Linke, gebt das Privileg der Frauen auf!

Die Linke taktiert geschickt: Bei den Verhandlungen zur Altersvorsorge 2020 im Ständerat hat sie der Mitte einen Kompromiss abgerungen. Die AHV-Neurenten sollen erhöht werden. Als Drohkulisse haben die linken Parteien und die Gewerkschaften ein Referendum aufgebaut – und klargemacht: Die beiden grossen Kröten, das höhere Frauenrentenalter und den tieferen Umwandlungssatz, schlucken sie nur, wenn die Renten in der ersten Säule angehoben werden. Andernfalls zerren sie die Mammutreform vors Volk.

Das tiefere Rentenalter stammt aus einer Zeit patriarchalischer Strukturen und konservativer Weltbilder.

GEWERKSCHAFT, RENTE, RENTEN, RENTENKLAU,

Ein alter Zopf: Gegen die Erhöhung des Frauenrentenalters wurde bereits 2009 demonstriert. Bild: Steffen Schmidt (Keystone)

Weil der Kompromiss den Ständerat komfortabel passiert hat, fiel der linke Widerstand gegen das höhere Frauenrentenalter moderat aus. Doch das wird im Nationalrat anders sein: Dort steht die Rentenerhöhung auf Messers Schneide. Das Frauenrentenalter, einer der wichtigsten Bausteine der Vorlage, wird dann wieder zur zentralen Verhandlungsmasse werden. Denn Frauenorganisationen und Linke beharren darauf: Das Rentenalter soll für Frauen erst von 64 auf 65 Jahre erhöht werden, wenn Lohngleichheit herrscht und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sichergestellt ist. Nur zum Preis höherer Renten würden sie diese Forderung zurückstecken.

Unbestritten: Frauen haben wegen des nicht erklärbaren Teils der Lohndifferenz zu den Männern und wegen unbezahlter Betreuungsarbeit noch immer handfeste wirtschaftliche Nachteile. Und es stimmt, dass sich Teilzeitarbeit und niedrigere Löhne negativ auf die Renten vieler Frauen auswirken.

Dennoch ist es falsch, dass die Linke und die Frauen diese Bedingung mit der Rentenreform verknüpfen – aus zwei Gründen: Zum einen darf die ohnehin schon hochkomplexe Vorlage nicht mit weiteren Forderungen überfrachtet werden. Das gefährdet ihren Erfolg unnötig. Die strukturellen Benachteiligungen der Frauen zu beseitigen, muss für Politik und Wirtschaft zwar deutlich höhere Priorität haben als bisher – aber nicht im Rahmen der Altersvorsorge 2020.

Zum anderen sind die Gründe für eine frühere Rente der Frauen längst überholt. Bei der Einführung der AHV 1948 lag das Rentenalter beider Geschlechter bei 65 Jahren. 1957 wurde jenes der Frauen gesenkt – mit der Begründung, ihre Körperkräfte würden im Alter früher nachlassen. Zudem hatten verheiratete Frauen keinen eigenständigen Rentenanspruch. Sobald sie 60-jährig wurden, wurde stattdessen die AHV-Rente ihrer Männer durch eine höhere Ehepaarrente ersetzt. Das wiederum benachteiligte Unverheiratete, die erst später in Pension gehen durften.

Der historische Exkurs zeigt: Das tiefere Rentenalter stammt aus einer Zeit patriarchalischer Strukturen und konservativer Weltbilder. Zur modernen, finanziell unabhängigen Frau passt es nicht mehr. Dass ausgerechnet die progressive Linke derart daran festhält, widerspricht ihren eigenen propagierten Werten. Gemäss einer repräsentativen Umfrage des Instituts für Politikwissenschaft der Universität Zürich ist es denn auch vorab die SVP-Basis, die einem höheren Frauenrentenalter kritisch gegenübersteht – und nicht die linken Wählerinnen und Wähler. Zeit also, dass die Linke diesen alten Zopf abschneidet.

