Draussen vor der Tür

Deutschlands Innenminister möchte sie schon an der Grenze zurückschicken: Flüchtlinge folgen einem Fahrzeug der Bundespolizei in Bayern, Oktober 2015. Foto: Armin Weigel (DPA, Keystone)

Deutschlands Innenminister möchte sie schon an der Grenze zurückschicken: Flüchtlinge folgen einem Fahrzeug der Bundespolizei in Bayern, Oktober 2015. Foto: Armin Weigel (DPA, Keystone)

In Zürich wird man immer wieder nach Münz gefragt. Ich sage meistens Nein. Es fühlt sich schlecht an. Das Portemonnaie herausnehmen und einen Zweifränkler herausklauben will ich trotzdem nicht. Ich würde es widerwillig machen, man würde es merken.

Letzthin sagte mir einer, als ich Nein sagte: «Du kannst schon sagen, dass du hast, aber nichts geben willst.» Er hat recht. Das wäre aufrichtiger. Ich könnte ihm auch in die Augen schauen. Sonst bin ich meistens grosszügig. Weiss auch nicht, woran es liegt.

Grausam, aber ehrlich

Italien ist gerade in einer ähnlichen Situation. Das Land weigerte sich, ein Flüchtlingsschiff an Land zu lassen. Eine äusserst unmenschliche Geste. Grausam, aber auch ehrlich. Die neue Regierung setzt um, was die Mehrheit will und der Rest insgeheim denkt: Wir sind nicht das Auffanglager für ganz Europa.

Das stimmt. Europas Küstenländer müssten die Neuankömmlinge gemeinsam bewältigen, danach müssten sie auf alle Länder solidarisch verteilt werden für die Dauer des Asylverfahrens. Bisher ist es der EU nicht gelungen, einen gerechten Verteilmechanismus zu schaffen. Der Schengenvertrag, der das erste Land für zuständig erklärt, in welches ein Migrant seinen Fuss setzt, wurde lange vor dem Arabischen Frühling abgeschlossen. Hätte man die heutigen Migrationsbewegungen vorausgesehen – Italien hätte den Vertrag nicht mitunterzeichnet.

Gegen alle Gesetze

Auch in Deutschland werden radikale Ansätze diskutiert. Innenminister Horst Seehofer möchte die Flüchtlinge schon an der Grenze zurückschicken, Kanzlerin Angela Merkel ist dagegen. Die pauschale Rückweisung an der Grenze widerspricht allen geltenden Gesetzen, nationalen wie internationalen.

Der humanitäre Ansatz verlangt, dass man jedes Asylgesuch prüft, damit auch die Gesuche der potenziell nicht Schutzberechtigten. Man nimmt in Kauf, dass es falsche Flüchtlinge in der Menge hat; nicht aber, dass richtige Flüchtlinge mit der Menge zurückgeschickt werden. Wenn Italien derzeit gegen diesen Grundsatz verstösst und in Deutschland Stimmen laut werden, die dasselbe wollen, dann deshalb, weil die Last innerhalb von Europa ungleich verteilt ist. Und auch, weil jede Gemeinschaft irgendwann an die Grenzen stösst.

Man kann es versuchen

In der Schweiz hat der Bund vor einigen Jahren verkürzte Asylverfahren für Migranten aus Balkanländern eingeführt. Man wollte den «Tourismus» unterbinden; Personen, die Asyl suchen, um während des Verfahrens neue Zähne und weitere Leistungen zu bekommen. Der Bund sprach von «48-Stunden-Verfahren», die er bei diesen Personen neu anwenden wollte, auch wenn die Verfahren in Wirklichkeit etwas länger dauerten. Das Migrationsamt informierte fleissig darüber, vor allem in den Herkunftsländern. Das hat gewirkt. In afrikanischen Ländern dürfte es schwieriger sein, zumal in Eritrea, wo nicht einmal NGO Zugang haben. Aber man kann es versuchen.

Wer einmal vor der Tür steht, den kann man schlecht abweisen. Man muss sein Anliegen prüfen. Das gilt wohl auch für mich, wenn jemand nach Münz fragt. Ich könnte rückfragen: Bekommst du keine Sozialhilfe? Warum nicht? Wofür brauchst du das Geld? Und ich sollte ihm in die Augen schauen.

106 Kommentare zu «Draussen vor der Tür»

  • Dracomir Pires sagt:

    Welche Flüchtlinge? Es handelt sich praktisch ausnahmslos um Wirtschaftsmigranten. Viele von Ihnen „verlieren“ unterwegs die Papiere, nicht aber das Handy. Da die Schweiz von lauter sicheren Drittstaaten umgeben ist, können und müssen wir diese Leute umgehend zurückschicken. Danach bleibt nur die Frage: Wovon lebt dann unsere Asylmafia?

    • Anh Toàn sagt:

      @Dracomir Pires

      Sie glauben also, es gibt Ausnahmen auch in Ihrer Wertung echte Flüchtlinge, wenn Sie schreiben, „praktisch ausnahmslos Wirtschaftsmigranten“.

