Steuern sind keine Last!

Politblog

Postkartenidylle und Steueroase: In Zug treffen sich die schönen und weniger schönen Seiten der Schweiz. Foto: Anthony Anex (Keystone)

Wir verfügen in der Schweiz über ein beispielhaftes Bildungssystem. Selbst USA-Verantwortliche lassen sich orientieren, versuchen nachzuahmen, was bei uns funktioniert: das duale Berufsbildungssystem. Es ist durchlässig. Jeder Lehrling kann über die Berufsmatur die Hochschulreife erlangen, jeder Fachhochschulabsolvent kann in das Hochschulsystem quer einsteigen, sich gar habilitieren, eine Karriere in der Lehre und Forschung auf Universitätsstufe anstreben und auch erreichen. Ganz prima.

Unsere Verkehrssysteme sind vorbildlich. Jeder Weiler, fast jedes Gehöft, auch in grosser Höhe, wird über eine regelrechte, meistens asphaltierte Strasse erreicht. Wo das nicht mehr geht, führt eine Seilbahn ans Ziel. Die Autobahnen sind ausgebaut, quer durch die Schweiz. Sie sind in einem Zustand, der weltweit vorbildlich ist, halten jeden Vergleich aus. Und wo Engpässe entstehen, wird ausgebaut, und wo Sanierungen nötig sind, wird subito ausgebessert. Der öffentliche Verkehr ist vorbildlich pünktlich und bestens ausgebaut. Selbst wenn er in abgelegene Gebiete führt und nie ausgelastet ist, wird er im gemeinwirtschaftlichen Interesse, entgegen jeder betriebswirtschaftlichen Vernunft, einfach weitergeführt, zumindest wird ein Postautokurs geführt. Vorbildlich.

Neben den USA hat die Schweiz das beste Gesundheitssystem, die besten Kliniken, hervorragende Mediziner, Chirurgen. Flächendeckend führen die Kantone ihre Spitäler, die ergänzt werden durch Privatkliniken, die Weltruf haben. Nicht nur das. Internationale Firmen nutzen den Schweizer Markt, etablieren Klinken oder kaufen welche, wie die Hirslanden-Kliniken in Zürich, stossen sich finanziell gesund, weil die Schweizer Krankenkassen alles und pünktlich zahlen. Glückliches Land.

Schweizer Firmen, insbesondere die Chemie, die Pharma- und die Uhrenindustrie, sind hervorragend aufgestellt, sind Weltspitze. Bedroht werden sie nur von innen, von der selbst- und auf die Schweiz bezogenen, isolationistischen Partei, der SVP. Die kleinen und mittelgrossen Unternehmen (KMU) sind ebenso bestens aufgestellt, weil sie sich immer wieder erneuern, in der Lage sind, sich den veränderten Marktbedingungen laufend anzupassen, selbst den starken Schweizer Franken zu verkraften. Ausgezeichnet.

Nur eines trübt das Bild. Die Panama-Geschichte macht es deutlich: Steuernzahlen ist anscheinend erdrückend schwer. Die Reichen weichen aus, gründen Briefkastenfirmen in der Fremde, lassen sich auch von Schweizer Banken beraten. Steuern vermeiden – unter allen Umständen – ist das Ziel der Grossen. Steueroptimierung ist das Ziel jedes Bürgers. Und wer es nicht versucht, ist aussen vor, schlicht naiv in den Augen der meisten Zeitgenossen. Warum nur?

Allein das gängige Wort «Steuerlast» veranschaulicht, wo das Problem liegt. Es ist in den Köpfen aller eben eine anscheinend leidige Last, Steuern zahlen zu müssen. Es ist nicht ein Beitrag ans Wohlergehen aller. Es ist ja wirklich nicht selbstverständlich, dass ein Staatswesen funktioniert, Leistungen erbringt, Kindergärten, Schulen, Gymnasien, Fachhochschulen, Universitäten anbietet, dass alle eine möglichst gute Bildung anstreben und auch erhalten können. Es ist nicht selbstverständlich, dass der Staat Verkehrssysteme projektiert, entwickelt, umsetzt und anbietet, dass alle zeitgerecht an ihre Ziele kommen. Es ist nicht selbstverständlich, dass wir alle im Gesundheitssystem hervorragend versorgt und von den Krankenkassen finanziell aufgefangen werden, im Extremfall weit über unsere Prämienzahlungen hinaus.

Ohne die ehrlichen Steuerzahler wäre das alles nicht möglich. Die Steuereinnahmen stellen also einen ganz wichtigen Beitrag an die Gemeinschaft dar. Je nach wirtschaftlicher Kraft sind wir schlicht verpflichtet, das Gemeinwesen, den Staat, mitzufinanzieren.

Ein Ausweichen ist unsolidarisch, ist schlicht gemein. Inhaber von Briefkastenfirmen setzen sich dem Verdacht aus, Steuern zu hinterziehen, obwohl sie meinen, es sei alles rechtens. Das Wort Steuerlast ist zu streichen. Ein neues ist zu erfinden. Wie wäre es mit «Steuerbeitrag». Eben ein solidarischer Beitrag an das Funktionieren des Staates, an das Wohlergehen aller.

92 Kommentare zu «Steuern sind keine Last!»

  • Annette gasser sagt:

    Ein dringend nötiges Statement für das, was die Lebensqualität in unserem Land ausmacht! Es ist nicht die schöne Landschaft, sondern es sind die nicht korrupten, gut funkionierenden staatlichen Systeme und Dienstleistungen. Ob es auch Reiche gibt, die ohne zu tricksen und zu betrügen ihren Beitrag ans Gemeinwohl leisten? Gerne würde man sich ihnen gegenüber dankbar zeigen, wenn sie existieren…

    • Philipp M. Rittermann sagt:

      …sie sind sehr selten. die regel sind leute, wie z.b. willy michel von ypsomed, welche die oberste maxime der selbstbereicherung ganz öffentlich vertreten.

    • Martin Frey sagt:

      „Ob es auch Reiche gibt, die ohne zu tricksen und zu betrügen ihren Beitrag ans Gemeinwohl leisten?“
      Die sind eigentlich eher die Regel, hängen aber ihr Verhalten normalerweise nicht an die grosse Glocke. Sie sind daher aus mehreren Gründen für Medien wie auch Populisten wenig interessant.

    • Ike Conix sagt:

      @Anette gasser: Die gibt es tatsächlich. Die wohnen aber eher nicht an der Goldküste oder in anderen Steuerparadiesen, sondern z. B. in der Stadt Zürich.

    • Claudio De Micheli sagt:

      Ja, so ist es. Endlich mal Worte abseits der Staatsverdrossenheit und ewigen Jammerns über zu hohe Steuern. Qualität hat seinen Preis. Anton Schaller sei gedankt für seinen Beitrag fern des Mainstreams.

