Barbaren unter uns

Politblog

Wer eine unerwünschte Meinung äussert, wird zum Schweigen gebracht: Polizisten überwältigen am 1. Mai 2017 in Istanbul einen Demonstranten. Foto: Keystone

70 Kilometer westlich von Istanbul liegt das Hochsicherheitsgefängnis Silivri, mit 10’000 Plätzen die grösste Haftanstalt Europas. Der heute in Deutschland lebende ehemalige «Cumhuriyet»-Chefredaktor Can Dündar war in Silivri inhaftiert und beschreibt den Komplex als «Internierungslager für Erdogan-Gegner». Derzeit werden in der Haftanstalt unzählige Regierungskritiker und über 100 Medienschaffende festgehalten. Der bekannteste Gefangene ist der deutsch-türkische Journalist Deniz Yücel, der bis zu seiner Verhaftung als Korrespondent für die «Welt» arbeitete. Die türkische Regierung wirft ihm «Terrorpropaganda» und «Aufwiegelung der Bevölkerung» vor. Ebenfalls in Silivri inhaftiert ist der Investigativjournalist Ahmet Şık. Ihm wird vorgeworfen, den türkischen Geheimdienst kritisiert und Tweets über die PKK verbreitet zu haben.

Drohende Worte an Gedenkveranstaltung

Die Liste der Inhaftierten liesse sich beliebig fortsetzen. Täglich treffen neue Meldungen aus der Türkei ein, die die Transformation des Landes in eine Diktatur belegen. «Denjenigen, die unsere Werte angreifen, brechen wir die Hände, schneiden ihnen die Zunge ab und vernichten ihr Leben», verkündete Parlamentspräsident Ismail Kahraman an einer Gedenkveranstaltung zum Putschversuch. Das sind keine leeren Drohungen. Seit kurzem sitzen auch Taner Kiliç und Idil Eser in Haft – der Präsident und die Landesdirektorin von Amnesty International Türkei. «Wir haben gelernt, dass die Verteidigung der Menschenrechte in der Türkei ein Verbrechen ist», sagte Amnesty-Generalsekretär Salil Shetty dazu.

Im Berner Kirchenfeld-Quartier sieht das jemand ganz anders. Ihan Saygili ist seit acht Monaten offizieller Vertreter der Türkei in der Schweiz und hat letzte Woche Journalisten eingeladen, um der Niederschlagung des Putschversuchs zu gedenken. In seitenlangen Interviews rechtfertigte der «weltoffene Botschafter» («Basler Zeitung») anschliessend das Vorgehen der Türkei – mit Worten fern jeden Realitätsbezugs. «Wir würden nie den Rechtsstaat aushebeln», erklärte Saygili und versicherte: «Kein Journalist sitzt in der Türkei wegen seiner journalistischen Tätigkeit ein.» Die Entlassung von über 100’000 Staatsangestellten und die Inhaftierung von rund 50’000 Menschen verglich Saygili mit dem Ende der DDR: «Als die beiden deutschen Staaten wiedervereint wurden, sind 500’000 Staatsbedienstete über Nacht entlassen worden.» Zur Todesstrafe sagte der Botschafter: «Davon redet in Türkei niemand mehr.» Zwei Tage später warb Erdogan an einer Kundgebung in Istanbul mit den Worten «Wir werden den Verrätern den Kopf abreissen!» für die Wiedereinführung der Todesstrafe. Von Saygili hat man seither nichts mehr gehört.

Unsere Aufgabe ist zu widersprechen

Dass ein Autokrat wie Erdogan nur willfährige Adlaten als Repräsentanten duldet, ist nicht weiter erstaunlich. Dennoch ist es unerträglich, wie Propagandabotschafter vom Schlage eines Saygilis die Öffentlichkeit zu belehren versuchen, in der Türkei herrschten rechtsstaatliche Prinzipien. Die einzige Antwort darauf ist die Demaskierung solcher Bemühungen als PR-Shows und der entschiedene Widerspruch. Wer die Ausbreitung der Barbarei in der Türkei rechtfertigt und verharmlost, handelt selber barbarisch. Egal, ob er das am Bosporus tut – oder im beschaulichen Berner Diplomatenviertel.

86 Kommentare zu «Barbaren unter uns»

  • Nora Martinek sagt:

    Es ist doch nicht immer die Aufgabe der Schweiz sich überall einzumischen. Kümmern wir uns besser mal um unser Land, da gäbe es auch einiges anzupacken. Die Türkei kann sich gut um sich selber kümmern, dazu braucht es die Schweiz nicht. Und es braucht in der Schweiz auch keine Demonstrationen betreffend die Türkei – wer in der Türkei etwas bewirken will, soll doch in die Türkei gehen und dort demonstrieren.

    • Othmar Riesen sagt:

      @Martinek: schon was von Solidarität gehört?

      • Jean Paresse sagt:

        Solidarität mit wem? In Deutschland haben 75% der Türken Erdogan gewählt. Der Mann hat eine satte Mehrheit, seine Politik (und sein Hass auf Andersgläubige), sind türkischer Konsens.

        • Eren Karakus sagt:

          1. In der Schweiz bestand ein „Nein“ Anteil von rund 60%.
          2. In Deutschland leben rund 3mio. türkisch Stämmige. Rund 1.5 Mio. sind TR Staatsbürger. Davon sind 46% wählen gegangen –> 690’000 Menschen. 63% haben ja gesagt zum System Erdogan –> 435’000 Menschen.

          Daher: Wer differenzieren kann ist klar im Vorteil.

          • Martin Frey sagt:

            Da haben Sie recht, Eren Karakus. Das muss man immer wieder erwähnen.
            Trotzdem ist es ziemlich erschütternd, die wie AKP quasi auf Knopfdruck die Massen auf die Strassen bringt. Und ebenfalls auf Knopfdruck bewirken kann, dass Millionen Türken zuhause bleiben, wie unlängst in Köln bei der Demo gegen islamistische Gewalt. Der ersten ihrer Art.