54 Kommentare zu «Linke, gebt das Privileg der Frauen auf!»

  • Hotel Papa sagt:

    ‚Walking the walk‘ ist härter als ‚talking the talk‘.

    (Aber oh so viel überzeugender.)

  • Meier Pirmin sagt:

    Das biologische Argument, die Körperkräfte der Frau würden früher nachlassen, war eine geradezu zynische Zurechtweisung der Wirklichkeit. Langlebigkeit der Frau war schon im 16. Jahrhundert Gegenstand medizinischer Forschungen. Der Schweizer Arzt Paracelsus aus Einsiedeln ging von der Unverwüstlichkeit der Frauen ab den Wechseljahren aus, während die Sterblichkeit der Jüngeren früher hoch war. Hat eine Frau mal gewisses Alter erreicht, scheint sie nicht mehr umzubringen. Die Einschätzung der Frauen als das schwache Geschlecht erwies sich als Irrtum, dem nur noch Realitätsverweigerer anhängen.

  • Tom Maier sagt:

    Paul Rechsteiner, einer der wichtigsten Linken Politiker zum Thema AHV, ist für ein Rentenalter 65 für Frauen. Der reisserischeTitel ist somit unkorrekt.

    • Rechsteiner sagte am 14.9.15 im Ständerat (Zitat gemäss provisorischem Protokoll): „Ich stelle Ihnen hier mit meiner Ratskollegin Liliane Maury Pasquier den Antrag, beim heutigen Frauenrentenalter zu bleiben, im Wissen darum, dass wir mit diesem Antrag hier keine Chancen haben.(…) Wenn man von den heutigen Realitäten ausgeht – diese sind ja massgebend für uns -, dann bedeutet die Heraufsetzung des Frauenrentenalters nichts anderes als eine empfindliche Verschlechterung der Situation beim Rentenalter für die meisten Frauen.“

  • Meier Pirmin sagt:

    Das biologische Argument, bei Frauen würden die körperlichen Kräfte früher nachlassen, war in dieser Pauschalität auch bei früheren Generationen wirklichkeitsfremd. Der Schweizer Arzt Paracelsus (1493 – 1541) aus Einsiedeln befasste sich im 16. Jahrhundert mit der Langlebigkeit der Frau bei Beachtung der hohen Sterblichkeit im gebärfähigen Alter. Ab den Wechseljahren seien aber die Frauen kaum mehr umzubringen. Die Mär vom „schwachen Geschlecht“ traf biologisch nie zu, wird nur von Realitätsverweigerern aufrechterhalten, politisch von Ideologen der dauernden und automatischen Benachteiligung.

  • Patrick Biegel sagt:

    Ich fühle mich echt schwach heute und meine Körperlichen Kräfte habe auch nachgelassen…. Kann ich jetzt mein Rentenalter senken?

  • Hans Hintermeier sagt:

    Gute Analyse. Es zeigt einmal mehr, dass der Feminismus nur vordergründig vorgibt Gleichberechtigung herzustellen zu wollen. Wie das Wort bereits sagt, ist er ein „Ismus“ und da geht es vorwiegend um die Interessen der eigenen Klientel. Ungleichbehandlung von Männern werden konsequent ignoriert oder gar gefördert (z.B. Rentenalter, Militärdienst- ersatzpflicht ….). Es wird Zeit, dass wir Männer auch eine Lobby gründen, die diesen Namen verdient hat (und nicht nur ein verlängerter Arm des Feminismus/Gleichstellungsbüros ist)

  • Philipp M. Rittermann sagt:

    ich sehe nicht ein, wieso auch die frau nicht bis 65 arbeiten sollte. es ist schade, dass von einigen soo emanzipierten feministinnen die gleiberechtigung doch sehr einseitig ausgelegt wird. mehr habe ich zu diesem thema nicht zu sagen.

    • Patrick Le Cloarec sagt:

      …Welche Frau möchte auf ungerechtfertigte Vorteile (Bevorzugungen aller Arten) verzichten und sich damit an die Männer gleichstellen? …Um das geht es schlussendlich.