    • Angelika Maus sagt:

      Danke an Anton Schaller für diesen Text und Anette Gasser für den schönen Kommentar.
      Ich bezahle meine Steuern gerne, weil es mir das, was ich dafür bekomme, mehr als Wert ist. Ich frage mich, wie jene Steuerhinterziehen, die es eigentlich am wenigsten nötige hätten, eigentlich mit ihrem Gewissen umgehen.

  • Gion Saram sagt:

    Angesichts der stetig ansteigenden Staatsschulden frage ich mich ob all diese schönen Sachen die Herr Schaller beschreibt wirklich noch beim Steuerzahler erhobenen Steuern finanziert werden oder nicht immer mehr und mehr durch im Namen unserer Kinder aufgenommene Staatsschulden?

    • Geert sagt:

      Wir leben praktisch zu 100% auf Kosten unserer Kinder, nicht nur was Staatsschulden bertrifft…

    • Martin sagt:

      Stetig ansteigende Staatsschulden? Nach Bundesamt für Statistik waren die gesamten Staatsschulden (Bund, Kantone und Gemeinden zusammen oder auch einzeln) 2014 gleich hoch wie 1998, während das Bruttoinlandprodukt in der gleichen Zeit um 50% gestiegen ist.

    • Cybot sagt:

      Mit mehr Steuereinnahmen müsste man weniger Schulden machen. Es ist eben genau diese Mentalität, alles haben zu wollen, aber trotzdem möglichst wenig zu bezahlen, die zum Schuldenwachstum führt.

  • Jakob vonGunten sagt:

    Schaller verdreht in bekannter linksrethorischer Manier Ursache und Wirkung. Nicht die Steuereinnahmen sind problematisch, sondern die Ausgaben. Politiker geben Geld aus, das sie nicht verdienen müssen, und sie tätigen Ausgaben, die sie nicht verantworten müssen. Das resultiert bei den LinksGrünen in Wählerkauf mit Vergünstigungen für die eigene Wahlklientele, die nicht nur keine Steuern mehr bezahlt, sondern sogar einklagbare Vergünstigungen und Gratisstaatsleistungen beziehen können. Wohin das führt, zeigt Griechenland klar auf.
    Und da Schaller, wie allen Linkspolitikern, oekonomische Sachargumente fehlen, wird er emotional und beschwört eine Einbahn-Solidarität (Anspruchsklagen) und behauptet Unmoral.
    Warum nicht eine Flat-Tax, oder eine Kopfsteuer für alle? Das allein ist gerecht.

    • R Wunderlin sagt:

      Sie haben tatsächlich das Gefühl, dass wer keine Steuern zahlt automatisch links-grün wählt (oder umgekehrt)?!
      Dann bin ich anscheindend eine seltene Ausnahme. Wähle aber trotzdem weiterhin meist links-grün – auch für Leistungen für andere, von denen ich direkt nicht profitieren kann.
      Das Beispiel Griechenland zeigt übrigens auch ganz deutlich (nebst dem durchaus auch ausufernden Staat), wohin es führen kann, wenn die Reichsten (am Beispiel Griechenland die Reederfamilien) überhaupt keine Steuern bezahlen.

    • Geert sagt:

      Apropos verdrehen. Noch weiter kann man die Tatsachen wohl kaum verdrehen. Es sind also meist Linke, die Vergünstigungen für die eigene Wahlklientele durchsetzen, und nicht etwa Bürgerliche. Ich vestehe. So wie in Griechenland auch die Linke Regierung von Tsipras, und nicht etwas die bürgerliche Regierung vor ihm das Geld aus dem Fenster bzw. ihren vetterli in den Rachen geschmissen hatten. Und selbstverständlich sind es auch die Linken, die massenweise Geld verschwenden um Antike Armeefahrzeuge zum doppelten Kaufpreis von ihren Verbindungskollegen Restaurieren zu lassen, oder sonstige Schwedische Spielzeuge zu beschaffen. Man kann dafür ja bei Omas AHV ein wenig sparen.

      • Hannes Müller sagt:

        Die Schweiz mit Griechenland zu vergleichen ist witzig

      • Ann Sophie Leopoldsky sagt:

        Lassen wir mal den ganzen links-rechts Kram auf der Seite. Nicht von der Hand weisen laesst sich, dass der Teil der Bevoelkerung, der keine Steuern bezahlt aber von allen Staatsleistungen profitiert (Bsp gegen 1/3 der Haushalte in Basel-Stadt bezahlt keine Kantonssteuern) kaum eine Partei waehlen wird, die fuer tiefe Staatsausgaben und tiefere Steuern einsteht.

        • Sportpapi sagt:

          „Nicht von der Hand weisen laesst sich, dass der Teil der Bevoelkerung, der keine Steuern bezahlt aber von allen Staatsleistungen profitiert kaum eine Partei waehlen wird, die fuer tiefe Staatsausgaben und tiefere Steuern einsteht.“
          Aha. Von wem wird die SVP schon wieder gewählt? Aber es stimmt, es ist eigentlich unsinnig.

          • Ann Sophie Leopoldsky sagt:

            Ich kann Sie beruhigen Herr Sportpapi. Auch in Basel-Stadt wird noch stramm sozialdemokratisch gewaehlt, gemaess obiger Logik.

    • Roger Baumer sagt:

      Herr von Gunten, solch einen Schwachsinn habe ich schon lange nicht mehr gelesen…. Dass ihre Vettern und Kumpane von Bürgerlicher Seite genauso denken ist leider allzu offensichtlich.
      Den eigenen Säckel füllen, eine grosse Klappe haben und nichts, aber gar nichts zum allgemeinen Wohlergehen beitragen.

    • Paul sagt:

      Herr vonGunten: 1) sind die schlecht verdienenden schon lange keine Linkswähler mehr, die wählen (das hat die Statistik nach der letzten Wahl klar gezeigt) mehrheitlich SVP. 2) Selbstverständlich gibt der Staat (hauptsächlich übrigens Beamte und nicht Politiker) Geld aus, aber er wirft es grossteils nicht aus dem Fenster, sondern erhält dafür all die Leistungen, die Herr Schaller beschreibt. Wo er da Ursache und Wirkung verdreht, ist mir schleierhaft. Leistung ist nie gratis! 3) Geld ausgeben tun nicht „die Linken“, sondern alle – einfach für was anderes. Die Linken für den ÖV und die Rechten für die Strasse, die Linken für den Sozialstaat, die Rechten für die Armee. Sie haben jetzt ganz toll eine Brandrede gegen die Linken geführt, aber auf das Thema eingegangen sind Sie nicht. Schade!

    • Nick Schott sagt:

      Die SVP wirb nicht bei den Bauern mit Milliarden? Oder beim Militär? Oder bei den Banken?
      Übrigens für mich ist gerecht, wenn nicht immer weniger Menschen immer mehr Vermögen anhäufen.

    • dan sagt:

      Jakob
      Hast du den Artikel nicht gelesen? Der Author spricht ja die Ausgaben sehr deutlich an. Er zaehlt all die super „schweizer“ Sachen auf (verkehr, gesundheit etc). und sagt, dass dies hald was koste! Sein Punkt im ersten Teil des Artikels war: Wenn es ein Land gibt in dem es sich lohnt Steuern zu bezahlen, dann die Schweiz. Ihre Idee von Flattax und Kopfsteuer ist aber nicht unbedingt mal so schlecht.