          • Rudolf Wildberger sagt:

            Herr Krakaus, ihre Zahlenspielerei mit Prozenten um die Unterstsützung für Erdogans Politik klein zu rechnen ist wie pfeifen im Wald oder Propaganda für die Dummen. Es sind natürlich nie alle nicht abstimmenden erdogankritische Türken. Mit den vielen türkischen Menschen in Westeuropa haben wir eben auch türkische Konflikte und deren traditionelle Konfliktbewältigun nach Mitteleuropa geholt.

          • Rudolf Wildberger sagt:

            Herr Krakaus, ihre Zahlenspielerei mit Prozenten um die Unterstsützung für Erdogans Politik klein zu rechnen ist wie pfeifen im Wald oder Propaganda für die Dummen. Es sind natürlich nie alle nicht abstimmenden erdogankritische Türken. Mit den vielen türkischen Menschen in Westeuropa haben wir auch türkische Konflikte und deren traditionelle Konfliktbewältigun nach Mitteleuropa geholt.

          • Manfred Stierli sagt:

            Zu 1.:
            Dh, dass trotzdem nahezu jeder Zweite dafür war.
            Was sagt uns das?

          • Dieter Sprenger sagt:

            Dieser ,,Nein“ Anteil der in der Schweiz lebenden Türken war einmalig, auch wenn leider nur ein Trostpflaster da letztendlich der Ja Anteil insgesammt überwog ! Bedenklich hingegen waren die Ergebnisse der Auslandtürken besonders in Deutschland welche für Erdogans Referendum stimmten . Meines Erachtens müssten die Ja Stimmenden Auslandtürken welche einerseits in freiheitlichen Gastländern leben und auch davon profitieren, andererseits jedoch in deren Heimat eine Diktatur wünschen, Europa in Richtung deren Heimatstaat verlassen . Dazu wäre es kaum gekommen würde nur eine Staatsangehörigkeit bzw. keine Doppelbürger akzeptiert ! Allerdings wer nun Glaubt wie linke Kreise dies behaupten, dass sich Menschen mit einer raschen Einbürgerung besser integrieren lassen wird sich gewaltig täuschen .

      • Marco Müller sagt:

        Schon was von Eigenverantwortung gehört?

        • Andy sagt:

          @Müller: Eigenverantwortung von der grossen Minderheit, welche nie Erdogan gewählt hat, die Verfassungsreform abgelehnt hat und zufälligerweise irgendwo im Beziehungsnetz eine PKK- oder Güllennahe Person hat (oder sonst irgendwie verdächtigt wird) und darum eingesperrt oder entlassen worden ist (ohne Chance auf Neuanstellung), vielleicht noch das Eigentum konfisziert wurde. Wenn diese Minderheit wegen dem fehlenden Rechtsstaat nun in der Schweiz Asyl sucht dann ist das doch wieder unsere Angelegenheit, egal ob wir Asyl gewähren oder nicht.

    • Hermann sagt:

      Überall einmischen? Wo mischt sie sich denn überall ein? Wenns um die Drecksarbeit geht versteckt sie sich ja immer hinter ihrer angeblichen Neutralität!

    • Martin Frey sagt:

      Wegschauen war noch nie eine gute Devise wenn in der Nachbarschaft ein totalitäres Regime entsteht. Die Türkei tangiert uns in hohem Masse, ob Ihnen Frau Martinek, das passt oder nicht.
      Die Analogien zu den Anfängen in den frühen 30er Jahren sind unübersehbar. Und wir wissen ja alle wo das endete.

    • Friedrich Werner sagt:

      Wie der Titel schon sagt, ‚Barbaren unter uns‘, wird hier ein Aspekt der Ereignisse in der Türkei benannt, der uns hier in der Schweiz betrifft. Ein Barbar unter uns verbreitet Lügen und viele lassen das widerspruchslos geschehen. Wenn wir das hier einfach geschehen lassen, dann untergräbt das auch unsere rechtsstaatlichen Standards. Das Anliegen dieses Artikels scheint mir nicht primär eine Verbesserung der Verhältnisse in der Türkei zu sein. Es geht vielmehr darum, Menschen wie Sie an ihre Verantwortung zu erinnern, die Sie und ich, wir alle hier und überall! für Rechtsstaatlichkeit oder die Menschenrechte haben. Offenbar ist es ihm nicht gelungen. Wie sollte das auch gelingen? Ist nicht im Zeitalter des Wissens eine Ignoranz wie die Ihre die Folge einer Entscheidung? Vermutlich schon.

      • Sibylle Weiss sagt:

        Verantwortung ist ein grosses Wort. Die Verantwortung bei uns läge v.a. bei unseren Regierungsmitgliedern wie die Gründliebaralen und die Linksparteien, welche immer noch die Idee haben, diese Salafis schützen zu müssen und sich als deren Anwälte hervortun. Solange wir solche Leute in der Regierung haben, wird die Toleranzgrenze immer grösser. Oder warum sonst, ist die Verteilaktion „Lies“ immer noch nicht verboten??? Oder warum ist der ISZR noch nicht geschlossen worden?? Fragen über Fragen, über Fragen?? Man sorgt sich halt mehr um den „Generalverdacht“ gegenüber Muslime anstatt um die innere Sicherheit und opfert die Freiheit der einzelnen Bürger zugunsten der „Religionsfreiheit“ für die Religionsfanatiker!

        • Mark Keller sagt:

          Es geht hier im Moment nicht um den IZRS oder um Salafisten. Es geht darum, dass die Türkei jetzt in diesem Augenblick zur Diktatur und zu einem Unrechtsstaat mutiert. Es geht darum, dass im Ausland lebende Türken und deren Familien, die gegen die aktuelle Regierung sind, nicht mal mehr bei uns sicher sind! Wer wegschaut was in der Türkei abgehet, oder dies sogar noch gut findet, der macht sich mitschuldig!