      Die senden Sie dann umgehend auch zurück. Pech gehabt! Zuerst dass er flüchten musste und dann nochmal, dass es niemanden überhaupt interessiert. (Oder sollen die Anderen?)

  • Anh Toàn sagt:

    „Man muss sein Anliegen prüfen. Das gilt wohl auch für mich, wenn jemand nach Münz fragt.“

    Nein, für Sie gilt dies nicht. Jedes Werbeschreiben kommt mit einem Anliegen an Sie, die Hilfsorganisationen mit ihren Bettelbriefen, Sie hätten viel zu tun, jedes Anliegen zu prüfen. Aber es gilt für den Rechtsstaat. Der Rechtsstaat muss Anliegen prüfen und den Entscheid durch ein unabhängiges Gericht überprüfbar machen. Wir schulden dies nicht den Flüchtenden, wir schulden dies uns, unserem Rechtsstaat. Das sind unsere Werte, die gilt es zu verteidigen.

    • Martin Frey sagt:

      @Anh Toàn
      „Der Rechtsstaat muss Anliegen prüfen und den Entscheid durch ein unabhängiges Gericht überprüfbar machen.“
      Das stimmt so apodiktisch gesagt genauso wenig. Wenn ich zb. dem Bundesrat schreibe, er solle mir gefälligst alle Steuern erlassen. Oder ich möchte ab 2019 als König der Schweiz ausgerufen werden. Denken Sie ernsthaft, dass der Bundesrat auch nur Anstalten machen würde, darauf einzutreten, und dieses Anliegen vor Gericht zu prüfen?
      Nein, es gibt auch auf Staatsebene diverse Themen wo diese von Ihnen postulierten Regeln in dieser absoluten Form nicht gelten. Nicht zuletzt auch bei Fragen des Asyl- und Migrationswesens. Speziell dort ist einzig der Vollzugsnotstand.

      • Anh Toàn sagt:

        „Wenn ich zb. dem Bundesrat schreibe, er solle mir gefälligst alle Steuern erlassen.“

        Sie werden die Antwort erhalten, dass entweder ihr Anliegen an die zuständige Stelle weitergeleitet wurde oder Sie werden einen Hinweis erhalten, wer dafür zuständig sei. Wollen Sie König der Schweiz werden, meldet es der Bundesrat (das Sekretariat oder so) vielleicht auch der zuständige Behörde, ich vermute der KESB.

        • Martin Frey sagt:

          Das sind meine Aussagen, AT. Ein Standardbrief, bestensfalls. Aber sicher keine „richterliche Prüfung“.
          Und wenn Sie nicht lockerlassen, der Notfallpsychiater…. 😉

          • Anh Toàn sagt:

            Aber das Steuererlasssgesuch können Sie einreichen, bei der Steuerbehörde (im Kanton und im Bund) und wird es abgelehnt, können Sie dies gerichtlich überprüfen lassen.

  • Elisabeth sagt:

    Reiner linker Populismus. Wieso kann man ausgerechnet die nicht abweisen? Sie geben eh falsche Identitäten an und haben ihre Papier entsorgt. was schon ein Grund für eine Abweisung ist. Gestern bei Illner war auch zu hören, dass -nicht wie bei uns- das Alter via Medizin bestimmt wird und alles genau geprüft wird. Bei uns gibt es eine Larifari-Prüfung, auch ohne Papier- und schon dürfen sie bleiben, ob auf Zusehen hin oder nicht, sie bleiben. Die heutige Weinerlichkeit hat nichts mit Humanität zu tun, bes. nicht mit weggeworfenen Papieren, damit man besser Märchen erzählen kann. Das SEM glaubt ja jeden Irrsinn.

    • Sportpapi sagt:

      @Elisabeth: Selbst wenn ein Teil der Flüchtlinge ihre Papiere „entsorgt“ hat – wie wollen Sie das beweisen? Oder behaupten Sie gar, wer keine Papiere hat, sei auf jeden Fall zu unrecht hier?
      Mit Weinerlichkeit hat es nichts zu tun, wenn anständige Menschen auf rechtsstaatliche Verfahren pochen und verlangen, dass man Menschen in Not nicht die Türe vor der Nase zuschlägt, sondern prüft, ob und wie man helfen kann.
      Aber offenbar ist es heute üblich, solche Geschichten zu erzählen und sich selber zu belügen. Damit man sich überhaupt noch im Spiegel ansehen kann.

  • Andreas Hefti sagt:

    Wir brauchen die illegalen Einwanderer nicht! Es könnte bald mal Bürgerkrieg in Europa geben wenn wir uns in dieser Sache nicht einig werden. Die Gefahr besteht..