      • Erna Meili sagt:

        1. Schaller war nie Linker, sondern Nationalrat für die LdU. Die war definitiv nicht links, sondern sozialliberal, gehörte also zu den klassischen Mitteparteien.
        2. Das rotgrüne Klientel gehört zu den guten Steuerzahlern, die Nichtsteuerzahler wählen rechts.

        • ben harper sagt:

          Leider nicht ganz korrekt, die LdU’ler fanden sich nach der Auflösung der Partei 1999 bei den Grünen (Basel) oder bei der SP (Zürich) wieder. Das Gedankengut und die vertretenen Positionen waren wohl am ehesten als ‚links-light‘ zu umschreiben. Schade gibt es sowas heute nicht mehr.

      • Geert sagt:

        Die Idee von Flattax und Kopfsteuer wäre die Krönung der Umverteilung von Unten nach oben und würde die Wende zum Neoliberalen Raubtierkapitalismus endgültig besiegeln. Ganz das Gegenteil wäre zur Korrektur angebracht: Untergrenze und Progression der Steuern erhöhen und keine Deckel gegen oben. Aber da ich Realist bin, und weiss welche soziale Schicht Politik macht, mache ich mir keine Illusionen…

    • Martin sagt:

      Welche Parteien haben gerade das Militärbudget um eine halbe Milliarde pro Jahr erhöht? Und welche Parteien wollen bei der Unternehmenssteuerreform Steuersenkungen von mindestens 1.5 Milliarden pro Jahr durchboxen? Kommen Sie mir bitte nie mehr mit dem Märchen, dass SVP und FDP besser zu den Bundesfinanzen schauen würden als linke Parteien.

    • Christina sagt:

      Es gibt schon lange Untersuchungen, welche nachweisen, dass die Reichen mehr von den öffentlichen Leistungen profitieren als die Armen: SIE studieren an der Uni, SIE benützen die Bibliotheken, SIE sind mobiler und benützen entsprechend mehr die Infrastruktur, SIE gehen ins Theater und ins Konzert, DIE machen mehr Abfall und wohnen dezentral. Noch weitere Beispiele gefällig? Ich gehöre auch dazu, freue mich an den genannten Annehmlichkeiten, bin froh, keine Bettler vor der Haustüre zu haben und zahle entsprechend viel Steuern.

      • Martin Frey sagt:

        @Christina: Was für ein Nonsens. Nahezu alle Beispiele die sie erwähnen stehen allen Menschen in der CH offen, faktisch unabhängig von deren Vermögen und Einkommen, und werden auch dementsprechend rege benutzt. Sogar für Oper, Theater und Konzerte gibt es regelmässig hochsubventionierte Sitzplätze im Verkauf deren Preis auf keine Art und Weise den Gegenwert abbildet.
        Wessen Schuld ist es, wenn all diese Angebote von einem Teil der Leute nicht genutzt werden?
        Wir sollten auch nicht vergessen: Wirklich reiche Leute bräuchten an sich weder Krankenkassen, Stipendien noch sonstige staatliche Leistungen irgendwelcher Art für ihre Lebensgestaltung. Sie partizipieren aber auf der Beitragsseite in einem soviel höheren Ausmass als sie jemals davon profitieren können.

        • Geert sagt:

          Und warum werden wirklich reiche Leute wirklich reich? Richtig, nicht etwa weil sie soviel dafür arbeiten, sondern weil sie Andere ausbeuten. Zum Beispiel, aber nicht ausschliesslich, in dem sie Fimen oder Anteile daran besitzen, die Löhne für Arbeiten bezahlen, welcher zwar zum überleben reichen, aber ja nicht zuviel, weil sonst könnte man selber ja etwas weniger haben.

        • Hanspeter Müller sagt:

          Ihre theoretischen Ueberlegungen in Ehren, aber die Statistik spricht gegen Sie. Bundesamt für Statistik: „Auch in den 1990er-Jahren war die Wahrscheinlichkeit für Kinder aus einem Akademikerhaushalt, im Alter von 20 bis 23 Jahren die Hochschule besuchen zu können, 13-mal grösser als für die Kinder von Eltern ohne nachobligatorische Ausbildung“. Und mit den aktuell so angesagten Sparmassnahmen werden die Stipendien zusammengestrichen so dass die Wohlhabenden auch wieder zunehmend unter sich bleiben können an der Uni.

  • ss frei sagt:

    Weiss nicht , ob srg das sprachrohr der CH-bevölkerung sein sollte . jedenfalls hinterfragt niemand, warum keine USbefangenen aufgedeckt wurden. immerhin ist panama klar ein USprotektorat (desse währung nennt sich zwar balboa ist aber der dollar !)….

    • Emil Eugster sagt:

      „jedenfalls hinterfragt niemand, warum keine USbefangenen aufgedeckt wurden. “
      Das wurde schon viele Male gefragt und noch mehr Mals beantwortet.
      1. Es gibt durchaus US Amerikaner, die von den Enthüllungen betroffen sind.
      2. US Amerikaner bevorzugen englisch sprachige Steueroasen im Inland.

      Als Analogie biete ich ihnen folgendes an:
      Kriminelle FIFA Verantwortlich gibt der ganzen Welt. Besonders wenige aber in den USA, weil diese Fussball einfach nicht so sehr interessiert. Die finden sie wo anders, zB. bei der NFL.

  • Swissgirl sagt:

    Ich glaube ein grosses Problem (neben der simplen Gier nach mehr einiger Mitbürger) ist die Steuerverschwendung der Politiker und Behörden, die nicht geahndet werden. z.B. die diversen IT Projekte beim Bund, sie Millionengräber sind und keiner muss je auch nur dafür grade stehen. Da sagen sich halt viele, solange die dort das Geld aus dem Fenster schmeissen, werde ich alles tun, damit ich weniger Steuern zahlen muss. Das Problem dabei ist nur, die Kleinen können nicht viel optimieren und die Grossen lässt man wie immer laufen.

    • Philipp M. Rittermann sagt:

      guter und wahrer punkt. solange unsere beamten auf breiter front der nachhaltigen einstellung sind, dass steuergelder wie beim monopoly ver(sch)wendet werden dürfen-, und sich der br. hier immer wieder aus der verantwortung stiehlt, passiert leider nichts. ich bin der überzeugung, dass hier ein risiges einsparpotential vorhanden ist, und zwar gänzlich ohne leistungseinbussen. wohl im gegenteil. schlank = effizient.