    • Andy sagt:

      Ja wir können auch zusehen, wie eine Demokratie nach der anderen um uns herum zerfällt. Die noch junge Demokratie in der Türkei ist in kurzer Zeit zerbröselt, ältere Demokratien halten etwas mehr aus, doch es braucht viel weniger als mache denken. In Polen wurde soeben der Rechtsstaat zu grossen Teilen demontiert.

    • Rolf Zach sagt:

      Frau Martinek hat sich etwas undiplomatisch geäußert, aber so unrecht hat sie nicht.
      Erstens wir müssen unterscheiden, ob es ein christlich oder islamisch geprägtes Land ist. Mir ist ein Land in Lateinamerika kulturell näher als ein islamisches Land wie die Türkei. Wenn wir meinen, wir könnten die islamische Welt beeinflussen, sind wir gewaltig auf dem Holzweg. Die Krisen der islamischen Welt sind für uns unlösbar und es hat sich gezeigt, dass zum Beispiel die US-Intervention gegen so einen abscheulichen Diktator wie Saddam 2003 nur mehr Unglück über den Irak gebracht haben. Natürlich kann man den Irak überhaupt nicht mit der Türkei vergleichen. Aber die Mehrheit der Türken wollen in einem konservativen Islam gegen die Demokratie leben, trotz Atatürk. Nehmen wir die Türkei, wie sie ist!

      • cyan jaeger sagt:

        Ich bin ib Herrn Rolf Zachs Kommentaren mehr als beunruhigt. Trennung von Kulturen bedeutet Frieden? Die Mehrheit der Türken möchten in einem islamisch-totalitären Regime leben? Habe wirklich selten etwas weniger haarsträubendes gelesen.
        Die Mehrheit der Türken möchten in einer stabilen Demokratie mit hoher Rechtssicherheit leben und begreifen die Religion als Privatsache. Wahlbetrügereien und korrumpierte Politiker sorgen für Fassungslosigkeit und Angst vor der Zukunft. Viele haben das Land fluchtartig verlassen und mehr werden folgen weil sie nicht untwrdrückt werden wollen.
        Zu der Kulturtrennung – von welchen Kulturen sprechen sie? Kulturen fibt es nicht sondern nur Menschen, die glauben was Besseres zu sein (so wie Sie Herr Zach) nur dank des „richtigen“ Geburtsortes.

        • Robin sagt:

          „Kulturen gibt es nicht sondern nur Menschen“
          ~cyan jaeger; 21. Juli 2017

          Von wo diese Selbstüberzeugung?

          • cyan jaeger sagt:

            Kulturen entstehen durch Menschen und sind eigentlich nichts anderes als Produkte der Fantasie. Mein letzter Satz war wohl etwas missverständlich. Kultur ist eine Schubladisierung von Traditionen, Gesellschaftlicher Ordnung, religiösen Befindlichkeiten etc. deren Sinn und Wahrheit hinterfragt werden müssen, denn sie tragen zur Trennung und Abgrenzung bei.

        • Rudolf Wildberger sagt:

          Herr Jaeger, wenn sie glauben, Kulturen spielen keine Rolle, dann täuschen sie sich ganz gründlich. Ihre starke Gewichtung des individuums ist eine chistliche Tradition. Vieles zu hinterfragen auch entgegen Autoritäten ist christlich-jüdisch. Göttliche Gesetze und Regeln einfach zu befolgen ist eher jüdisch und islamisch. Solche unterschiedliche Grundeinstellungen bergen Konfliktpotenzial, das durch ignorieren nicht kleiner wird, besonders wenn die eigene Einstellung als allein gültige gesehen wird. Um die eigen kulturelle Bedingtheit zu bemerken da hilft reisen und das offene Gespräch über kulturelle Grenzen hinweg. Reisen so verstanden ist mehr als ein Liegestuhl mit Meerblick in einem exotischen Land.

          • cyan jaeger sagt:

            Her Wildberger, ich habe nicht gesagt, dass Kultur keine Rolle spielt – leider tut sie das sehr wohl und nicht zwingend zum allgemeinen Vorteil. Sie haben recht, dass reisen bildet und durch den eigenen Horizont erweitert, dies hat aber wohl mehr damit zu tun die eigene Komfortzone und das traute Heim hinter sich zu lassen.
            Ihrer Erklärung von Grundeinstellungen mit Religion kann ich aber nichts abgewinnen. Einerseits waren Grundeinstellungen noch vor der Religion vorhanden und Hinterfragen von Autoritäten war noch nie etwas religiös akzeptierten (evtl. im Buddhismus). Grundsätzlich verlangen alle Religionen das blinde befolgen der heiligen Schriften und Anweisungen entsprechender Würdenträger. Aber netter Versucht das nicht-christliche zu verunglimpfen.

          • Rudolf Wildberger sagt:

            Herr Jaeger zugegeben, meine Zuordnunng von Gruneinstellungen zu Religonstraditionen ist sehr grob liegt im Einzelfall sicher völlig daneben, aber solche Grundeinstellungen durchdringen Konflikte und Lösungsansätze, denn andere Kultur heisst auch andere Erfahrung. Auf diese Weise wirken Traditionen und sind nicht durch einen Beschluss der UNO oder des Europäischen Gerichtshofes aus der Welt zu schaffen. Religion spielt dabei nur die Rolle des ideologischenn Skelettes, die eine Tradition stabilisiert. Weil die Religion bei uns zurückgedrängt worden ist und durch eine Multikulti-Beliebigkeit verdrängt wird, scheint hier die kulturelle Tradition und deren Werte zu zerbröseln. Dabei brauchenn wir Kultur wie der Fisch das Wasser das dieser aber nicht bemerkt, weil es einfach da ist.

          • Mark Keller sagt:

            Rudolf Wildberger, Muslime die ich kenne und solche die bei uns zu Gast sind, befolgen keine „göttlichen Gesetze“ blindlings! Der durchschnittliche Muslim ist genauso viel bzw. so wenig religiös wie der durchschnittliche Christ.

