müller sagt:

    Die 92% Neinstimmen zur GLP-Initiative erklären sich in erster Linie dadurch, dass die Vorlage völlig dilettanttisch konstruiert war (Verknüpfung von MwSt und Energiepolitik). Die Energiewende hat immer noch deutlich mehr Befürworter als 8%. Das gleiche gilt für den Absturz der CVP-Familieninitiative. Für die Förderung der Familien liesse sich problemlos eine Mehrheit finden, aber nicht für eine Vorlage, die vorallem die reichen Familien bevorteilt. Mich wundert nur, dass diese Erkenntnis noch nicht beim Informationshedonisten Häne angekommen ist.

  • Reiner Pietrzak sagt:

    Das Problem wird sich von selbst erledigen. Wenn es nicht gelingt, eine Mehrheit für den gesteuerten Übergang in eine Postwachtumsgesellschaft zu organisieren, wird die Erde mit ihre begrenzten Ressourcen auch die Unbelehrbarsten durch die normative Kraft des Faktischen zum Verzicht zwingen. So oder so, die Erde wird grün!

  • Stefan Bachmann sagt:

    In vielen Punkten gebe ich Ihnen recht. Allerdings scheint es mir nicht so, dass jetzt alle Grünen plötzlich depressiv geworden sind. Es ist ja auch nicht so, dass Konsum alleine glücklich macht. Aber diese Meinung wird leider bereits unseren Kindern jeden Tag eingeimpft. Und dass die „Umwelthedonisten“, wie Sie sie nennen, mit ihrem Konsumverhalten überhaupt nichts bewirken, ist auch nicht ganz richtig. Würden alle Menschen nur noch Bio kaufen und kein Benzin und Palmöl mehr, wäre für die Natur schon einiges getan. Was aber tun? Leider zeigen Sie in Ihrem (guten) Text auch keine Lösungen auf

  • tim meier sagt:

    Wenn man bereits ein paar Jahrzehnte auf dem Buckel hat, dann hat man all die markannten Verbesserungen im Umweltschutzbereich mitbekommen. Kein Vergleich mehr zu den 60er und 70er Jahren. Wir haben uns alle eingeschränkt. Wir bezahlen alle mehr für Energie. Wir haben sehr viel investiert in Umweltschutz. Die Grenzwerte für Emissionen werden immer enger. Die Bevormundungsversuche und Angstmacherei der Ökoparteien ziehen nicht mehr. Und das ist gut so.

    • Ronald Steffen sagt:

      „Kein Vergleich mehr zu den 60er u. 70er Jahren. Wir haben uns alle eingeschränkt. Wir bezahlen alle mehr für Energie.“ Das grenzt an Realitätsverlust, konsultieren sie mal eine Memory Clinic! Eine Flugreise ist heute x Mal billiger als damals, fürs Benzin zahlen wir proprtional weniger, über die Schweiz ziehen sich Autobahnen wie Lebensadern (der Verkehr hat sich vervielfacht) und unterdessen sind einige Tiere ausgestorben oder schwer bedroht. Wir haben uns nicht eingeschränkt, sondern zerströren weiter. Zum Glück gibt es die Grünen – die glp, welche primär Wachstum propagiert ist nicht grün

  • Daniel Wigger sagt:

    Was ist besser: ein paar grüne Fundies oder eine Mehrheit von „Umwelthedonisten“? Natürlich ist es noch kein Zielpunkt, aber schon mal ein Fortschritt. Wenigstens haben sie denn schon mal erkannt, worum es geht.

    Wobei ich nicht überzeugt bin, ob sie es wirklich wissen: Nur gegen die Atomkraft zu sein nützt nicht um die Umwelt zu schützen. Die gesamte Umweltschutzbewegung geht in die total falsche Richtung, und den meisten „Grünen“ geht es im Grunde genommen immer noch um eine gesellschaftliche Umwandlung in Richtung klassenlose Gesellschaft. Mit diesen „Grünen“ habe ich nichts am Hut.

  • Michael Berger sagt:

    Der Umweltschutz scheitert an einer Art Allmendenproblematik oder Gefangenendilemma, wenn er nicht durch Idealismus angetrieben wird:
    Da echter Umweltschutz für den Einzelnen Konsumeinschränkungen (=Kosten) mit sich bringt, muss dieser Einzelne, sofern er nicht Idealist ist, als Gegenleistung einen persönlichen Nutzen (=Gewinn) davon haben, also eine intaktere Umwelt. Wenn nun zu viele andere Leute nicht mitmachen, entfällt der Nutzen, womit man nur noch persönliche Kosten hat. Hat man Reste eines Idealismus, wird man zum Umwelthedonist, ansonsten lässt man es ganz bleiben.

    • Marc Meier sagt:

      Das finde ich perfekt auf den Punkt gebracht, danke! Der Mensch als ökonomisch handelndes Wesen entscheidet sich gegen so ein Verlustgeschäft, selbst wenn er die grösseren Zusammenhänge (’so kann es nicht ewig weitergehen‘) begreift.