      • Urban Zuercher sagt:

        Zum Thema Geldverschleuderung:
        Blick-Titel: „So wirft das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit Steuergelder aus dem Fenster“
        Realität: Die SV/FD/CVP-Bauernallianz hat eine Kürzung des Budgets gegen den Antrag genau dieses Bundesamtes in diesem Bereich zurück gewiesen, weil sie die Kohle an die Bauern ausschütten wollten. Nicht die Beamten, sondern die Bauernpolitiker gaben die Geldverschwendung in Auftrag. Und dann kommt noch ein SVP-Weltwoche-Politiker (NR Keller) und fragt dummdreist: „Wer hat die Erhöhung der Beiträge angeordnet?“ Genau Sie, Herr Keller, damit Sie nachher wieder Stimmung gegen den pösen Beamtenstaat machen können und Mitläufer wie Rittermann dann wieder von der linken Beamtenverschwendungssucht fabulieren können… SameSame bei der Armee (Duro, BodLuv, etc…).

    • Emil Eugster sagt:

      Sind es aber nicht gerade die, die sich Steuersenkungen und legal Erhaltung von Steueroptimierungsvehikeln auf die Fahnen geschrieben haben und diese auch nutzen, die gleichzeitig diese Verschwendungen zu verantworten haben?
      Methode; ich kaufe ein gelbes Auto und lasse es neu blau lackieren. Das ist schweineteuer und ich hätte auch von Anfang diese Auto in blau kaufen können. Deshalb optimiere ich jetzt die Steuern über Briefkastenfirmen. Die Anderen sind schuld.

    • Paul Levi sagt:

      Wenn der Staat kein Geld verschleudern würde, dann würden plötzlich alle Leute mit Freuden Steuern bezahlen und es gäbe keine Offshore-Konten mehr und keine Steueroptimierung. Diese Steueroptimierer (bzw Steuerhinterzieher) sind also eigentlich die Opfer, die vom Staat zu ihrem Handeln gezwungen werden und die SOFORT aufhören würden, sobald der Staat vernünftig wirtschaftet.
      Zum Glück wird Verschwendung sehr subjektiv wahrgenommen, so dass man ja immer irgendwas findet, das mal als Steuergeldverschleuderung bezeichnen kann. So können die Steuerhinterzieher fröhlich weiter hinterziehen und die Schuld dafür dem Staat geben und diese werden sogar von Ihnen gedeckt und unterstützt.

  • Martin Frey sagt:

    Was für eine unkritische Selbstbeweihräucherung. Natürlich können wir uns glücklich schätzen in der Schweiz zu leben, wo vieles besser funktioniert als in anderen Ländern. Aber die Schweiz hat durchaus ihre Fehler, ihre Defizite. So ist es mit der Zahlungsmoral der Schweizer Krankenkassen alles andere als zum besten bestellt, um nur ein Bsp. zu nennen.
    Wenn ich signifikant mehr Steuern zahle als der Durchschnitt, dann muss etwas einfach garantiert sein: Dass mit dem Steuersubstrat kein Unfug betrieben wird, dass der Staat verantwortungsvoll damit umgeht. Das, und nicht irgendwelches moralintriefendes Fingezeigen, ist der beste Garant gegen Steuerhinterziehung. Und hier liegt auch in der Postkartenschweiz von Schaller zunehmend einiges im Argen wenn man denn nur hinzuschauen gewillt wäre.

    • Andreas Meier sagt:

      Genau dazu dürfen Sie wählen gehen, damit die Vertreter die Kontrolle ausüben, die sie für nötig halten. Und auf Ebene Gemeinde dürfen Sie nach wie vor sehr häufig Ihre Meinung zum Budget sogar selber in die Urne legen.

      • Martin Frey sagt:

        Sie können mir glauben, wählen und abstimmen tue ich jedes Mal, Hr. Meier.
        Das Problem liegt jedoch nicht mal primär bei den politischen Vertretern die wir wählen können. Es ist der Verwaltungsapparat als faktische Macht im Staat, die bürokratische Administration die immer mehr ausufert und wie ein Krebsgeschwür sich selber ernährt. Politisch gewählte Amtsvorsteher haben darauf nur bedingt Einfluss und sind diesen Mechanismen ein Stück weit auch ausgeliefert. Einfach an dieser Stelle wieder mal zur Erinnerung: Jeden Monat schafft die öffentliche Hand 500 neue Stellen. Pro Monat!

    • Paul Levi sagt:

      Wenn Sie mehr Steuern bezahlen als der Durchschnitt, dann darf mit dem Steuersubstrat kein Unfug betrieben werden? Ach ja? Demnach sind die die mehr Steuern als der Durchschnitt etwas besseres? Wenn einer weniger Steuern als der Durchschnitt bezahlt, dann darf mit dem Steuersubstrat Unfug betrieben werden? Darf dann der Staat verantwortungslos sein? Komische Einstellung.
      Wenn der Staat keinen Unfug betreiben würde, dann würde plötzlich niemand mehr Steuern hinterziehen und alle würden dann plötzlich ehrlich? Das glauben Sie ja selber nicht! Wenn einer die Möglichkeit hat Steuern zu hinterziehen, dann macht er das auch, egal was genau mit dem Steuersubstrat passiert.

      • Martin Frey sagt:

        Nicht alles was hinkt ist auch ein Vergleich, was auch für Umkehrschlüsse gilt, Hr. Levi. Denn selbstredend stört Verschluderung von Steuergeldern denjenigen weniger, der keine Steuern bezahlt. Obwohl es eigentlich anders sein sollte.
        Wirklich eine etwas seltsame Argumentation, die Sie sich hier aus den Fingern gesaugt haben.

        • Paul Levi sagt:

          Nein, Ihre Argumentation ist seltsam. Erstens spielt es keine Rolle wieviel jemand Steuern bezahlt, denn jeder egal ob unter oder deutlich über dem Schnitt will das die Steuern sinnvoll ausgegeben werden. Und zweitens darf die Unzufriedenheit nicht als Entschuldigung dienen für Steuerhinterziehung.
          Wenn es jemanden nicht passt, wie die Steuergelder ausgegeben werden, dann kann er ja gehen. Wenn er bleibt, dann muss er in den sauren Apfel beissen wie jeder in diesem Land.

          • Martin Frey sagt:

            „Erstens spielt es keine Rolle wieviel jemand Steuern bezahlt, denn jeder egal ob unter oder deutlich über dem Schnitt will das die Steuern sinnvoll ausgegeben werden.“
            Das sagen Sie. Ihre Meinung ist Ihnen selbstverständlich unbenommen, Hr. Levi, sie muss aber deswegen nicht richtig sein.
            Denn wenn man wie z.b. eine bekannte CH-Unternehmerin als Privatperson 15 Mio. Steuern pro Jahr berappen muss, dann ist die Unzufriedenheit sicher grösser als bei einem Sozialhilfeempfänger, wenn mit dem Geld offensichtlich Schindluder betrieben wird. Dies liegt in der Natur der Sache respektive des Menschen. Was nicht heissen will, dass die erste Person deswegen der bessere Mensch ist, und dass damit Steuerhinterziehung entschuldigt werden sollte. Das haben nur Sie behauptet, Hr. Levi, nicht ich.