      • Röschu sagt:

        @Rolf Zach
        Meiner Meinung nach sprechen Sie hier einen sehr wichtigen Punkt an, den viele nicht verstehen oder nicht verstehen wollen. Wie steht es den heute um die Länder in Nordafrika und im Nahen Osten, in denen die westlichen Mächten ‚Demokratie, Freiheit und Frieden‘ gebracht haben will? Einfach davon auszugehen, dass unsere westliche Weltanschauung die einzig richtige ist und von allen akzeptiert werden soll, vereinfacht die Sache zu sehr.

        • Martin Frey sagt:

          Ein Gelehrter aus dem Irak hat das letzthin schön auf den Punkt gebracht, Röschu:
          Demokratie kann in der islamischen Welt nur funktionieren, wenn bereits Laizismus sowie Säkularismus gesellschaftlich und staatlich anerkannt ist. Sprich zuerst kommt Säkularismus, dann erst haben demokratische Strukturen eine Chance.
          In allen bisherigen Beispielen war die Reihenfolge umgekehrt, und das kann in der Tat nicht funktionieren.

          • Mark Keller sagt:

            Genau… wie in der Schweiz, wo bei der Gesetzgebung auch keine Rücksicht auf Katholiken genommen wird… gälled Si.

          • Röschu sagt:

            @Mark Keller
            Dieser Vergleich macht überhaupt keinen Sinn. Offenbar haben Sie das eigentliche Problem immer noch nicht verstanden.

      • Yolanda Hecht sagt:

        @Zach. Vielleicht kennen Sie einfach Lateinamerika nicht gut genug. In El Salvador drohen einer Frau Jahrzehnte Gefängnis, wenn sie eine Fehlgeburt hat. Auch Mord und Totschlag an Ehefrauen oder Geliebten sind in Lateinamerika häufig und bleiben weitgehend ungestraft. Die Länder mit den weltweit höchsten Mordraten liegen ebenfalls dort. Von Korruption, Folter, Misswirtschaft, Diktatur, Terror, brutalem Militär, mangelnder Pressefreiheit, nicht funktionierenden Staaten, etc., etc. ganz zu schweigen. – Ein kleiner Einwurf zum Thema Christentum, christliche Werte und was man dabei so alles übersehen kann.

    • Christian Fischbacher sagt:

      Mit dieser Einstellung konnte schon das Dritte Reich aufkommen.

      • Röschu sagt:

        und Sie gehen, davon aus, dass die Schweiz dies hätte verhindern können, wenn der Bundesrat in den 30er Jahren in Berlin protestiert hätte?

        • Jack Stoffel sagt:

          Röschu: Ja! Unbedingt hätte das demokratische Europa (nicht nur die Schweiz allein) mehr tun müssen: Hätten die Briten/Franzosen/Amis in den 1930er-Jahren die Deutschen wegen ihres Grössenwahns deutlich in den Senkel gestellt (schon kurz nach Hitlers Machtergreifung und allerspätestens bei der Besetzung des Sudetenlandes), und hätten in Frankreich nicht zu viele „Mourir pour Dantzig?“ mit „Non!“ beantwortet, wäre wohl einiges anders herausgekommen.

          • Röschu sagt:

            Sie sagen es ja selbst: wenn, dann muss das demokratische Europa gemeinsam(!) etwas unternehmen. Ein Vorpreschen der kleinen Schweiz ohne sicheres Wissen das die grossen Mächte uns unterstützen ist nicht nur sinnlos, sondern geradezu gefährlich für uns.
            .
            Ich bin überzeugt: Hätte sich die Schweiz im und vor dem 2. Weltkrieg nicht diplomatisch und neutral verhalten, wäre sie von Nazideutschland schlicht überrannt worden. Die Schweiz wie wir sie heute kennen, würde es dann längst nicht mehr geben.

          • Marc Berthoud sagt:

            So ein Quatsch. Der Krieg wurde ab 33 systematisch vorbereitet und waere durch nichts zu verhindern gewesen. Hoechstens verzoergert haette er werden koennen und das waere mit fortgeschrittener Technologie noch viel schlimmer gekommen.

          • Mark Keller sagt:

            Röschu… neutral und diplomatisch? Wo haben Sie denn diese Märchen gelesen?

  • werner boss sagt:

    Was ist der „Rechtsstaat“? Dort beginnt doch bereits das Problem, weil alle etwas anderes, eben ihren Staat als die weltbeste Einrichtung betrachten. Dabei bin ich nach wie vor der Meinung, dass unser System in einem so grossen Staat wie der Türkei mit einer derart schwachen Regierung wie wir sie haben, nie funktionieren würde. Also was regen wir uns ständig über andere auf, wenn wir selber genug Probleme haben.Siehe Armee!

    • Cybot sagt:

      Ein „Rechtsstaat“ ist keineswegs Auffassungssache, sondern ziemlich genau definiert. Aber einfach etwas behaupten ist halt einfacher als sich zu informieren.

    • maja sagt:

      Ich möchte keine Regierung, die mit dem Vorschlaghammer regiert, dann ist mir unsere, die den Schraubenzieher benutzt doch lieber. Ich finde auch, dass wir nicht einfach so zusehen dürfen wenn sich wieder einer als Diktator aufführt.

      • Constatin S.M. sagt:

        @CyboT
        Aha, Sie meinen die schulbuchmässige Definition von der Gewaltenteilung, der Legislative, Exekutive und Judikative? Also wenn das Ihre und „die“ Defintion sein soll, dann Gute Nacht

      • Marco Müller sagt:

        @maja: Denken Sie wirklich, was der Bürger will, hätte in einer Demokratie wie der Schweiz irgendeeinen Einfluss? Träumen Sie weiter.