      • Tömu sagt:

        @Cloarec: Ihr Kommentar ist Realsatire in Reinform. Hier setzen wir gerade Kommentare ab unter einen von einer Frau verfassten Artikel gegen das tiefere Rentenalter der Frau.

  • Malena sagt:

    Die Verknüpfung verschiedener Reformen mit Ziel der Gleichstellung ist in der Tat meist heikel. Einerseits, weil die Themen unterschiedlich geartet sind (Fragen wie Rentenalter, Sorge- und Obhutsrecht etc. sind noch auf Stufe Gesetz anzugleichen, Lohngleichheit ist längst Gesetz aber wird in der Wirtschaft z.T. noch unterlaufen). Andererseits weil das tit for tat (ich setz mich nur für deine Rechte ein wenn ich etwas für mich rausholen kann) eher Misstrauen schürt. Klar gab es auf der Frauenseite früher viel Nachholbedarf, inzwischen finde ich die Gleichstellungsbemühungen ziemlich ausgewogen.

    • Martin Frey sagt:

      Hier schliesst sich der Kreis zu den Diskussionen der letzten Tage, Malena. Leider scheint die tit for tat Strategie unverändert immer noch die Verweigerungshaltung der Wahl zu sein. Obwohl, wie Sie korrekt anmerken, die grossen Gleichberechtungsfragen auf Frauenseite weitgehend aufgeholt wurden. Die Lohngleichheitsfrage ist ein Totschlagsargument das immer in solchen Situationen gebetsmühlenartig vorgebracht wird, um zu verhindern dass Gleichberechtigung auch gleiche Pflichten mit sich bringen. Vom ganz grossen offenen Ungleichheitsthema, der Dienstpflicht, wird tunlichst gar nicht geredet.

    • mila sagt:

      @Malena, @Martin Frey: Schliesse mich hier ebenfalls an, ‚tit for tat‘ scheint mir hier (wie so oft) nicht zielführend. Und: Gegen eine Ausweitung der Dienstpflicht auf Frauen hätte ich nichts einzuwenden – sofern diese eine Wahlmöglichkeit (Zivildienst) für beide Geschlechter einschliessen würde. Es wäre wirklich langsam an der Zeit, derart überholte Zöpfe abzuschneiden.

      • Martin Frey sagt:

        Bei mir rennen Sie damit offene Türen ein, mila. Seit längerem würde mir eine Vision einer allgemeinen Dienstpflicht (nicht Wehrpflicht) vorschweben mit absoluter Wahlfreiheit, meinetwegen mit einer Sperrminorität für das Militär. Dieses würde dann weitgehend auf Freiwilligkeit aufbauen und hätte dann auch die entsprechend motivierten Leute, Frauen wie Männer. Die Idee der Dienstpflicht wäre, dem Staat und damit dem Allgemeinwesen wenigstens einmal im Leben etwas zurückzugeben. Diesen Gedanken finde ich für Frauen und Männer wichtig, zudem förderte es eine Sozialisierung über Schichten hinweg.

  • Detzlev K.E. Bandi sagt:

    Die Jungen vergessen, dass wir jahrelang für sie bezahlt haben, Ausbildunbg, Kleidung, Essen etc und aus Jungen werden Alte, die im Alter auch eine anstämdige Altersversorung wünschen.

    • Hans sagt:

      Richtig. Allerdings zahlen auch wir unseren Jungen Ausbildung, Essen und Kleidung und auch wir möchten in Zukunft gerne eine anständige Altervorsorge. So wie es allerdings momentan läuft, werden wir in Zukunft gar keine Altervorsorge haben, weil die Karre momentan gegen die Wand gefahren wird.
      Zur Erinnerung: Bei der Einführung der AHV war das Durchschnittsalter massiv tiefer als heute, nämlich unter 70 Jahren. Heute ist es bei ca. 81 Jahren. Ergo sollte das Pensionsalter entsprechend raufgeschraubt werden oder die Beiträge gekürzt. Sonst funktioniert das System mathemisch gesehen gar nicht.