    • sam davis sagt:

      @Andreas Hefti: Aber einige MIgranten brauchen UNS, weil ihre Häuser zerbombt wurden, sie vergewaltigt wurden, mit dem Leben bedroht wurden. Haben Sie auch einmal daran gedacht, ausser nur an sich selber?
      Nur schon wenn ich das Wort „brauchen“ im Zusammenhang mit Menschen höre…

  • Martin Frey sagt:

    „Ich könnte rückfragen: Bekommst du keine Sozialhilfe? Warum nicht? Wofür brauchst du das Geld? Und ich sollte ihm in die Augen schauen.“
    Das trifft es genau. Denn es geht um Ehrlichkeit, sich selber, aber auch dem Bittsteller gegenüber. Denn wie bei der Flüchtlingswelle geht es beim Bettler des berühmten „Stutz“ darum, dem moralischen Druck insofern standzuhalten um das an sich Richtige zu tun, anstatt die eigene Haltung immer wieder zu verraten nur weil man den Blick in die Augen nicht aushält. Und bei beiden Beispielen muss in aller Brutalität gesagt werden, dass ständiges Entgegenkommen keinen Deut am Gesamtproblem ändert, höchstens neue Probleme, falsche Anreize und gewohnheitsmässige Abhängigkeiten schafft.
    Das alles ist nicht zu verwechseln mit Nothilfe als humanitärem Akt

    • Sportpapi sagt:

      @Martin Frey: Ich halte die beiden Beispiele nicht unbedingt für vergleichbar. Ich würde dem Bettler nicht die Sozialhilfe verweigern. Ich bin aber nicht für die Abklärung zuständig. Deshalb bekommt er von mir auch kein Geld.
      Die Flüchtlinge haben aber das Recht, dass ihr Fall genau angeschaut wird, und dass gegebenenfalls geholfen wird.
      Wenn ich Sie richtig verstehe, plädieren Sie hier für Abweisung und pauschale Hilfeverweigerung durch sen Staat? – verlangt ja niemand, dass Sie selber Flüchtlinge bei sich aufnehmen. Weil „ständiges Entgegenkommen keinen Deut am Gesamtproblem ändert, höchstens neue Probleme, falsche Anreize und gewohnheitsmässige Abhängigkeiten schafft.“

      • Martin Frey sagt:

        @Sportpapi
        „Weil „ständiges Entgegenkommen keinen Deut am Gesamtproblem ändert, höchstens neue Probleme, falsche Anreize und gewohnheitsmässige Abhängigkeiten schafft.““
        Das war und ist meine Grundaussage. Zu dem stehe ich. Damit habe ich aber nicht gesagt, dass wir pauschal einfach alle abweisen sollen wie Sie das andeuten. Das denken andere. Eine Pauschallösung habe ich nicht. Für mich ist einfach klar, so wie es jetzt ist, kann es nicht auf die Dauer funktionieren.
        Um zum Bettlerbeispiel zurückzukehren: Ich gebe Bettlern in der CH nie Geld, diesen prinzipiellen Entscheid habe ich für mich allein vor Jahren gefällt. Im Ausland u. U aber schon. Aus demselben Grund, wie ich zwar für Flüchtlinge in anderen Ländern, aber nie in der CH spende.
        Die Bsp. sind sehr wohl vergleichbar.

        • Anh Toàn sagt:

          Ich gebe in der Schweiz öfter als im Ausland. In der Schweiz, weil wer bettelt selbst das soziale Netz gefallen ist (siehe Kommentar von raton lavor: „Bettler haben psychische Probleme, die sie daran hindern, sich an die Auflagen des Sozialamtes halten zu können oder zu wollen „). Im Ausland weiss ich nicht, wo hinter der Bettelei eine Mafia steckt. Da gebe ich ausnahmsweise, dafür „viel“, 50 oder 100 Stutz, wenn ich mal weiss, wo es ankommt.

          • Michi sagt:

            Glauben Sie ernsthaft, der Osteuropäische Bettler vor dem Coop/Migros kann ihre 50er Note behalten? Was ist mit dem, der ihm den Pass besorgt hat? Der, der ihm die Reise in die Schweiz vorfinanziert hat? Der, der das Benzin für das Auto zahlt, welches die Bettler auslädt und wieder abholt? Haben Sie mit dem „Paten“ auch soviel Mitleid?

          • Anh Toàn sagt:

            @Michi

            Anscheinend war ich zu wenig präzis für Ihr Textverständnis: Ich gebe in der Schweiz manchmal 2 Stutz, dem Obdachlosen, dem Alki, dem Junkie, dem sonst Verschobenen, die fragen auf Schweizerdeutsch, und zwar meistens mit lokalem Dialekt (einigermassen lokal: In Thun z.B. auch Walliserdeutsch)

          • Martin Frey sagt:

            @Anh Toàn
            Sehen Sie, das sehe ich eben genau umgekehrt. Im Ausland gibt es Millionen bedürftige Menschen, die oft ohne Verschulden unter die Räder kamen, die teils nie eine Chance hatten, oft in Ländern ohne jegliches soziales Netz. In den USA bsp. verlieren Sie die Wohnung wenn Sie keinen Job mehr haben. Ohne Wohnung keinen Job, ohne Job kriegen Sie auch keine Wohnung. Somit landen die Leute früher oder später auf der Strasse.
            Bei uns muss niemand auf der Strasse leben. Denen, die das tun, ist oft nicht zu helfen. Respektive sie wollen sich nicht helfen lassen. Die Gründe dafür sind verschieden. Aber Fakt ist nicht nur, dass Sie Leuten nicht helfen können die sich nicht helfen lassen wollen, sondern auch, dass da jeder Stutz lediglich dysfunktionale Mechanismen bestärkt.