        • Rolf Zach sagt:

          Jede Gesellschaft ist eine Gesellschaft der Eliten, auch in der Demokratie gibt es oben und unten.
          Aber die einzelnen Eliten sind autonomer in ihren Handlungen und die Macht-Elite kann mit der Funktions-Elite nicht einfach herumspringen, wie es ihrer Willkür und ihrer Bequemlichkeit behagt. Dies nennt man die offene Gesellschaft (Popper).
          Im Islam, dies aufzubauen, ist ein Ding der Unmöglichkeit und überhaupt wollen dies die meisten Menschen dort? Sie sind zwar nicht glücklich, dass zeigen die vielen Krisen, aber ihre Identität für eine offene Gesellschaft aufzugeben, sind sie kaum bereit. Nach ihnen sind wir, die abendländische Kultur, der Grund ihres Unglücks. Wollen wir ihnen diese Ansicht verwehren? Der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Trennung der Kulturen ist der Friede!

          • Andy sagt:

            Ich finde es unerhört, dass Sie ihre krude Theorie der getrennten Kulturen mit Popper im gleichen Atemzug nennen. Der politische Islam passt sicher nicht zur offenen Gesellschaft, aber wenn Sie dem gesamten Islam die Fähigkeit dazu absprechen tun Sie den den vielen gemässigten Moslems unrecht, welche Weltweit zu einem aufgeklärten Islam stehen.

          • Jack Stoffel sagt:

            „Im Islam, dies [= die offene Gesellschaft]aufzubauen, ist ein Ding der Unmöglichkeit “
            Freut mich, Herr Zach. Sie haben diesen Aufbau à la Popper ganz sicher mit allen Mitteln versucht, blicken in Sachen Islam total durch und kennen deshalb DIE Wahrheit.

          • Jack Stoffel sagt:

            „Trennung der Kulturen ist der Friede!“
            …sagten die Herrscher im Mittelalter und sperrten die Juden in Ghettos ein.
            …sagten die weissen Rassisten in Südafrika und im Süden der USA und setzten im 20. Jh. das Apartheidsystem (die Rassentrennung) durch.
            …schreibt Rolf Zach im Jahre 2017

  • Benjamin Zibble sagt:

    Auch in der Schweiz werden protestierende Menschen mal mehr mal weniger agressiv verhaftet, fichiert, eingesperrt, verhört, verfolgt… mit gesetzlich fragwürdig legalen Methoden drangsaliert, vorgeladen… ein konkretes Beispiel sind die jungen Menschen die sich gegen die bürgerlich neoliberale Spardiktatur bei den öffentlichen Schulen wehren… die tun das schon seit Monaten. Offenbar sind derartige Anliegen auch hier völlig unwichtig und staatlich verordnete Repression an der Tagesordung. Gesetz und Ordungstypen werden fröhlich jauchtzen ob der Polizei die ja nur ihre Arbeit macht… einfach ists wenn Demonstrationen und Proteste bewilligt werden müssen den ohne diese sind die illegal. Bericht bei BFS Zürich vom 14.7.

    • Roger Graf sagt:

      Mir verschlägt es fast die Sprache.
      Wie kann man die Schweizer Polizei und Justiz mit der Türkei vergleichen?

      • herber meier sagt:

        tut zibble das? eher nicht. nur weil’s in der türkei abartig läuft, heisst das noch lange nicht, dass bei uns alles perfekt ist.

      • Röschu sagt:

        @Roger Graf
        Es geht darum, dass sowohl in der Türkei als auch bei uns Menschen, die mit den Meinungen der Regierenden nicht konform sind, von diesen systematisch schikaniert werden. Natürlich sind sowohl Protestform als auch Bestrafung bei uns weniger radikal und drastisch als in der Türkei. Im Grundsatz weisen die Situationen aber durchaus ähnliche Züge auf.

        • Mark Keller sagt:

          Aha… dann nennen Sie uns doch mal ein Beispiel der Bestrafung von einem Menschen in der Schweiz, dessen Meinung nicht konform zu unseren Regierungen war. Bin gespannt, was Sie anführen können.

    • Froilet sagt:

      Wo ist der Unterschied! Die Schweizer Justiz ist nicht besser gegenueber anders denkenden!
      Das Problem liegt in der Manipulierten „Pressefreiheit“ wo nicht existiert in der Schweiz

      • Mark Keller sagt:

        Das ist jetzt schon etwas queer… Wenn Sie schon solche Behauptungen aufstellen, dann bitte auch konkete Beispiele mit Quellen nennen, die eine Aussage auch überprüfbar machen!

  • Papa Moll sagt:

    …immerhin darf hier in der Schweiz jede(r) seinen Nonsens verzapfen, sei es auch noch so abstrus und weltfremd, ohne Repressalien irgendwelcher Art befürchten zu müssen! Gewaltlose Demos, Kundgebungen etc. sind mitnichten verfolgt o.ä.! Aber um das zu merken müsste man vielleicht mal die heimelige Schweiz verlassen und Augen und Ohren offen halten!

  • Jakob Ringmann sagt:

    Es ist höchste Zeit diesem kollektiven Erdogantürkenwahn den Kampf an zu sagen und die Demokratie wieder her zu stellen. Gabriel hat – leider viel zu spät – die richtigen Weichen gestellt. (Deutschland kann seinen Exportüberschuss durch Türkeibeschränkungen korrigieren). Leider fehlen einmal mehr die Massnahmen der Schweiz. Wir verkaufen lieber Rieter Webmaschinen nach dem Schneider Ammann Prinzip. Ethik u. Moral gehen einmal mehr den Bach runter. Aber die CH ist nicht alleine, auch die EU ist immer noch blind auf dem Türkenauge, wobei Massnahmen wie Reisebeschränkungen, Handelsbeschränkungen, Unterstützungszahlungen
    unverzüglich beschlossen werden müssen. Persönlich bin ich der Ansicht,
    verantwortungsbewusste Demokraten meiden die jetzige Türkei, Ferien in der Türkei sind z.Zt. tabu.

    • Andy sagt:

      Nicht nur für verantwortungsbewusste Demokraten ist die Türkei tabu. Mit dem grossen Einsperrwahn reicht vermutlich ein einziges SMS mit güllenischen Ferienwünschen und der Ausflug in die Türkei hat nichts mehr mit Ferien zu tun.