    • cyan jaeger sagt:

      Darf daran erinnert werden, dass Sie von niemanden gezwungen wurden Kinder in die Welt zu setzen deren Auslagen sie als Eltern zu tragen hatten bzw. haben? Das Argument, dass Sie für die Jungen auch bezahlt haben, greift nicht wirklich, denn es gibt wohl viele Arbeitende, die heute AHV bezahlen, deren Empfänger sie nicht kennen und von dem sie auch nocht nie etwas an monetärer Leistung entgegen nehmen durften.

  • Boss Werner sagt:

    Es gibt in der ganzen Schweiz nichts verknorzteres als das Thema AHV. Man weiss seit Jahrzehnten, dass die Leute dank besserer medizinischer Versorgung älter werden,aber “ man “ will es einfach nicht wahrhaben! Man will auch nicht wahrhaben dass es riesige Unterschiede gibt in der Arbeitsfähigkeit der über 60 jährigen! Von den fehlenden Stellen weigert Bern sich schlicht zu reden! Das sind keine Volksvertreter, wenn sie nicht im Stande sind unsere Alten so zu versorgen das sie nicht tief verschuldet sterben müssen!

    • Martin Kalt sagt:

      Es gibt in der Tat noch ein paar Baustellen bei der AHV. Während diejenige, die über die Lehre ins Berufsleben einsteigen auf nahezu 50 Beitragsjahre kommen bis zum offiziellen Rentenalter, sind es bei der hochschulischen Ausbildung mindestens 10 Jahre weniger.
      Aus meiner Sicht wäre es da besser, auf eine Anzahl Beitragsjahre abzustellen statt auf ein fixes Rentenalter.

  • Stefan Meier sagt:

    Ihre Argumentation, Frau Birrer, ist sehr einseitig und es stimmt mich traurig, dass diese noch von einer Frau kommt. Die Frauen werden seit Jahrhunderten in der Schweiz diskriminiert. Das Rentenalter für Frauen wurde bereits 1994 von 62 auf 64 erhöht. Die Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern werden seit Jahren von der Politik kritisiert, aber nichts wurde dagegen unternommen, zudem verstösst das gegen die Verfassung.

    • Silvio Burch sagt:

      Das mit der Lohnungleichheit ist schlicht falsch. Die Studien haben lediglich ALLE Löhne der Frauen sowie der Männer zusammengezählt und die Differenz ausgerechnet. Arbeitspensum, Geschäftserfahrung, Schulen etc. wurden nicht eingebunden. Nach miteinbeziehen dieser Faktoren beträgt ein „nicht erklärlicher“ unterschied lediglich 2%. Dies ist wohl auf das Verhandlungsgeschick zurück zu führen.

  • Auch ein Hans sagt:

    „Frauen haben wegen des nicht erklärbaren Teils der Lohndifferenz zu den Männern“
    Wieviel % waren das nochmal? Dann sollen Frauen doch einfach mal aufhören die Löhne zu drücken.

    „Und es stimmt, dass sich Teilzeitarbeit und niedrigere Löhne negativ auf die Renten vieler Frauen auswirken“
    Dann arbeitet doch einfach Vollzeit (hindert Euch jemand daran?) und studiert etwas das man auch brauchen kann, z.B. Ingenieur statt Gender Studies. Aber das ist wohl zuviel verlangt. Stattdessen spielen Frauen viel lieber die ewige Platte von der Benachteiligung qua Geschlecht.

    • Claudia sagt:

      Lieber Hans, es ist leider oft so, dass Frauen ab 30 schief angeschaut werden, wenn sie 100% arbeiten – egal ob sie Kinder haben („Rabenmutter“) oder nicht („karrieregeile Emanze“). Und es ist oft auch so, dass der männliche Partner seine wichtige Karriere nicht gefährden will durch Teilzeitarbeit zwecks Nachwuchspflege, das ist ja schliesslich die Aufgabe der Mama. Was darin resultiert, dass Frauen immer noch häufiger in Teilzeitjobs anzufinden sind und damit ein tieferes Lohneinkommen haben, was sich direkt auf das spätere Alterseinkommen (AHV, 2. und 3. Säule) auswirkt.