        • Sportpapi sagt:

          „Für mich ist einfach klar, so wie es jetzt ist, kann es nicht auf die Dauer funktionieren.“
          Ich sehe gerade den Punkt nicht. Wie ist es denn heute, und was funktioniert nicht?
          Abgesehen davon, dass ja seit Jahren alle Bestimmungen laufend verschärft werden.

          • Martin Frey sagt:

            „Für mich ist einfach klar, so wie es jetzt ist, kann es nicht auf die Dauer funktionieren.“
            Man muss mit Verlaub schon etwas Scheuklappen haben um die Surrealität der Situation nicht zu erkennen, SP.
            Seit Jahr und Tag ergiessen sich Migrationsströme nach Europa, die sich den Asylstatus zunutze machen um die Festung Europa zu überwinden. Migranten, nicht Flüchtlinge. Echte Flüchtlinge (eben zb. auch Frauen, Kinder) schaffen es ja in aller Regel nicht zu uns, haben nicht 10000 Euro um um den ganzen Erdball zu reisen. Sie vegetieren in Flüchtlingslagern der 3. Welt.
            Das Gros der Flüchtlinge kommt vielleicht auch aus „failed states“ oder Ländern mit wirtschaftlich grossen Problemen, sind aber keine echten Flüchtlinge im Sinne der Genfer Konvention. Das wissen alle.

          • Martin Frey sagt:

            /Nur ist man nicht so ehrlich, dies zuzugeben. Auch dass man mit einem Franken Unterstützung im Kongo oder im Libanon sehr viel mehr humanitäre Hilfe leisten könnte.
            Zum Thema „Junge Männer“: ‚Normal‘ wäre ja, unter der Prämisse „Krieg und Flucht“, dass die Männer eher zurückbleiben und die Hilf- und Schutzbedürftigen in Sicherheit gebracht würden. Oder dann als ganze Familie flüchten. So war es in klassischen Konflikten eigentlich immer. Nur in der aktuellen Migrationsbewegung eben nicht, sondern genau umgekehrt. Wer aber soll die Länder befrieden, aufbauen? Die zurückgelassenen Familien, die Kranken und Alten etwa?
            Ich verstehe ein gutes Stück jeden Armutsmigranten, egal ob aus El Salvador oder Nigeria. Trotzdem sind sie iaR keine Flüchtlinge im Sinne der Genfer Konvention.

          • Martin Frey sagt:

            /Was das absurde Bild noch abrundet: die echt schutzbedürftigen unter den Personen in unserem Asylprozess werden oft von den anderen drangsaliert, erniedrigt, teils misshandelt. Das System bestraft jedoch ehrliche Leute, und ist darauf ausgelegt, Renitenz, fehlende Kooperation, Lügen und Betrug zu belohnen. Obwohl es genau anders herum sein sollte.
            Sie haben recht, SP, seit Jahren gibt es laufend Verschärfungen im Asylrecht. Aber was nützt das alles, wenn man keine Handhabe hat, diese umzusetzen? Wenn mit den entscheidenden Ländern keine Rücknahmeabkommen bestehen? Und wenn letztendlich auch jeder politische Wille dazu fehlt?

          • Sportpapi sagt:

            @Martin Frey: Das wissen alle? Ich nicht. Ich lese allerdings auf allen Kanälen, dass es heute gar keine „echten“ Flüchtlinge mehr gebe. Und wenn, dürfte sowieso niemand in die Schweiz kommen. Man könnte also die Asylverfahren auch gleich ganz einstellen.
            Und ja, natürlich könnte man allenfalls mit Hilfe vor Ort für das gleiche Geld mehr leisten. Tut man aber nicht. Man zahlt erst, wenn die Leute hier sind, und man sie nicht mehr wegbekommt.
            Sind Sie sicher, dass früher die Männer geblieben sind, und die Familien geflüchtet? Und wenn ja – ist dies nicht grade direkt dem Aufbau der „Festung Europa“ geschuldet?
            Ausserdem: Sind denn Männer Menschen zweiter Klasse, die nicht flüchten dürfen. Obwohl sie teilweise viel gefährdeter sind als Frauen?

          • Sportpapi sagt:

            Und wo fehlt letztlich der politische Wille? In der Schweiz? In den Abnahmeländern?
            Warum sollten die Länder Rücknahmeabkommen unterzeichnen? Was haben sie davon?
            Ausserdem ist es ja interessant, wie genau die Leute in der Schweiz am meisten klagen, die aktuell gerade alle internationalen Verpflichtungen aufkünden möchten. Wenn die Schweiz dann alleine dasteht, kann sie ja schauen, wie sie das Problem wieder loswird.
            Aber zum Schluss noch einmal: Wir haben kein Asylchaos in der Schweiz, wir werden nicht überschwemmt, etc. im Gegenteil, die Flüchtlinge fallen in der Regel kaum auf.