  • Josef Marti sagt:

    Dieses Problem erledigt sich gemäss bürgerlicher Agenda von selbst wenn alle direkten Steuern abgeschafft sind (ausser für den Lohnausweisempfänger) und auf indirekte Steuern (allen voran MWST) sowie unzählige Gebühren und Abgaben verlagert worden ist.

  • Herbert Anneler sagt:

    Ein sehr guter Kommentar, letztlich hängt unser persönliches Wohlergehen in hohem Mass vom Wohlergehen des Ganzen ab – dies gilt auch für eine funktionsfähige Freie Marktwirtschaft und unsere Demokratie. In diesem Licht wird auch der immense Kollateralschaden von BR Maurer für unser Wohl klar, wenn er im Kontext der Panama-Papers lapidar und flapsig feststellt, Gesetze würden halt immer umgangen. Es wäre seine noble Pflicht gewesen, sich ohne Wenn und Aber für deren Einhaltung zu committen – zum Nutzen des grossen Ganzen und zum Nutzen von uns Individuen. Wer sich der Verantwortung für das Ganze von Wirtschaft und Gesellschaft entzieht, schadet letzlich auch sich selber. Leider braucht es nur wenige schwarze Schafe, um diese Überzeugung und damit uns alle zu beschädigen.

  • Ralf Schrader sagt:

    Ich weiss nicht, was der Autor unter einem Gesundheitssystem versteht. Aber falls die institutionalisierte Medizin gemeint ist, muss man präzisieren:

    Wir haben (mit) die beste Medizin der Welt, diese aber, nach den USA und vor der BRD, gemantelt in einem der schlechtesten sog. ‚Gesundheitswesen‘. Eigentlich haben wir eine Krankheitsbewirtschaftungs- Industrie, welche wie jede Wirtschaft nur entlang von Umsatz und Gewinn orientiert ist.

    Ärzte im grossen Rest der Welt arbeiten am Globalziel Heilung von Krankheiten oder wenigstens Linderung von Leiden. Schweizer Ärzte verkaufen med. Einzelleistungen, wobei der Preis vor der med. Indiktion steht. Nirgends ausser den USA ist das Risiko grösser, überflüssige Leistungen verkauft zu bekommen.

  • p. Schmid sagt:

    Und zu welchem preis sind wir die Glücklichsten die best ausgebildesten, mit der beste Krankenversorgung den zubetonierten Landschaft usw. Haben Sie schon mal die Leute frühmorgens im Zug im Bus beobachtet? Lauter glückliche Menschen ohne Sorgen völlig solidarisch sich in den eigenen 4 Wänden verbunkernde Gesellschaft, das einzige was sie am „Leben“ erhält ist der Rausch des Konsumes in welchem sie sich flüchten könen. Was für ein gücklich machender Beitrag.

    • Willi sagt:

      Nun ja, jede/r ist eben immer noch selbst seines Glücks Schmied. Der Staat kann nicht der Schmied sein, er sorgt ggf. für gute Rahmenbedingungen. Es sollte das selbst geschmiedete (kleine) Glück sein, das uns am Leben erhält, nicht der Rausch des Konsums. Im Zug oder Bus könnte das ein freundliches Gespräch mit dem Gegenüber sein, an Stelle des Smartphones. Es gibt kein (kleines) Glück, ausser man lebt es. Das (kleine) Glück ist aber ein wenig ‚harte Arbeit‘ an sich selbst, jeden Tag. Man sollte die Entstehung kleiner Glücksmomente nicht an den Staat delegieren sondern selbst an die Hand nehmen.

  • Armin Koellner sagt:

    Tatsache ist aber auch dass die Schweiz zunehmend von Gratisbürgern und Staatsmilionären (Asyl, Kultur, Bildung) bestimmt wird. Nettozahler gibt es immer weniger und die dauernde Diskriminierung von Reichen und Vermögenden (analog zum staatlichen Rassismus gegen Männer) hat mit Rechtsstaat schon lange nichts mehr zu tun. Der sich selbst erhaltende Staat ist ein sozialistisches Lügengebäude, hat aber immer noch genug Potenz um sich mit selbst erfundenen Rechts- und Moralgesetzten medial zu präsentieren. Die fiskalische Repression und die Zwangsbeglückung mit Kultur und Prävention ist schon heute mehr „staatliche Vergewaltigung“ als liberales Gedankengut. Weil Steuern angeblich keine Last sind verlangt die SP auch die Steuerbefreiung ganzer Einkommenschichten. Absurd, grotesk und billig!

    • Philipp M. Rittermann sagt:

      jein. tatsache ist aber, dass wir uns langsam aber sicher einer 2-klassen-gesellschaft annähern. hier sind sowohl die reichen schuld, welche nicht ein minimum an solidarität an den tag legen und meist nur für das ureigene portemonnaie schauen, als auch die lieben sozis, welche ohne rücksicht auf volkswirtschaftliche verluste ihre sozial-industrie munter bis zum geht nicht mehr ausbauen.

  • Philipp M. Rittermann sagt:

    gerade die solidarität ist in der heutigen „globalisierten…“ welt ein fremdwort. die reichen nehmen was sie kriegen können. meist zu lasten des mittelstandes. das heute weit verbreiteten „egomanen-managertum“ welches nach dem motto „nach oben buckeln und nach unten treten“ abläuft-, sowie das weiter voranschreitenden „wirtschafts-dumping“ mit mannigfaltigen drohgebärden und investitionsbremsen der konzern-stakeholder-; die einschlägigen konzern-lobby, pfz im übermass, mangelnde verantwortung der unternehmen für ihre ma.-; etc. etc, führen dazu, dass vermeintliche lasten wie steuern von oben nach unten umverteilt werden. ich bin gegen die unternehmenssteuerreform III – weil sie denen entgegenkommt, die sich jetzt schon mit faden argumenten aus der verantwortung stehlen.

    • will williamson sagt:

      Ich sag schon länger, dass sich die grossen Publikums-Aktiengesellschaften zu Selbstbedienungsläden des obersten Managements gewandelt haben. Jeder bedient sich nach dem Motto „nach mir die Sintflut“!

  • Alfred Schläpfer sagt:

    Danke, Anton Schaller. Portmann und erschreckend viele bürgerliche und christliche Politiker offenbaren sich immer ungenierter als Steigbügelhalter der hiesigen und weltweiten Finanzmafia.

  • will williamson sagt:

    Das Wort Steuerlast ist zu streichen. Ein neues ist zu erfinden. Wie wäre es mit «Steuerbeitrag».
    Steuerbeitrag? Wieso so prosaisch? Wie wär’s mit „Steuerlust“?

  • peter sagt:

    der herr schaller, der jahrelang vom steuersystem gelebt hat, kann gar keine andere meinung haben. jeder steuerverherrlicher hat immer das gleich problem: er oder sie kann nicht nachweisen, dass die steuern effizient eingesetzt werden. was sie gar nicht können. steuergeld wird immer ineffizient eingesetz. mit den gleichen hunderten von milliarden verschleudert im public transport, SRG oder bildung könnten wir um faktoren bessere effizienz erreichen, wenn privatisiert.