    • Mark Keller sagt:

      Wozu braucht es von der Regierung verordnete Reisebeschränkungen? Jeder kann für sich entscheiden, ob er noch in die Türkei reisen will. Für mich jedenfalls ist die Türkei als Reiseland gestrichen!

  • Marc Breu sagt:

    Präsident Erdogan hat die Türkei verkauft, an die Glaubensbrüder in den schwerrreichen Ölstaaten. … Dafür ruiniert er die Türkei. Die Türken werden irgendwann über ihn richten. Europa sollte den Türken die Stange halten, aber nicht der Politik Erdogans.

    • Martin Frey sagt:

      Mit den schwerrreichen Ölstaaten hat das alles herzlich wenig zu tun. Abgesehen von Qatar sind nämlich alle der AKP gegenüber ablehnend bis feindlich eingestellt.

  • Martin Frey sagt:

    Die Türkei, ein äusserst schwieriges Thema. Nicht nur darum, weil grundsätzlich jeder Kommentar von aussen zu den Verhältnissen in der Türkei prinzipiell als ehrverletzende Anmassung empfunden wird.
    Aus retrospektiv nicht ganz nachvollziehbaren Gründen hat Deutschland mitte des letzten Jahrhunderts mit der Türkei eine spezielle Freundschaft angebahnt, in gegenseitigem Interesse. Nicht zuletzt wohl auch in der Hoffnung, durch Einbindung des damals modernsten muslimischen Landes am Eingang zu Europa der gesamten islamischen Welt zu einem Rollenmodell zu verhelfen.
    Heute muss man konstatieren, dass die Türkei nur noch Nuancen vom Schlächterstaat jenseits der Grenzen trennt, dem Schlächterstaat, der ursprünglich Partner war, bis Assad sich mit Erdogan überworfen hat.

    • Martin Frey sagt:

      Heute ist die Türkei keine Demokratie mehr, kein Rechtsstaat, und von Laizismus/Säkularismus wohl weiter weg als je zuvor. Erdogan, der derselben Muslimbruderschaft entstammt wie Musri, hat dasselbe Demokratieverständnis, sprich hilfreich zur Machterlangung, bis man dann die eigene Agenda ohne Rücksicht auf Verluste durchzieht.
      Die Türkei ist jedoch näher bei Europa als Aegypten, auf verschiedenen Ebenen verflechtet und kann in der Diaspora, was linke Utopisten am meisten schmerzen dürfte, auf eine Armada von integrationsunwilligem Fussvolk zählen, welches jedem Fingerschnippen aus Ankara blind gehorcht. unabhängig davon, wielange sie hier schon leben, und ob sie einen Zweitpass haben.
      Dazu zählen auch die professionellen AKP-Trolls in Medien, Islamrat, sowie anderen Institutionen.

      • Rolf Zach sagt:

        Nun, Schweizer mit türkischem Emigrations-Hintergrund haben dieselben Rechte, aber auch Pflichten als Schweizer wie wir beide. Aber sie haben nicht das Recht, minderjährige Ehefrauen aus der Türkei zu holen, die nicht Deutsch sprechen. Die müssen die gleiche Einbürgerung durchlaufen, wie andere Emigranten auch. Die Schweizer türkischer Abstammung müssen für ihre Kinder in der Schule genau die gleichen Vorschriften+Gepflogenheiten beachten wie alle hier, die den Artikel kommentieren. Ebenso zählt bei einer Anstellung das Schweizer Obligationenrecht und nicht der Islam. Unsere Gesetze sind für uns alle da und nicht die Scharia. Übrigens war dies bei den ersten Türken, die in die Schweiz emigrierten, überhaupt kein Problem. Auch ihre Frauen trugen auch kein Kopftuch, heute ist das anders.

        • Martin Frey sagt:

          Sie haben recht, Herr Zach. Nur ist das die Theorie. Die Praxis imponiert leider anders, insbesondere in Deutschland, Belgien und anderen Ländern. Wir haben in der CH glücklicherweise eine etwas anders durchmischte türkische Diaspora.
          Wir sollten nicht vergessen, dass nicht mal die Hälfte aller Türken AKP wählen. Und die Gründe dieser Hälfte sind teils sehr heterogen. Die Unterstützung für die AKP ist sicher auch ein Stück weit dem wirtschaftlichen Erfolg der letzten Jahre geschuldet.
          Aber klar, es findet in der gesamten islamischen Welt eine Re-Islamisierung statt. Die Türkei tangiert uns da einfach am direktesten. Letztendlich geht es daher auch um uns, und nicht nur um die Türkei, wenn wir unsere Stimme erheben.

  • Matthias Horvath sagt:

    Es gibt im Ungarischen ein bezeichnendes Sprichwort: „Egy szabad országban szabad emberek aszt mondhatnak amit szabad.“ Übersetzung: „In einem freien Land sprechen freie Bürger über das, was ihnen erlaubt wird.“

  • Marc Keller sagt:

    Dem Autor dieses Blog gebe ich vollkommen recht. Wir müssen uns einmischen. rechts- oder linkspopulistische Regierungen und Gruppierungen haben nicht zuletzt so rasant an Macht gewonnen, weil viel zu viele nur zuschauen und lapidar stammeln: „Was sollen wir uns einmischen? – die machen doch was sie wollen“. Eine total falsche Strategie. Wenn es unserer Demokratie „an den Kragen geht“, ist es zu spät. Auch die Zurückhaltung unserer Top-Politiker, aus wirtschaftlichen oder was immer für Gründen, die sich darauf beschränken, mit dem Weissweinglas zu klirren oder die neuste Mode vorzuführen, ist fatal. Sie degradieren sich zu kraftlosen Marionetten. Etwas mehr Zivilcourage braucht die Welt, unsere Nachkommen werden es uns danken, denn auch sie möchten weiterhin in Freiheit leben können.