          • Martin Frey sagt:

            „Ich lese allerdings auf allen Kanälen, dass es heute gar keine „echten“ Flüchtlinge mehr gebe.“
            Von mir lesen Sie das nicht.
            „Man könnte also die Asylverfahren auch gleich ganz einstellen.“
            Das ist eine Unterstellung. Fakt ist, dass es eine ganze Reihe von Ländern gibt, auf die nicht eingetreten wird. Weil es per se absurd wäre.
            „Und ja, natürlich könnte man allenfalls mit Hilfe vor Ort für das gleiche Geld mehr leisten. “
            Tut man zuwenig, das ist richtig. Ich halte das für falsch, man lässt die betroffenen Länder alleine.
            Sind Sie sicher, dass früher die Männer geblieben sind, und die Familien geflüchtet?
            Sicher. Z. B. Rohingya, als klassisch echte Flüchtlinge.
            „Ausserdem: Sind denn Männer Menschen zweiter Klasse, die nicht flüchten dürfen.“
            War nicht meine Aussage.

          • Sportpapi sagt:

            „die echt schutzbedürftigen unter den Personen in unserem Asylprozess werden oft von den anderen drangsaliert, erniedrigt, teils misshandelt. Das System bestraft jedoch ehrliche Leute, und ist darauf ausgelegt, Renitenz, fehlende Kooperation, Lügen und Betrug zu belohnen. Obwohl es genau anders herum sein sollte.“
            Wie in diesem Zusammenhang üblich fehlt es selten an Klagen, was alles nicht gut läuft.
            Vorschläge, was man besser machen könnte, ohne gleich alles über Bord zu werfen, fehlen aber meist gänzlich.
            Auch bei Ihnen.

          • Martin Frey sagt:

            „Und wo fehlt letztlich der politische Wille? In der Schweiz? In den Abnahmeländern?“
            Bei allen Beteiligten.
            „Warum sollten die Länder Rücknahmeabkommen unterzeichnen? Was haben sie davon?“
            Eigentlich wäre es eine Pflicht jeden Staates.
            „Aber zum Schluss noch einmal: Wir haben kein Asylchaos in der Schweiz, wir werden nicht überschwemmt, etc. im Gegenteil, die Flüchtlinge fallen in der Regel kaum auf.“
            Das sagen Sie. Schwemme oder Chaos (ist zb. schon in D etwas anders) ist bei uns sicher übertrieben. Dass man die Leute aber nicht wahrnimmt, oder sie nicht für negative Schlagzeilen sorgen, stimmt nicht.
            Langfristig jedoch wird es sowieso so nicht weitergehen können. Europa wird unwiderbringlich verändert, politisch, gesellschaftlich, sozial. Italien ist ein Fanal dafür.

          • Sportpapi sagt:

            Italien hat noch ganz andere, hausgemachte Probleme. Und wird bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise schlicht von den europäischen Partnern im Stich gelassen.
            Die negativen Schlagzeilen habe ich jetzt noch einmal gesucht. Aber ich bin sicher, es gibt sie auch…
            Und warum soll ein Land in irgendeiner Form verpflichtet sein, seine Bürger wieder aufzunehmen, die nicht mehr da leben wollen? Sofern nicht gerade die Regierung des Landes die Fluchtursache darstellt.
            Wäre das so, bräuchte es keine Abkommen. Aber all das ersetzt noch immer keinen innovativen Vorschlag für eine griffige Asylpolitik.

          • Martin Frey sagt:

            „Vorschläge, was man besser machen könnte, ohne gleich alles über Bord zu werfen, fehlen aber meist gänzlich.
            Auch bei Ihnen.“
            Wie bereits gesagt, habe ich kein Patentrezept. Aber im Ggs. zu Ihnen bin ich so kritisch, festzustellen, dass das System dysfunktional ist.
            Wir sollten die Oberhand über die Steuerung der Arbeitsmigration zurückgewinnen.
            Wir sollten die wirklich Hilfsbedürftigen schützen, indem wir Uebergriffe, Delinquenz und Anmassungen nicht achselzuckend zur Kenntnis nehmen.
            Wir sollten unseren Vollzugsnotstand minimieren, sowie alles daran setzen, mit den relevanten Ländern klare Rücknahmeabmachungen zu treffen.
            Letztendlich sollten die Asylgesuche nicht auf europäischem, sondern idealerweise ennet des Mittelmeers abgehandelt werden.
            Alles utopisch, ich weiss…

          • Sportpapi sagt:

            @Martin Frey: „Aber im Ggs. zu Ihnen bin ich so kritisch, festzustellen, dass das System dysfunktional ist.“
            Man könnte auch sagen, dass ich im Gegensatz zu Ihnen pragmatisch bin. Und die Probleme annehme, die hier und heute zu lösen sind, statt irgendwelche utopische Ideen zu wälzen, die keinen Schritt weiter führen.
            Aber man kann sich dann so schön ärgern über die anderen, die das Problem nicht sehen…
            Aber gerne in der Folge auch noch konkret:

          • Sportpapi sagt:

            „Wir sollten die Oberhand über die Steuerung der Arbeitsmigration zurückgewinnen.“ Wir lassen Asylsuchende ja gar nicht arbeiten (und ärgern uns dann, dass sie nicht arbeiten!)
            „Wir sollten die wirklich Hilfsbedürftigen schützen, indem wir Uebergriffe, Delinquenz und Anmassungen nicht achselzuckend zur Kenntnis nehmen.“ Das macht sicherlich niemand! Ich habe aber auch diesbezüglich noch keine konkreten Vorschläge gehört.
            „Wir sollten unseren Vollzugsnotstand minimieren, sowie alles daran setzen, mit den relevanten Ländern klare Rücknahmeabmachungen zu treffen.“ Das haben schon einige versucht…
            „Letztendlich sollten die Asylgesuche nicht auf europäischem, sondern idealerweise ennet des Mittelmeers abgehandelt werden.“ Dafür haben wir das Botschaftsasyl gerade abgeschafft…

          • Martin Frey sagt:

            Auch Sie vermengen Arbeitsmigration mit dem Asylwesen, SP, was eigentlich nichts miteinander zu tun haben sollte. Arbeitsmigration steuern heisst die gemäss eigenen Interessen die Kontrolle behalten nach Vorbild angelsächsischer Länder.
            Ich wäre für das Botschaftsasyl, oder auch für Asylzentren auf afrikanischem Boden wie es jetzt angedacht wird. Dann könnten nicht 2/3 der Asylsuchenden ihren Geschäften nachgehen oder abtauchen. Konsequenterweise würde man auch die Insassen der Flüchtlingsschiffe, wenn die NGO auf Mitte des Mittelmeers von den Schleppern kontaktiert werden um „umzuladen“, dorthin zurückführen und betreuen, anstatt auf europäischem Boden. Dafür bräuchte es natürlich massive Investitionen in die Infrastruktur und gute Betreuung, nebst der Kooperation der Länder.

          • Sportpapi sagt:

            @Martin Frey: Hm. Es steht doch in der Verfassung, dass die Schweiz die Zuwanderung eigenständig regelt nach den Bedürfnissen der Wirtschaft. Also eigentlich schrankenlos. Und aus dem EU-Raum kommen entsprechend Leute, die hier angestellt werden, von ausserhalb nur mit Kontingenten. Was lösen denn die angelsächsischen Länder besser? Geht es England diesbezüglich besser, obwohl es immerhin eine Insel ist? Warum muss Amerika eine Mauer bauen?

          • Sportpapi sagt:

            Zum anderen: Es ist nun mal Tatsache, dass die Schweiz das Botschaftsasyl abgeschafft hat. Und dass die Hilfe vor Ort ständig reduziert wird.
            Ich halte es einfach für zynisch, wenn man den Weg nach Europa immer weiter erschwert und mittlerweile lebensgefährlich gestaltet. Und man sich dann wundert, dass vorwiegend junge Männer kommen, die zudem das Geld für die kriminellen Schlepperorganisationen zusammenkratzen konnten.
            Ich finde es zynisch, wenn die gleichen Gruppen, die immer besser „vor Ort“ Lösungen hätten, genau diese Hilfe immer mehr streichen.
            Ich finde es zynisch, wenn ausgerechnet die Gruppen nach internationaler Zusammenarbeit im Asylwesen verlangen, die auf der anderen Seite alle internationalen Verträge in Frage stellen.

          • Sportpapi sagt:

            Fakt ist auf jeden Fall, dass Europa sich nicht auf einen Verteilschlüssel einigen konnte, und das auch nicht schaffen wird. Weil jedes Land nur für den eigenen Vorteil schaut.
            Und Verträge mit den Herkunftsländern? Die sind teuer…

          • Martin Frey sagt:

            Wenn ich von „angelsächsischen“ Ländern spreche, dann meine ich nicht das UK. Die Briten haben relativ vieles nicht im Griff. die Migrationsfrage zählt dazu. Anders zb. als Kanada, Australien oder Neuseeland.
            In den von Ihnen erwähnten Punkten gebe ich Ihnen recht. Das ist zynisch. Und somit das Problem der Rechten, die ständig von „Hilfe vor Ort“ schwadroniert aber dafür nie Hand bietet.
            Sie haben eigentlich 2 Möglichkeiten, die Fehlentwicklungen in den Griff zu kriegen, plakativ gesprochen. Sie ziehen die Festung Europa hoch, steuern aber die Migration aktiv und verlagern den Asylprozess mit viel Einsatz ausserhalb. Das ist mit den Rechten nicht zu machen.
            Oder Sie führen die Asylprozesse bei uns durch, mit einer Art Internierungslager. Das ist mit den Linken nicht zu machen.