    • Emil Eugster sagt:

      Erts ein persönlicher Angriff auf Herrn Schallers Person, dann das Hohelied des Neokapitalismus absingen.
      Wahrlich beeindruckend.
      Es gibt weltweit viele Beispiele wo Privatisierung von einst erfolgreichen urstaatlichen Leistungen innert kurzer Zeit zu maroden Unternehmen mit geworden sind, die Leistungen massiv abgebaut und Preisee massiv erhöht haben und dann mit staatlichen Geldern gerettet werden mussten.
      Ein Paradebeispiel dafür war die Privatisierung der Bahnen in Neuseeland.

      • peter sagt:

        stimmt halt einfach nicht mit neuseeland. die regierung kaufte die bahn zurück (nachdem sie übrigens vorher beim sale einen wunderbaren gewinn eingestrichen hatte) zurück auf begehren von lobbygruppen, die halt einfach nicht den vollen preis für den transport zahlen wollten. genau wie bei der sbb von heute, wo ausserhalb der stosszeiten und der städte die züge vornehmlich luft transportieren. und die tatsache, dass herr schaller lange zeit bei der srg von steuern, entschuldigung, die heissen jetzt ja neu gebühren, gelebt hat, ist keinesfalls falsch. dass sie sich darüber aufregen sagt im übrigen genügend über sie aus.

        • Geert sagt:

          Sogar wenn Sie recht hätten, dann wäre das Beispiel missglückt. Privatisierungen haben ein einziges Ziel: vom Steuerzahler finanzierte Infrastruktur günstig ( inklusive die „Zahlung“ an die Politischen Entscheidungsträger) zu übernehmen und auszusaugen bis sie veraltet und marode ist.

        • Emil Eugster sagt:

          Private verkaufen ein gewinnbringendes Unternehmen unter Wert und ursprünglichem Kaufpreis dem Staat … ganz sicher!
          Die Privaten konnten den Auftrag nicht erfüllen, haben Strecken gestrichen und die Infrastruktur verlottern lassen. Das wieder instand zu stellen hat den Neuseeländischen Staat und Steuerzahler Unsummen gekostet.
          Bei uns darf jetzt der Staat bei den privatwirtschaftlich gemanagten Energiefirmen bald einspringen und denen den Dreck wegmachen.
          Wenn sie ausserdem den Unterschied zwischen Gebühren und Steuer nicht kennen, sollten sie sich zuerst informieren, bevor sie hier Kommentare schreiben.
          Menschen die Steuern als Diebstahl ansehen können nicht nachvollziehen, dass andere diese als Investition in ein funktionierendes Land verstehen.

    • Josef Marti sagt:

      Fakt ist dass alle Privatisierungen kläglich gescheitert sind indem sie zu höheren Preisen schlechteren Leistungen, Kollateralschäden zulasten Allgemeinheit und Oligopolen mit Aushebelung des Wettbewerbs, erhöhten Markteintrittshürden und Selbstbedienungsvetternwirtschaft führen.

  • Anh Toàn sagt:

    Bei der Geschichte mit den Panama (und anderen Oasen) Geldern, ist nicht primär ein Steuerproblem: Wenn ein Unternehmen ein Patent in eine steuerprivilegierte Offshoregesellschaft einbringt, ist dies legal (vielleicht sogar legitim), die Beteiligung ist in der Bilanz (der wirtschaftlich Berechtigte bekannt), und wird sogar konsolidiert. Ein Unternehmen hat ein grösseres Interesse, Gewinne auszuweisen als Steuern zu sparen.
    Die Gelder in den Oasen, deren wirtschaftlich Berechtigter verschleiert wird, liegen fast immer dort, weil sie aus kriminellen Aktivitäten (Bestechung und Unterschlagung) kommen und/oder für solche verwendet werden sollen. Denn Geld, dass man versteckt hat, kann man nicht verwenden, wenn man es braucht, dann würde gefragt, woher es denn kommt.

    • Anh Toàn sagt:

      Ein Kleinunternehmer, der ein paar Aufträge schwarz abwickelt, und das Geld „versteckt“, kann sich damit kein Haus kaufen, keinen Porsche und keine neue Maschinen. Er kann damit nicht sein Unternehmen sanieren, falls dies notwendig ist, weil das Geld gibt es offiziell ja gar nicht. Er kann höchstens damit ins Bordell, in den Fresstempel oder sich eine Yacht unter Panama Flagge kaufen.

    • Anh Toàn sagt:

      Ich habe als Revisor einem erfolgreichen Unternehmer gesagt, wo wir noch etwas mehr abschreiben dürften, wofür wir noch Rückstellungen bilden könnten und damit Steuern sparen. Er hat geantwortet, er zahle gerne Steuern, weil nur wenn er die Steuern bezahle, glauben ihm die Banken und andere Geldgeber seine Gewinne und finanzieren sein Wachstum. Die Steuern „nehmen“ ihm zwar Geld, 30 Prozent seiner Gewinne, aber er bekommt mehr Geld von anderen, mit dem sein Unternehmen wachsen könne. Und wenn er eines Tages sein Unternehmen verkaufe, erhalte er die kapitalisierten Gewinne. Die Steuern haben ihm 30 Prozent der Gewinne genommen, der Käufer des Unternehmens zahlt ihm ganz grob 10mal die Gewinne.

  • Felix sagt:

    Klingt für mich etwa so: was habt ihr Zins-Sklaven denn? Anderswo werden Sklaven täglich ausgepeitscht, ihr nur einmal pro Woche. Und da beklagt ihr euch noch?

  • starfish sagt:

    Je mehr zwischenstaatliche Absprachen und Aushebelung der Steurkonkurrenz (Harmonisierung und Finanzausgleich) und ähnl. Mechanismen sich etablieren, desto höher werden die jeweiligen Steuersätze sein. Die Frage ist wohl, wieviel darf der Staat abschöpfen 25,30,50,75 % ? Welche Aufgaben darf und muss der Staat übernehmen, wie hoch soll die Staatsquote sein? Was die wenigsten Bürger bedenken: je grösser der Staat, desto kleiner die persönlichen, individuellen Freiheiten. Deshalb ist eine unnötige Vergrösserung kategorisch abzulehnen.

  • Antonio E. Boller sagt:

    Wer am Existenzminimum leben muss, tut sich mit dem Steuern zahlen verständlicherweise schwer. Wenn er dann noch mitanschauen muss, wie die wirklich Vermögenden ihr Kapital über Offshorekonten am Fiskus vorbei manöverieren (natürlich mit Segen des Finanzministers Maurer), staut sich dann schon eine gehörige Portion Wut im Kopf!
    Im rechtsbürgerlichen Kanton Thurgau, war man vor einigen Jahren ab 20k Jahreseinkommen steuerpflichtig. Seit einiger Zeit aber heisst es, auch die Finanzschwachen hätten zu zahlen und senkte den steuerpfichtigen Betrag auf 11.4k. Da muss man also mit mtl. Einkommen von 2250.- noch Steuern bezahlen! Die Gier, noch den letzten Tropfen aus den Menschen rauszuwinden um in den oberen Etagen, das Geld zum Fenster hinauszuwerfen, erhält dann schon kritische Dimensionen!