      • Sportpapi sagt:

        @Claudia: Daran ist gar nichts zwangsläufig. Das „schief anschauen“ ist irrelevant oder einfach eine billige Ausrede. Und was, wenn auch die “ weibliche Partnerin ihre wichtige Karriere nicht gefährden will durch Teilzeitarbeit zwecks Nachwuchspflege“? Dann gibt es entweder einen Kompromiss oder keine Kinder. Aber für seine Bedürfnisse einstehen muss frau natürlich schon selber.

  • Hans Müller sagt:

    Bis heute gibt es keine plausible Studie über die angeblichen Lohndifferenzen. Also kann damit sicher kein Anspruch auf ein tieferes Rentenanlter begründet werden. Und über den Militärdienst sagt ja auch niemand etwas – da, wo eine tatsächliche Diskriminierung, aber auf die andere Seite, stattfindet.

  • Stefan W. sagt:

    Das Erstaunlichste ist ja eigentlich schon, dass über so eine Selbstverständlichkeit wie gleiches Rentenalter für Mann und Frau soviel diskutiert wird. Unterschiedliches Rentenalter erscheint mit ähnlich abwegig, wie unterschiedliches Volljährigkeitsalter.

  • Sven Frei sagt:

    Zur modernen, finanziell unabhängigen Frau passt es nicht mehr. Warum sucht man wieder den Grund und die Rechtfertigung bei den Frauen? Es wiederspricht dem Gleichstellungsgesetz, ENDE der Durchsage. Ich bin ein Mann und werde benachteiligt, darf ich mich nicht wehren? So weit sind wir schon. Von längerer Lebenserwartung und damit längerem Rentenbezug höre ich übrigens auch nichts.

  • Reto Meier sagt:

    Der grösste „Vorteil“, die Witwenrente (selbst für Kinderlose), bleibt ja den Frauen erhalten.
    Bei der „Lohnungleichheits-Lüge“ warte ich immer noch auf ein KONKRETES Beispiel; keine Statistik. Zwei Arbeitsverträge, alles aufs Komma gleich bis auf den Lohn. Das gabs mal, das war aber Anfangs der 80er-Jahren. Bei der Zürich Versicherung ergab eine Erhebung, dass bei gleicher Ausbildung (Eidg. Diplom) ein kunterbuntes auf und ab der Löhne herrscht. Manchmal verdiente eine Frau mehr, manchmal ein Mann. Also es ist vor allem abhängig von Verantwortung, Verhandlung, Alter (Erfahrung), Ausbildung.

  • Marc Jenal sagt:

    Was hat dass eine mit dem anderen zu tun? Unvereinbarkeit von Beruf und Familie ist auch für einen Mann ein Problem, warum soll er deshalb weniger lang als eine Frau arbeiten müssen? Höhere Löhne sind meist Verhandlungssachen! Man könnte auch argumentieren, dass Frauen aufgrund der höheren Lebenserwartung länger arbeiten müssen.
    Aus meiner Sicht machen sich Linke und Gewerkschaften lächerlich wenn sich hier mit abstrusen Argumenten ohne Zusammenhang diesen alten Zopf noch behalten wollen.

  • Albert Muri sagt:

    „Das tiefere Rentenalter stammt aus einer Zeit patriarchalischer Strukturen und konservativer Weltbilder“
    Falsch, es stammt aus einer Zeit, als Frauen Kinder geboren haben, um das Unsinnssystem mit frischem Menschenmaterial weiter am Laufen zu halten. Ansonsten kennt man Stellungnahmen wie im Artikel zu Genüge. 1972 gab es auch Strateginnen, die sich vehement gegen das Frauenwahlrecht ausgesprochen haben. Organisiert waren sie im Schweizerischen Frauenkomitee gegen das Frauenstimmrecht.
    Wird für den Titellsogan „Linke, gebt das Privileg auf“ eine Lizenzgebührt bei Klöppel oder Somm fällig?