          • Martin Frey sagt:

            Da sich aber europäisch wie auch schweizerisch die relevanten Player nicht mal auf Minimalstandards und ein einheitliches konsequentes Vorgehen einigen können, wird weiter gewurstelt, das Problem bewirtschaftet, und Fehlanreize weiter genährt. Mit den Konsequenzen, dass immer mehr Egoismus, Populismus und Extremismus salonfähig werden wird. Nochmals, Italien ist nur ein Anfang. Seehofer will auch die Grenzen hochziehen, und wird es alsbald tun. Extremisten werden mitsamt ihren einfachen Rezepten immer salonfähiger. Und das ist die wahre Bedrohung, Sportpapi.

          • Sportpapi sagt:

            @Martin Frey: Gut, also die fernen Inseln Australien und Neuseeland sowie Kanada. Wobei z.B. Kanada auch über die Flüchtlingsströme klagt. Und ansonsten ein Einwanderungsland ist.
            Wenn es nur die zwei Möglichkeiten gibt, dann muss man sich halt mit Mehrheitsentscheid für das eine oder andere entscheiden. Allerdings würde die Bevölkerung wohl beide Optionen ablehnen. Wie so oft. Und man kann weiterhin am Stammtisch darüber diskutieren, was man sollte, und was die da oben in Bern alles falsch machen.

          • Sportpapi sagt:

            Ich glaube allerdings nicht, dass dieses „Wursteln“ die Ursache für Nationalismus, Egoismus und Extremismus ist. Im Gegenteil bin ich überzeugt, dass Politiker, die nicht nur klare Haltungen haben, sondern diese auch umsetzen wollen, und die dafür nötigen Budgets einfordern, umgehend abgewählt würden.
            Es ist die Bevölkerung, die sich gerne einfache Rezepte auftischen lässt, die sich gerne vorgaukeln lässt, man könne immer weiter wursteln.
            Grenzen hochziehen ist spätestens dann nicht mehr so hoch im Kurs, wenn die Kosten dafür ausgewiesen werden und gar eintreffen. Und der geringe Erfolg auf der Gegenseite…
            Das ist, wie man gerne poltert, man brauche die EU nicht. Bis es hart auf hart kommt, und schon die kleinste Drohgebärde reicht, damit man wieder zur Einsicht kommt.

          • Martin Frey sagt:

            „Ich glaube allerdings nicht, dass dieses „Wursteln“ die Ursache für Nationalismus, Egoismus und Extremismus ist.“
            Was denn sonst? Es geht hier nicht mehr nur um „Wursteln“, dass sind zb. gerade Italiener gewohnt. Es geht zunehmend um ein kollektives Versagen des Staates, welches das Vertrauen erodiert, die Rechtsordnung in Frage stellt, dadurch die Leute zunehmend ohnmächtig zurück- und alleinelässt, und letztendlich unsere Gesellschaft im Grundgefüge verändert.
            Wenn selbst an sich gastfreundliche Menschen wie die Süditaliener sich derart fundamental verändern und beginnen, Faschisten zu wählen, was meinen Sie, was passiert, wenn die AfD stärkste Partei wird? Oder die Morgenröte in Griechenland?
            Sie sollten diese Sommerferien mal mit den Leuten reden, wenn Sie Pizza bestellen.

          • Sportpapi sagt:

            @Martin Frey: Der Staat sind wir. Wir wählen Parteien, die lieber Radau machen (Pol-Parteien), und strafen die staatstragenden Parteien, die für Kompromisse stehen, ab. Wie viele Leute sind mit der SVP „in vielen Punkten“ eigentlich nicht einverstanden. Wählen sie aber trotzdem, weil sie „als einzige gegen Ausländer“ ist. Ein Thema dominiert alles andere, wider jede Vernunft. Wenn nun zunehmend rechtsextreme und/oder faschistische Parteien gewählt werden: Müssen dann die anderen Parteien auch zunehmen mehr rechtsextrem oder faschistisch werden? Genau das ist es doch, was aktuell passiert. Heute werden Parolen verkündet, die noch vor 10 Jahren sich niemand getraut hätte!
            Und ist es Politikversagen, wenn die Stimmberechtigten ständig widersprüchliche Entscheide fällen?

          • Sportpapi sagt:

            In den Ferien in Italien treffe ich übrigens immer weniger italienische Feriengäste. Die können sich das schlicht nicht mehr leisten. Die illegalen, die am Strand Sonnenbrillen etc. verkaufen, die gibt es aber seit eh und je.
            Eigentlich müssten in Italien alle Parteien daran arbeiten, dass es wirtschaftlich endlich vorwärts geht, dass die Industrie aufgebaut wird, dass die Ausbildung klappt, usw.
            Offenbar funktioniert das aber nicht. Warum nicht? (ich bin da nicht Spezialist).
            Das Wählerverhalten hilft allerdings auch nicht weiter, oder?