    • Michu sagt:

      Genau so sehe ich es auch.

      Dass alle mitmachen (oder die Meisten) kann man aber nur erreichen, wenn es entweder ideologisch von allen getragen wird oder vom Gesetz wegen her verordnet.

  • Thomas Hitz sagt:

    Was nützen – in Bezug auf die Schweiz – pro Kopf bezogene Ressourceneinsparungen, wenn die dadurch gewonnenen Reduktionen durch Zuwanderung bedingten Mehrverbrauch überkompensiert werden? Alle grünen Parteien haben sich letztlich gegen eine Beschränkung der Zuwanderung ausgesprochen, und damit einen Mehrverbrauch von Ressourcen bewusst in Kauf genommen. Weshalb soll ich diese Parteien, die meine ökologischen Bedürfnisse nicht abdecken, noch wählen? Zumal die Grünen eine billige Kopie der SP darstellen. Dann kann ich gleich das Original wählen.

  • meier susi sagt:

    Also, packen wie es an statt zu lamentieren. Mein Mann und ich benutzen nur Öv und Velo, fliegen nirgendwo hin, kaufen Fair Trade Produkte,(ist übrigens eine der effizientesten Möglichkeiten, die Flüchtlingsströme zu minimieren) Bio und beim Bauer. Wir teilen unser gemietetes 7 Zmmerhaus mit weiteren 3 Erwachsenen (davon 2 Flüchtlingsfrauen mit 2 Kindern).Wir verdienen netto Fr.5000.-, können noch einiges in Projekte in Westafrika investieren und leben sehr glücklich und zufrieden. Ist kein Märchen, möchte nur einen möglichen Lebensstil aufzeigen. Auch unsere Kids haben diesen sehr geschätzt.

    • JoeCH sagt:

      @Susi Meier: Komisch, ich verdiene fast das Doppelte wie sie, und bin froh, wenn ich mir für meine Familie eine 5.5-Zi-Whg. Leisten kann. Das lässt mich vermuten dass Sie entweder auf dem Land wohnen, wo man noch zahlbaren Wohnraum findet (und zur Arbeit reisen muss) oder dass Sie viel Geld vom Staat erhalten. Von einem 7-Zi-Haus können wir jedenfalls nur träumen. Ob gemietet oder gekauft.

      • Lea sagt:

        Beim Wohnen lässt sich tatsächlich extrem viel Geld (und Ressourcen) sparen. So beträgt die Miete für eine Moderne 5,5 ZW im Stadtzentrum ein vielfaches eines halben (die MitbewohnerInnen zahlen vermutlich auch) 7 Zimmer Hauses auf dem Land. Zusätzlich Miete sparen, lässt sich, wenn man Gebrauchspuren am Mietobiekt tolleriert oder den Unterhalt sogar selber übernimmt (benötigt Zeit).
        Freunde von mir Zahlen nur 1000Fr. Monatsmietefür ein altes Zweifamilenhaus, weil sie sämtliche Renovationen selber machen und bezahlen (im ersten Jahr rund 15’000 Fr. (Heizung) danach deutlich weniger).

      • susi meier sagt:

        7km von Bern, fahre 3x pro Woche 30km mit dem Velo zur Arbeit, mein Mann betreut Tageskinder zu Hause. Wir teilen uns die Miete zu Dritt, 1 Frau mit Bébé wohnt zur Zeit gratis, die andere bezahlt etwas an die NK. Wenn jede von uns eine eigene Wohnung hätte sähe dies klar ganz anders aus.Genau dies meine ich, wie gestalte ich mein Leben? Es gibt doch so viele Möglichkeiten sozial und umweltverträglich zu leben. Hier nur eine Idee. Übrigens, ich wähle EVP eine Mittepartei die sich für Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit, und Menschenwürde engagiert.Und i.d.R. auch lebt was sie sagt!

  • Marco Marconi sagt:

    Es ist auch nicht einzusehen, weshalb wir unseren hart erarbeiteten Wohlstand freiwillig auf dem Öko-Altar opfern sollten.

    • Hans Müller sagt:

      Aber dass wir unsere Lebensgrundlagen auf dem Konsum- und Wachstumsaltar opfern, das ist dann einzusehen??? Wir haben den Punkt, an welchem mehr Wohlstand auch mehr Lebensqualität bedeutet, längst überschritten. Die Herzinfarktgesellschaft lässt grüssen.

  • Markus Eisenring sagt:

    Zwei aus meiner Sicht besonders absurden Argumentationslinien in diesem Blog möchte ich entgegnen: 1. Grüne resp. Politik zur Erhaltung einer intakten Umwelt wird abgelehnt, weil die grüne Partei die Einwanderung nicht als grösstes Problem ansieht (Ecopop lässt grüssen). Aber Umweltschäden machen nicht an nationalen Grenzen halt, sie sind ein globales Problem. 2. Grüne Politik sei sozialistisch oder gar kommunistisch, weil sie das freie Individuum bevormunden wolle. Das ist eine Retrohaltung. Wir müssen vorwärts denken, mit unserer Wachstums-, Konsum- und Genussideologie werden wir scheitern.