    • Meier Pirmin sagt:

      1971 ging es um genau das Gegenteil, nämlich die Aufrechterhaltung der Ungleichheit. Frau Birrer argumentiert aus der Position des bisher Erreichten, wohl als Postfeministin, wie heute viele jüngere Frauen. „Von Köppel bezahlt“ erinnert an 1947, als die AHV-Befürworter angeblich von Moskau bezahlt waren, damals noch mit gleichem Rentenalter für Mann und Frau, weil die AHV für die damaligen Schweizer Frauen schon eine unverhältnismässige Wohltat war im Vergleich zu früheren schweren Zeiten. Übrigens massgeblich von FDP u. ihrem Bundesrat durchgebracht, SP wäre allein auf weiter Flur geblieben.

      • Albert Muri sagt:

        Es mag sein, dass statt reaktionär heute „postfeministisch“ besser tönt, es ändert aber nichts daran, dass immer noch Frauen die Kinder bekommen und damit die Basis in die Welt setzen, dass überhaupt etwas IST.
        Solange sich das nicht ändert, ist jedes Gerede von „Gleichberechtigung“, erst recht wenn sie im skandinavischen Vergleich so armselig ausfällt, überflüssig.

  • Tomislav Boskovic sagt:

    Als bekennender Linker bin ich sowieso für die Abschaffung der Geschlechtskategorien bei den Renten, aber auch anderswo. Wenn schon der Staat diesen Unterschied künstlich aufrecht hält, warum sollte dann die Wirtschaft überhaupt daran denken gerechte Löhne zu bezahlen? Diskriminierung aufgrund des Geschlechts muss zuerst im Gesetz beseitigt werden, bevor man sich anderen Bereichen zuwenden kann.

    • Blanche Wu sagt:

      und wo sind die Beweise für die Diskriminierung aufgrund des Geschlechts? Ich als Frau wurde noch nie diskriminiert. Nicht im ÖV, nicht im Beruf, nicht Privat.

      • Tomislav Boskovic sagt:

        In diesem Fall handelt es sich um die Diskriminierung der Männer. Ja, man staune, auch das ist möglich. Was ich sagen will, ist, dass der Staat bei der Gleichstellung vorangehen muss und eben gesetzliche Unterschiede abbauen muss.
        Abgesehen davon bedeutet Ihre Erfahrung, nicht diskriminiert zu werden, nicht, dass es anderen auch so geht.

  • Kurt Lenggenhager sagt:

    Es gibt noch weitere für eine Erhöhung des Frauen-Rentenalters:
    – Eine Ungerechtigkeit lässt sich nicht durch eine andere rechtfertigen. De Argumentation, wir stimmen der Rentenerhöhung zu, wenn die Lohnungerechtigkeit beseitig ist, kann nicht gebraucht werden.. Männer könnten auch argumentieren, wir stimmen der Lohngleichheit zu, wenn ein Vaterschaftsurlaub eingeführt ist.
    – wenn bei tiefen Löhnen und Teilzeitanstellungen ein Problem bei den Renten besteht, soll dies angegangen werden. Dann profitieren davon Frauen und Männer mit tiefen Löhnen.

  • Boss Werner sagt:

    Und so „stürmen“ sie den hin und her und es wird wieder nichts gescheites bei dieser Reform heraus kommen !! Da kann ich die Politiker der 1940 iger Jahre nur bewundern , die hatten zusätzlich noch ganz andere Probleme zu bewältigen als die AHV einzuführen! Alle Achtung.

  • Hans sagt:

    Also in der letzten Studie gabs schlussendlich einen nicht erklärbaren Lohnunterschied von ein paar Prozenten. Die Autoren und die Medien mit haben dann einfach pauschal mal gesagt, dies sei die Diskriminierung der Frauen.
    Nur ist es leider lachhaft zu sagen, es sei Diskriminierung, wenn mans 1. nicht beweisen kann und 2. ein anderer Grund die Differenz erklären könnte.