    • Rolf Zach sagt:

      In Polen bin ich sofort damit einverstanden, aber in der Türkei? Wollen wir uns China, im Iran, in Saudi-Arabien, Ägypten und Algerien einmischen? Wohl kaum, diese Völker müssen selber ihren Weg finden.
      Dies bedeutet aber nicht, dass wir mutigen und aufrechten Leuten aus der Türkei, wie zum Beispiel sehr bekannten Geistesgrößen der Türkei Asyl gewähren. Der Handel läuft weiter, aber nicht unbedingt die Kredite, die man in der Türkei leicht verlieren kann.

  • Othmar Riesen sagt:

    @Zibble, und? droht ihnen die Todesstrafe?

  • Michel Benedetti sagt:

    Hat der Autor denn den türkischen Botschafter mit der Tatsache konfrontiert, dass Menschen für ihre abweichenden Meinungen ins Gefängnis müssen? Und technisch gesehen wäre doch ein Botschafter kein blosser Repräsentant, obwohl er vielleicht so wirken würde.

  • Randolf Stucki sagt:

    und doch waren eine Mehrzahl der Tuerken so dumm oder veraengstigt genug um einen Despoten zu waehlen der aus den Tuerken nun ein Volk von gedankenlosen Speichellecker eines groessenwahnsinnigen Diktators machen will

    • Martin Frey sagt:

      Hitler wurde auch gewählt, der Rest ist Geschichte.
      Wir dürfen nie vergessen, wie dünn die Schicht der Zivilisation ist.

  • Gudrun-Maria Schaller sagt:

    Die Einmischung in die Rechtsstaatlichkeit anderer Länder, kann selbstverständlich versucht werden, beeindrucken wird das gerade Führungs-Despoten nicht besonders. Dass die Türkei in einen despotischen Islamstaat driftet ist sichtbar. Dass die Türkei des Weiteren schon über längere Zeit hin, versucht mit ihren islam. Krakenarme gezielt auch Europa einzufangen, ebenfalls.
    Eine Westminsterdemokratie wird nicht überall machbar sein, ABER es wird doch wenigstens möglich sein, sich gegen aufdringliche Kraken zu erwehren ?
    Oder, ist Europa schon so weit geistig degeneriert, dass es die eigene Rechtsstaatlichkeit einem wie auch immer gearteten OPPORTUNISMUS opfert ! Irgendwann ist dann die Wehrhaftigkeit…. einfach weg geglitten……!

  • werner boss sagt:

    Ein weiteresBeispiel gefällig? Haben wir nicht unlängst über eine Energieinitiative abgestimmt wo uns das blaue vom Himmel versprochen wurde und kaum ein Monat später lässt man die Katze aus dem Sack und redet von den CO-2 produzierenden Gaskraftwerken als Energiezukunft! wer da noch etwas glaubt, der ist entweder noch sehr jung oder d…..

    • Heiri Bisig sagt:

      Sorry, Herr Boss, aber das ist keine Neuigkeit, das konnte man schon vorher wissen. Wenn man sich für die Sache statt „gegen eine Partei“ interessiert hätte, hätte man diese Informationen finden können. Aber Hauptsache, man konnte gegen eine Partei stimmen, was interessiert denn nun plötzlich das, was genau diese Partei vorhergesagt hat ? Vor der Abstimmung wollte man keine Tatsachen lesen und hören, da wollte man einfach mit dem Mainstream gegen die SVP mitmachen. Wer nur ein bisschen selber denken kann, weiss auch, dass das verlogene Geschwätz von wegen Solar und Wind in der Schweiz ein Witz ist. Also muss die Energie wohl woanders herkommen.

  • Ueli Flückiger sagt:

    So tönt es in diesen Tagen aus der Türkei:
    „Wir brechen ihnen die Hände schneiden ihnen die Zunge ab und vernichzen ihr Leben …“ (Parlamentspräsident Ismail Kahraman)
    „Wir werden den Verrätern den Kopf abreissen …“ (Präsident Erdogan)
    Das sagt eigentlich alles. Das Dritte Reich lässt grüssen.

  • Müller Sebastian sagt:

    Was bei uns im Mittelalter der Hexenwahn war, ist heute in der Türkei der Terroristenwahn. Auf diese Art der Dämonisierung Unschuldiger hat aber die Türkei nicht den Ausschliesslichkeitsanspruch. Daraus folgt, dass grosse Teile der Türken (und Andere) noch einen weiten Weg vor sich haben um in einer Aufklärung und geistigen Reife für die Demokratie an zu kommen. Erdogan und seine Gesellen nutzen diese Tatsache schamlos aus und verführen das Volk wie wir es im Laufe der Geschichte leider schon öfters erlebt / erlitten haben.
    Die Türken werden einen hohen Preis zahlen – und einen weiteren Völkermord
    (PKK) wird ihnen die Weltgemeinschaft nicht durchgehen lassen.

  • Mamo sagt:

    Es wird momentan viel gehetzt über die Türkei, nur weil die Mehrheit der Türken keine westlichen Werte vertritt. Die Türkei ist ein souveräner unabhängiger Staat, vergessen sie das bitte nicht! Und wenn die Türken Erdogan wirklich nicht haben wollen, dann wird auch Erdogan verschwinden. Es gibt aber niemanden das Recht, in die innere Angelegenheiten eines Landes einzumischen. Ich denke, Erdogan hat eben deswegen so viele Unterstützer, weil viele sich in ihrer Kultur und Glauben von den Europäern bedroht fühlen. Andere Werte sind eben nicht besser oder schlechter! Bitte respektieren sie dies endlich!

    • Martin Frey sagt:

      Einmal eine Frage an Sie, Mamo. Woher kommt eigentlich diese nationalistische Kollektivbefindlichkeitsstörung, die überall antitürkische Ressentiments und Bedrohungen wittert? Ist das das Verhalten eines „souveräner unabhängiger Staat“, wie Sie das nennen? Oder hat das nicht eher irgendwo neurotische Züge?