    • JoeCH sagt:

      Grundsätzlich haben Sie recht. Aber wissen Sie, das ökologische Leben wie Anno dazumal mit eigenem Gemüsegarten, und der Natur (=Erholungsgebiet) vor dem Haus können sich nur noch gaaaanz wenige Leisten. Bei diesen Bodenpreisen und dem „Verdichteten Bauen“ sucht man sich die Lebensqualität halt im Konsum und nicht in der Natur. Kommt noch hinzu dass Dinge wie Baumhaus bauen, am Bach spielen, Klettern usw. entweder Verboten werden (Bauvorschriften, Umweltschutzgebiet) oder als zu Risikoreich (Rabeneltern) abgestempelt wird. Dann geht’s halt mit dem Auto in den Indoorspielplatz oder auf’s Land.

  • Willi Zimmermann sagt:

    ‚Umwelthedonisten‘ sind Menschen, die eigenverantwortlich handeln, indem sie verbrauchsarme Fahrzeuge einsetzen oder ihr Gebäude energietechnisch auf Vordermann bringen, ganz ohne Zwang. Die Eigenverantwortung und Faszination neuer Technologien wird gewaltig unterschätzt. In jedem Bürger/jeder Bürgerin steckt ein wenig ‚grünes Herzblut‘, man sollte dieses fliessen lassen, es entsteht dadurch ein reissender Fluss. Ein wenig Bescheidenheit würde der 8%-Partei ganz gut tun, 8% der Wahlbürgerinnen sind nicht das Mass aller Dinge, aber viele freiwillige gute Dinge ergeben das erwünschte Mass.

  • Peter Dietiker sagt:

    Seit ein gewisser George W. Bush sogar zweimal zum Präsidenten des angeblich wichtigsten Landes der Welt gemacht worden ist, seit dieser Zeit habe ich allergrösste Zweifel, dass dieser Planet noch zu retten ist. Grüne hin oder her. Die Weltmächte und die, die es werden wollen, unternehmen wirklich alles, um diesen Planeten unwiderruflich, substantiell und nachhaltig zu schädigen. Was nützt es da, wenn wir in der kleinen Schweiz etwas Umweltschutz betreiben?

  • Thomas Mueller sagt:

    Das einzige Umweltproblem auf dem Planeten ist der Mensch selbst. Nicht die Tatsache wie sparsam oder enthaltsam wir leben, sondern der exponentielle Wachstum der Bevölkerung ist das Problem.

    Solange die Politik nicht hier ansetzt, ist jegliches Gerede von Umweltschutz nicht ernstzunehmen.
    Die Grüne Partei ist eine Versinnbildlichung von etwas, was die Welt nicht braucht. Auch wenn jeder Mensch nur 5Watt pro Jahr verbrauchen würde, bei dem Wachstum wird eines Tages auch das zuviel.

    http://www.zukunft-frieden-schulze.de/image/schwein.jpg

    • Ursula Badertscher sagt:

      Das exponentielle Wachstum ist tatsächl. das Hauptproblem. Allerdings weniger dasjenige der Bevölkerung, als jenes welches das Geldsystem von uns allen via Realwirtschaft abnötigt, damit dieses Ponzi-Schneeballsystem überhaupt funktioniert.
      Umwelthedonisten (Ich nenne sie Öko-Kapitalisten) sind durch & durch $ystemlinge die von der gleichen wachstumsgeilen Tumor-Mentalität angetrieben werden, wie jeder andere Geldgesellschaftskonform konditionierte Homo Economicus des Spätkapitalismus auch. Der Homo Sapiens kann erst dann umweltverträglich werden, wenn er seine Befreiung vom Geldsystem zulässt

  • David Stoop sagt:

    Naja, die 92% Ablehnung der GLP-Initiative dem „Verschwinden des Umweltschützers“ anzulasten ist etwas gar populistisch. Zumal andere angenommene Initiativen im Bereich Umweltschutz sich auch schon früher durch „Hedonismus“ auszeichneten. Beispiel wäre die Alpenschutzinitiative: ein Verbot von Verkehrsausbau nur dort, wo nicht die Bevölkerungszentren sind. Ja, da hat sich der Wähler aber sehr viel Leiden und Verzichten geleistet, echt. Keine LkWs im Mittelland wäre mutig gewesen, aber wer will schon vor leeren Regalen im Supermark stehen?

  • David sagt:

    Enthält der Artikel nicht einen Argumentationsfehler? Wenn sich der Umwelthedonist den Flug nach Florida freiwillig mit einem umweltfreundlichen Klimaticket verteuert, weshalb sollte er dann gegen eine Benzinpreiserhöhung sein? Meines Erachtens schreibt Stefan Häne da über zwei verschiedene Typen von Menschen.

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