  • Hannes Müller sagt:

    Der Staat müsste mehr offenlegen, warum er seine Gelder wie verbraucht, und wo er welche Massnahmen zum haushälterischen Umgang mit den Steuern angeht. Transparenz ist auch da nötig.

    Bisher sehe ich vor allem Massnahmen, um die Ausgaben zu steigern (zB Kesb, zB Regulierungen) oder zu verstecken (zB umgangene Bewilligungsverfahren).

    • werner boss sagt:

      Es gibt schon Dinge, wo man sich fragt, ob die wirklich so teuer erstellt, und vom Steuerzahler bezahlt, werden müssen. So frage ich mich schon lange, warum Radwege so gebaut werden müssen, dass sie auch mit Panzer befahren werden können, weniger von der Breite, als viel mehr vom aufwändigen Unterbau:

  • Imholz Beat sagt:

    Hauptsache, unser Ueli ist froh dass die Reichen ihr Geld verstecken können…..
    Wenn er im Finanzdepartement den gleichen Augiasstall hinterlassen wird wie er im Verteidigungsdepartement hinterlassen hat (Stichwort: Bodluv), dann kann man sich in ein paar Jahren auf etwas gefasst machen

  • Dani Anger sagt:

    Was Herr Schaller dabei vergisst zu erwähnen: Nicht die Steuern als solches machen diese zur Last – sondern die Summe. Da sich der Staat im jetzig sozialisitischen System um alles, aber wirklich auch alles kümmern möchte, ist er gezwungen, den Bürger um rund 70% (siebzig!) Prozent seines Lebenswerkes zu enteignen. In diesen Dimensionen ist das eher eine Last und Diebstahl denn eine Freude. Paradox ist auch, dass die meisten angeführten Beispiele nochmalig zur Kasse bitten – Krankenkassen, ÖV, Autosteuern, etc. haben alle ihren eigenen Einzahlungsschein. Nicht zu vergessen die Billag, von der Herr Schaller fürstlich entlohnt wurde. Wie wäre es mit einem Staat, der sich nicht überall einmischt? Die eigentlichen Steuern wären keine Last, jeden CHF dreimal abzugeben, schon!

    • Sportpapi sagt:

      Aber wenn der Staat mal sparen möchte, wird praktisch jede Massnahme auf demokratischem Weg rückgängig gemacht. Bzw. viele Ausbauten werden erst demkoratisch beschlossen. Wir sind „der Staat“! (und nebenbei: unsere Regierung ist bürgerlich!)

    • Geert sagt:

      Auch wenn ich mit ihrem Kommentar grösstenteils Einverstanden bin… wir leben in einem Sozialistischen System? Das ist jetzt aber der Brüller des Tages!

  • Henry Dolittle sagt:

    Apropos Steuerverschwendung: Hier ein lustiges Gedankenexperiment. Stellen Sie sich vor, jeder Steuerzahler würde nicht nur bereitwillig seine Steuern zahlen, sondern könnte gleich auf der Steuererklärung auch noch bestimmen, wofür seine Steuern zu verwenden wären. Also zum Beispiel 10% für die Armee, 30% für Bildung, 20% für Soziales, 10% für die Bauern etc., oder eben umgekehrt, 30% für die Armee etc. Es wäre ja interessant zu sehen, ob solche Direktbestimmung der Staats-Ausgaben dem wählermässigen Anteil der von den diversen Parteien propagierten Verteil-Schlüsseln entspräche.

  • H.Lips sagt:

    Es bräuchte keine Steuerhinterziehung, wenn all die selbstgeschaffenen Probleme nicht wären bzw. deren Kostenfolgen.Ich bin überzeugt, dass mehr als der Zehnte nicht nötig wäre, würden unsere Regierungen verantwortungsvoll mit dem stetig steigenden Steuersubstrat umgehen. Es wäre ein Leichtes die Staatsausgaben um mindestens 50% zu senken.Da werden Jahr für Jahr Milliarden verpulvert.Auf allen Ebenen. Woher nimmt man die Frechheit, zu behaupten Steuern von bis zu 50% des Einkommens seien gerecht?Das ist purer Diebstahl.Die Hauptursachen der Ausgabenfreudigkeit liegen bei den Folgen der Massenimmigration.Für jeden aus dem Ausland neu angestellten Zuwanderer sollte der Ansteller Fr. 100’000.- als Kostenanteil für die Inanspruchnahme der hochstehenden Infrastruktur zahlen müssen.

  • H.Lips sagt:

    Die Schweiz ist gemäss Unterlagen der CIA bez. des Prokopfeinkommens auf den 16. Platz abgerutscht.Sie wurde von vielen Staaten überholt, weil sie eine denkbar schlechte Wirtschaftspolitik verfolgt hatUeber 6,5 Mio Ausländer sind für eine kürzere oder längere Zeit eingewandert.Das sind 148% der originalen Schweizer von 1950.Die Industrie hat den Riesenfehler (sie wiederholt ihn mit der PF)gemacht, einfach jede Menge Arbeiter hereinzuholen um den Bedarf an verkauften Gütern zu produzieren. Die Exportstärke ist auch ihre Schwäche.Denn die aus dem Ausland geholten Kräfte kommen uns letztlich teurer zustehen und müssen zum gleichen Tarif bezahlt werden wie die Einheimischen.Anstatt die Betriebe wie Nestle frühzeitig an den Ort des Konsums zu verlegen.7 Mio Einwohner waren gerade richtig-

    • bernhard moser sagt:

      Zuerst mal zu dem „original“ Schweizern, viele Schweizer haben schon aufgrund der Kleinräumigkeit ausländische Vorfahren, viele Unternehmen wurden von Ausländer gegründet, Nestle oder ABB als Beispiel. Einwanderung ist nicht einfach schlecht, sofern diese nicht ein gewisses Mass überschreitet. Und nun zum BSP die Schweiz ist ganz sicher immer noch in den Top Ten, schon aufgrund der Frankenstärke hat die CH diese Position gehalten, evtl. werden z.B. Katar und Norwegen sogar hinter uns Fallen, weil ihre Einnahmen stark vom Erdöl abhängen.

      • Willi sagt:

        Richtig, Herr Moser: … ’nicht einfach schlecht‘, es kommt auf die Menge an. Die aktuelle Diskussion dreht sich ja um die Menge, nicht darum, ob ‚offen‘ oder ‚abgeschottet‘.
        Ist eine BSP-Rangliste denn so wichtig? ‚Top Ten‘ kennt man von der Musik, vom Sport, …
        Deutschland ist Exportweltmeister, aber haben Sie die Sendung von Anne Will gestern abend gesehen? Es gibt andere Kriterien als die BSP-Rangliste, die den Wohlfahrts- und Sozialstaat ausmachen. Ich denke dabei z.B. an die KMU, die 99,6 der Firmen ausmachen, Arbeitsplätze schaffen und erhalten sowie auch Steuern bezahlen. Herr Schaller nennt die SVP, meint aber wohl eher die selbst geschaffene Hochpreis- und Hochlohninsel, die uns der Konkurrenzfähigkeit beraubt.