  • Martin Bär sagt:

    Hallo! Aufwachen!
    Die Erhöhung des Frauen-Rentenalters ist doch nur der erste Schritt für eine RENTE FÜR ALLE AB 67!
    FDP, Economiesuisse & Co. habe dies ja schon kommuniziert!!!!
    Eine Erhöhung des Rentenalters ist de facto für viele eine Rentenkürzung, weil sie entweder nicht mehr arbeiten können, oder keine Arbeit finden!

  • Luzia Keller sagt:

    Es ist schon sonderbar genug, dass man in Kauf nimmt, dass eine nicht zu akzeptierende Jugendarbeitslosigkeit grasiert. Diese einfach zu ignorieren und stattdessen das AHV-Alter nach oben zu setzen grenzt an krasses Unvermögen, der Demographie entsprechend zu handeln. Zuerst müssen Jugendliche eine Perspektive in der Arbeitswelt erhalten, sonst höhlt man die Alterspyramide von innen her aus. Sie bricht dann einfach irgendwann zusammen. So ein Verhältnisblödsinn!

    • Sven Frei sagt:

      Man passt es nur dem AHV Alter der Männer an, sollte es ihrer Meinung nach eine Anpassung nach unten geben? Oder sein lassen, was ist schon 1 Jahr mehr oder weniger?!

    • Albert Muri sagt:

      Nein, das alles folgt strikt nur der neoliberalen Agenda. Wen interessiert dabei schon,dass die Lebenserwartung nur summarisch steigt, bei schweren und gefährlichen Knochenarbeiten jedoch seit einigen Jahren wieder sinkt?

    • Luzia Keller sagt:

      Sven Frei, da gibt es nichts anzupassen, weil noch zuviele Baustellen was Gleichberechtigung anbelangt unbearbeitet brach liegen. Das kümmert natürlich nicht, solange Gratisarbeit im Wert von ca. 400 Milliarden(!) Franken vorwiegend von Frauen geleistet werden (BFS 2013). Mich kümmert das und ich werde mit Vehemenz dagegen Ankämpfen, dass schon wieder auf dem Buckel der Frauen die Altersrente bezahlt werden soll.

      Albert Muri, die Lebenserwartung ist von zuvielen Faktoren abhängig, als dass wir Frauen dafür die versalzene Alterssuppe auszulöffeln haben sollen. Ich gebe Ihnen Recht.

      • Sven Frei sagt:

        In dem Fall bekämpfen wir Unrecht mit Unrecht. Mit dieser Haltung werden wir sicherlich Gleichberechtigung, oder warum nicht ein paar Jahrhunderte benachteiligung der Männer, erreichen. Wären sie so zufrieden? Oder was gibt dem Staat das Recht die Hälfte der Einwohner von höchster Stelle zu benachteiligen? und bitte nur auf diesen Fall beziehen, ich spreche auch nicht von MIlitär etc. Das schöne daran ist, die Benachteiligungen werden durch solche Einstellungen von selbst gelöst, auch die Männer machen das nicht mehr lange mit. Es ist kein Gegeneinander sondern sollte ein miteinader sein.

  • säm sagt:

    Die Autorin nennt die Gründe ja selbst, weshalb ein früheres Rentenalter für Frauen gerechtfertigt ist, was soll das also? Ausserdem ist es völlig inakzeptabel über ein höheres Rentenalter für egal wen zu reden – die Grenze müsste vielmehr gesenkt werden! 58 wäre da eine gute Zahl, tiefer natürlich auch. Über was anderes muss gar nicht verhandelt werden.

  • Violoncello sagt:

    Als Frau bin ich sehr dafür, dass endlich die Individualrente eingeführt wird. Jeder bekommt, was er als Einzelperson zugute hat – sei er/sie nun verheiratet oder nicht! Und selbstverständlich auch gleiches Rentenalter für Mann und Frau! Ohne Wenn und Aber!