      • Mamo sagt:

        Wenn ein Volk andauernd kritisiert wird, was denken sie, wie das Volk reagieren soll? Das Volk rückt zusammen und wehrt sich natürlich dagegen. Man merkt einfach, wie offensichtlich die Kommentare rassistischen Hintergrunds sind. Ich empfehle Ihnen die Vorträge von Dr. Daniele Ganser zu schauen, der übrigens Schweizer ist. Sie werden sehr schnell merken, wie man durch die Medien Hass zu verbreiten versucht, um dreckige wirtschaftliche und politische Ziele zu erreichen. Jeder, der für Frieden ist, soll aufhören gegen andere Menschengruppierungen zu HETZEN!

        • Martin Frey sagt:

          Wer hetzt denn hier überhaupt, Memo? Lesen Sie überhaupt unabhängige Zeitungen? Der hetzerische, hasserfüllte, unerträgliche Müll, der sich von offizieller (!) und inoffizieller Seite über den Bosporus Richtung Europa seit Monaten, ja Jahren ergiesst, ist beispiellos.
          Ich fasse es nicht, wie man eine derart selektive Wahrnehmung haben kann, wenn man in Europa lebt. Womit wir wieder beim Thema wären.

          • Mamo sagt:

            Die Frage ist, wer hier eine selektive Wahrnehmung hat mein Freund – Ich als Schweiztürke, der beide Seiten kennt oder Sie, der vermutlich immer die selben westlichen Medien konsumiert? Ich merke, Sie sind hasserfüllt, aber denken Sie mal darüber nach, woher dieser Hass kommt? Es gibt keine freien Medien, auch nicht in Europa, sonst wäre die Berichterstattung ja nicht gleichgeschaltet. Was ich damit sagen will, seien Sie vorsichtig mit Kriegspropaganda. Diese Spielereien wurde schon gegen den Iran, Irak, Syrien usw angewendet. Ich empfehle Ihnen nochmals die Vorträge von Dr. Daniele Ganser zu schauen, er erklärt genau, wie man ein Volk durch die Medien in Kriegsstimmung bringen kann um einen Krieg zu rechtfertigen, der nicht zu rechtfertigen ist!

          • gabi sagt:

            Pffffh…

            Ja. Die Vorträge von Ganser.

            An Simpelheit nicht zu überbieten.

            Muss immer schon die Augen verdrehen, wenn dann den Erklärungen beigestellt wird: „… Es ist eigentlich ganz einfach!“

            Einfache Erklärungen für einfache Menschen.

          • gabi sagt:

            Aber eigentlich haben Sie ja schon alles gesagt, Mamo:

            „… nur weil die Mehrheit der Türken keine westlichen Werte vertritt. “

            Dafür gibt´s ja dann entsprechend frisierte Werte, nicht wahr?

            Dann halt nicht mehr die Menschenrechte, sondern die „Kairoer Erklärung der Menschenrechte“.

            Und all die Menschen, die verfolgt werden, wie ein Can Dündar, die vertreten halt einfach die „falschen“ Werte, nicht wahr?! Der HETZT wahrscheinlich, gell?!

  • Helmut Degbeck sagt:

    Es ist erstaunlich, wie ruhig die Türken in der Schweiz sind. Man hört kaum Reaktionen auf die dümmlichen Äusserungen von Erdogan, sowie von sogenannten Regierungsmitgliedern. Die sogenannte Rechtsstaatlichkeit wird ausgehebelt von Erdogan indem er Richter/Staatsanwälte austauscht und versucht, sich Sonderrechte zu verschaffen. Wie kann man der Türkei Paroli bieten? Die Schweiz muss sich politisch äussern, eine klare Stellungnahme abgeben (Bundesrat). Die Firmen (vor allem Migros, Coop etc.) sollten türkische Produkte (z.Bsp. Textilien) aus dem Sortiment nehmen. Als Feriendomizil ist die Türkei zur Zeit nicht mehr tragbar (Rückgang von über 60%).

  • Jack Stoffel sagt:

    „…der «weltoffene Botschafter» («Basler Zeitung»)…“
    Eine dem zugrunde liegende Auffassung von „Weltoffenheit“ klingt nur so lange seltsam, bis man begriffen hat, dass sie in der „Basler Zeitung“ steht. Sie entspricht dem, was man halt bei einer Blocher-Postille darunter verstehen darf, ohne von der reinen SVP-Lehre abzuweichen.

  • thomas meiner sagt:

    Kommt z.B. der chin. Präsident auf Staatsbesuch, werden bei uns auch Verhaftungen verharmlost.

  • Alexander Wetter sagt:

    EU, D voran, hatten reichlich Zeit und Mittel Erdogan zur Sachlichkeit zu überzeugen. Aus politischer Ueberlegung wurde nichts, abgesehen von wohlwollenden Rethorik, unternommen. Erdogan versteht nur Machtverhältnisse. Russland und USA haben es vorbildlich vorgemacht. Es liegt nahe, dass einzelne geziehlte finanzielle, wirtschaftliche und politische Massnahmen die Türlkei innerhalb kürzester Zeit lahm legen. Die Uneinigkeit und Schwäche der EU unter dem Dikat der Kanzlerin macht es leider unwahrscheinlich

  • gabi sagt:

    Wie wär´s, wenn wir einfach auch mal über die grundsätzliche Weltanschauung und Glaubensvorstellung sprechen, welche die Gewalt und die Willkür gegen jeden echten oder eingebildeten Gegner dermassen überzeugend zu legitimieren vermag?

    Und zur Abwechslung bitte einmal nicht unter beschwörendem Murmeln der PC-Standardphrase „Schlimm, wie hier Religion instrumentalisiert wird!“, sondern vielleicht einmal anhand der Frage, wieso denn diese Religion über Jahrhunderte hinweg eine dermassen anziehende Wirkung auf staatslenkende Despoten, auf frömmelnde Aufwiegler und auf gewaltaffine Proleten ausübt.

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