  • linus sagt:

    Solange viele Menschen mit bewundernden Blicken den Alt- und Neureichen nacheifern und die Märchen die sie erzählt bekommen glauben, solange wird es keine Gerechtigkeit geben. Ansonsten wäre das Steuersystem längst vereinfacht, das Bankgeheimnis verschwunden, Subventionen gestrichen und das Erben nicht möglich. Der Staat würde sich um die Grundbedürfnisse kümmern, den Rest würden die Privaten meistern.

  • Martin M. sagt:

    @Geert: linker geht’s wohl kaum mehr. Das ist schon fast kommunistisch was Sie hier zum Besten geben. Leute wie Sie fördern die Demontage unseres Staates. Pfui!

    • Geert sagt:

      Der Staat demontieren ist Spezialität der Bürgerlichen und der Neoliberalen, da brauche ich mich nicht kümmern. Und Kommunismus nicht unbedingt mein Ding. Dieser funktioniert nicht mit Menschen. Es gibt immer welche die unbedingt mehr haben müssen als andere. Das muss man bis zu einem gewissen grad zulassen, der Staat muss aber dafür sorgen dass dies nicht ausufert. In der Sozialen Marktwirtschaft der 80er Jahren ging das einigermassen, aber seit der Jahrtausendwende übernehmen wird immer mehr den Amerikanischen „the winner takes it all“ Kapitalismus. Dieser ist genauso extrem wie das was Sie als Kommunismus bezeichnen. Für mich liegt die Lösung irgendwo zwischen den beiden extremen.

  • bernhard moser sagt:

    Anton Schaller ich bitte Sie. Bei mir haben sich noch nie Freudengefühle ein gestellt wenn wieder ein Rechnung kommt für eine Rate (dabei hoffe ich doch immer vergeblich, dass man mich doch einmal vergessen hat, der Lottosechser ist wohl wahrscheinlicher).

  • Mel Frey sagt:

    Danke für diesen tollen Beitrag – endlich finde ich mal „meine Gedanken“ in schriftlicher Form im Internet. Es wird Zeit, das zu schätzen, was man hat. Ich liebe die Schweiz und schätze alles, was sie für unsere Lebensqualität macht und leistet. Deshalb zahle ich auch gerne Steuern. Bin mir sicher, dass die meisten Menschen aus der Mittelschicht ihre Steuern auch gut und fair zahlen. Ich bin aber auch überzeugt: Bei den Reichen lernst du sparen. Bestimmt überlegen sich die Reichsten täglich, wie sie weniger zahlen und mehr verdienen können. Wie langweilig muss dann das Leben sein – mir tun sie leid.

  • Peter Krummbuckel sagt:

    Steuern können zu einer Last werden, wenn sie getartn als Gebühren und Preiserhöhungen erhoben und immerzu erhöht werden. Wir haben ein Nullwachstum in Europa, oder sogar das Gegenteil. Durch die Automatisierung der Industrie und den Import von Konsumgüter aus Billiglohnländern sinken die Preise eher, wenn auch nur leicht. Und nun die Frage: Weshalb erhöhen sich die KK-Prämien andauernd? Weshalb erhöhen sich die Billet-Preise der SBB fast im Zweijahrestakt? Die Kurtaxen im Tourismus, und dies massiv? Die Energiepreise? Die Versicherungsprämien (ja, ich weiss, ist privatwirtschaftlich)? Es kommen immer mehr Fixkosten auf uns zu, denen wir nicht ausweichen können.

  • Thomas Ziegler sagt:

    Bravo! Einverstanden, ein wichtiger Beitrag, der endlich Gehör finden muss in unserer immer hedonistischeren Zeit, wo jeder nur noch auf sich und seinen persönlichen Vorteil schaut.

  • Peter B. sagt:

    Da geht wohl einer Richtung selektiver Wahrnehmung oder beginnender Demenz, Zitat: „Unsere Verkehrssysteme sind vorbildlich, …Die Autobahnen sind ausgebaut, quer durch die Schweiz. …. Und wo Engpässe entstehen, wird ausgebaut, und wo Sanierungen nötig sind, wird subito ausgebessert. ha ha

    15 Jahre Verpätung Gubrist, Oberlandautobahn, alle Fakten werden unterdrückt

    und die Versäumisse der Genossen einmal mehr schöngeschrieben

    • Geert sagt:

      Apropos selektiver Wahrnehmung… ich empfehle eine kleine Weltreise, mal sehen ob Peter danach immer noch über unsere Strassen rüsselt…

  • Maier Tom sagt:

    nicht dass man eigentlich den Sinn des Steuerzahlens nicht sehen würde aber wenn schon der oberste Finanzler der Schweiz das Steuer“optimieren“ via ausländische Schwarzgeldkonten als ok bezeichnet ist nun ein jeder ein Depp der nicht alle möglichen Hebel in Bewegung setzt um seine SteuerLAST zu reduzieren. Dies ist nun auch moralisch völlig ok! Also, bitte Anwälte und ausländische Finanz-„Optimierer“ — wo sind die Sammelkonten für die KMUS damit diese die Einnahmen aus der CH bringen? und wo sind die ausländischen Personal-Verleih-Firmen mit horrenden Spesen bei denen die schweizer Arbeitnehmer ihre Lohnausweise halbieren können ohne ihre Nettozahlungen zu reduzieren?
    (weitere Ideen sind willkommen und möchten bitte öffentlich gemacht werden)

  • Gruber sagt:

    Die Ausführungen von A. Schaller sind eine bezeichnende, schweizerische Selbstbewertung und falsch. Die Schweiz leistet sich Infrastrukturen die es sich nicht leisten kann. Waren es früher Autobahnen, ist es in jüngster Zeit die Eisenbahn, in die endlos Geld verlocht wird. Im Gesundheitswesen ist die CH weitgehend auf ausländische Kräfte angewiesen. Für eine genügende inländische Ausbildung sind trotz weltweit zweithöchster Prämien keine Mittel vorhanden. Umso mehr wird dafür in sogenannte Infrastrukturen, sprich Spitäler investiert. Richtig ist, dass Bürger und Kleinunternehmen dem Steuervogt ausgeliefert sind und die grossen optimieren.

  • Ulrich Konrad Schweizer sagt:

    In der Schweiz leiden zuwenig Leute an den Steuern. In Deutschland zahlen auch Leute mit bescheidenstem Einkommen genug, in der Schweiz nicht. Besonders krass sieht es bei der direkten Bundessteuer aus. Auch die Mehrwertsteuer, welche alle bezahlen, ist in D 19%, in der Schweiz nur 8%. So hat das mit Solidarität nichts zu tun.

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.