  • Mecker Ziege sagt:

    Welcher Mann hat nicht gerne eine jüngere Frau? Wenn nun beide gleichzeitig die Rente erhalten möchten, dann muss das Rentenalter der Frau niedriger sein als das des Mannes. Sonst muss er während der Zeit in der die Frau noch zur Arbeit geht, die Hausarbeit machen! Auch können Männer mit 70 noch Vater werden, was Kinderrenten und Witwenrenten auslösen kann, was bei einer Frau eher unmöglich ist. Deshalb das jüngere AHV-Alter.

  • Kurt Nordmann sagt:

    „Das Rentenalter soll für Frauen erst von 64 auf 65 Jahre erhöht werden, wenn Lohngleichheit herrscht und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sichergestellt ist. “
    Da wird eine staatliche Diskriminierung mit einer privaten Durchsetzungsvermögen gekoppelt!
    Es gibt nur noch staatliche Diskriminierung gegen Männer (AHV, Armee, Witwenrente, …) und die Feministinnen verknüpfen diese mit privaten Forderungen (Lohngleichheit, Verfügbarkeit von Beruf …) und niemand macht diesen Damen klar, dass das zwei verschiedene Paar Schuhe sind. Unglaublich!

  • Ben sagt:

    Mein Vorschlag, macht aus bürgerlichen Zockerschemas, speziell der PKs, im gesammten Sozial- und Rentenbereich wieder soziale Solidarsysteme anstatt gesellschaftliche Spaltpilze und hört auf mit der elenden Hetzerei zwischen Alt und Jung, Mann und Frau, Arbeiter und Pensionären wärend sich immer reichere Eloten die Taschen füllen…
    .
    Männer und Frauen könnten locker mit 60 in Pension und es ist immer noch bezahlbar… anstatt Ausbeutung bis gewünschte 72 Jahre. Ausserdem wird das äusserst flexible und günstige Umlageverfahren der AHV nur schlecht geredet.

  • Luisa Haltner sagt:

    Sobald Frauen gleich viel Lohn für gleiche Arbeit bekommen und Männer zu Hause proportional zur ausserhäuslichen Arbeit mitarbeiten, bin ich für AHV-Alter 65 auch für Frauen.
    Aber wir sind es gewohnt, dass hier in der CH jede winzige Oeffnung zur Gleichstellung sofort mit einer anderen Diskriminierung wettgemacht wird.

  • Georg sagt:

    Wer behauptet, Frauen erhielten für gleichwertige Arbeit weniger Lohn und könnten sich nicht erfolgreich dagegen zur Wehr setzen, soll an einer öffentlichen Statistikprüfung zeigen, dass er weiss, wie man die Daten erhebt und interpretiert. Das meiste Datenmaterial zu diesem Thema ist Mist, die Interpretationen sowieso. Ausserdem warte ich schon lange drauf, dass „die Politik“ dafür sorgt, dass Eva, 31, ledig, keine Kinder, CHF 150 000 p.a., so viel für die Gemeinschaft leistet wie Adam, 31, ledig, keine Kinder, CHF 150 000 p.a. …

  • Hans Notter sagt:

    Gleiche Arbeit, gleicher Lohn, gleiches Rentenalter, – was ist so schwierig daran, dies umzusetzen?

  • Patrick Le Cloarec sagt:

    Frauen können kein Anspruch (Ertrag) stellen, für an etwas sie sich Jahrzehnt geweigert haben teilzunehmen (Aufwand). Männer schulden Frauen genau so viele, Frauen Männer schulden. Die Stimmung ist zwischen den Geschlechtern sehr angespannt wenn nicht gereizt, Frauenlobby und Linken tragen die Verantwortung bei. …Und Männer werden nicht nachlassen, dermass sie den Missbrauch an ihren Person bewusst sind und ermessen können. …Ein abstossender «Selbstportrait» hinterlässt die moderne Frau den moderne Mann: Kooperativ=0, Konsensfähig=0, Solidarität/Gleichsinnigkeit=0.

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