          • Martin Frey sagt:

            „Wenn nun zunehmend rechtsextreme und/oder faschistische Parteien gewählt werden: Müssen dann die anderen Parteien auch zunehmen mehr rechtsextrem oder faschistisch werden?“
            Nein, das glaube ich sogar dezidiert nicht. Aber was nicht geht, die Leute und ihre Aengste nicht ernst nehmen, und die eigenen Hausaufgaben (die des Staates) nicht zu machen. Aus genannten Gründen. Aber die Leute bei uns (in Italien weniger) vertragen die Wahrheit. Glaubwürdigkeit ist das entscheidende Stichwort. Macron hat es vorgemacht, wie man Populisten besiegen kann. Nicht, indem man sie imitiert (die Populisten sind das Original), aber auch nicht, indem man die Menschen nicht ernst nimmt.
            Grundsätzliche Fehlentwicklungen, die den Leuten Angst machen, müssen angegangen werden. Sonst eitert es weiter.

          • Martin Frey sagt:

            „Der Staat sind wir.“
            Ja und Nein.
            Ein Stück weit stimmt das, aber nur ein Stück weit, und nur solange wir als Citoyen ein entwickeltes und gepflegtes Bürgerbewusstsein haben, mit all seinen Verantwortungen und Pflichten.
            Aber sagen Sie das mal einem Süditaliener. Seit dem Risorgimento und abgesehen von Fussballturnieren ist seine Identifikation mit dem Staat um den Nullpunkt, er nimmt ihn primär als feindliche Grösse und bestenfalls als Selbstbedienungsladen wahr.
            Aber auch bei uns, oder in Deutschland, stimmt diese Aussage nur bedingt. Der Staat hat durchaus eine beträchtliche, kaum kontrollierbare und für viele nicht durchschaubare Eigendynamik. Siehe auch Deutschland und der BAMF-Skandal, als nur ein Beispiel, welches den Durchschnittsbürger fassungslos zurücklässt.

          • Sportpapi sagt:

            @Martin Frey: Ängste ernst nehmen fällt manchmal sehr schwer, wenn sie offensichtlich irrational sind.
            Und meist keineswegs als Ängste deklariert werden, sondern als fremdenfeindliche Proklamation daherkommen.
            Die „Hausaufgaben“ des Staats. Welche sind denn das? Unmögliches möglich machen? Bei offenen Grenzen alle illegalen Zuwanderer erkennen und abweisen? Ohne die entsprechenden Mittel und das Personal Asylverfahren innert Kürze abwickeln und dennoch die rechtstaatlichen Verfahren einhalten? Alle abgewiesenen Bewerber ausschaffen, auch wenn die Ausschaffung aus verschiedenen Gründen noch möglich ist?
            Also: Welche Hausarbeit wäre zu erledigen? Und warum schaffen das die zuständigen Bundesräte nicht, auch wenn sie nicht aus der SP stammen?

          • Sportpapi sagt:

            Es ist eben auch zu unterscheiden zwischen Fehlentwicklungen und Weltgeschehnissen, die kaum zu verändern sind. Wenn die Flüchtlinge da sind, können wir nicht einfach den Kopf in den Sand stecken und sie uns wegwünschen.
            Und es hilft auch nicht, sie bewusst zu separieren statt integrieren, ihnen z.B. jegliche Arbeit zu verbieten, und dann zu klagen, sie würden nicht arbeiten und sich schlecht integrieren. Das beisst sich einfach, und führt zu Irritationen auf allen Seiten.

          • Sportpapi sagt:

            BAMF-Skandal: Ich habe das nicht wirklich verfolgt, aber kurz nachgelesen. Da ist also eine Behörde, die über Jahre mehr Personal gefordert und nicht bekommen hat. Die dann innert kürzester Zeit massiv aufgestockt wurde. Die den politischen Auftrag erhielt, die Verfahren massiv zu beschleunigen (also wieder einmal das Unmögliche möglich zu machen).
            Und nun wundert man sich, dass dabei nicht immer alles optimal gelaufen ist? Ernsthaft?
            Übrigens, um den Kreis zu schliessen: „Wir schaffen das!“ heisst keineswegs, dass keine Probleme erwartet werden. Im Gegenteil. Es heisst nur, dass man auf die eigene Stärke vertraut.

          • Martin Frey sagt:

            „Ängste ernst nehmen fällt manchmal sehr schwer, wenn sie offensichtlich irrational sind.“
            Das sagen Sie.
            „Die „Hausaufgaben“ des Staats. Welche sind denn das? Unmögliches möglich machen?“
            Nein, sicher nicht. Aber Grenzsicherung gehört dazu. Rechtsstaatlichkeit. Schutz vor Verfolgung und Uebergriffen. Durchsetzung und Vollzug von Gesetzen. Dazu gehört auch, dass abgewiesenen Bewerber ausgeschafft werden sollten, das ist richtig.
            „Und warum schaffen das die zuständigen Bundesräte nicht, auch wenn sie nicht aus der SP stammen?“
            Weil das nicht primär mit der einzelnen Parteizugehörigkeit zu tun hat.
            Zum Thema Arbeit: Anerkannte Flüchtlinge sollten so schnell wie möglich in den Arbeitsprozess integriert werden. Alle abgewiesenen, oder nicht eingetreten logischerweise nicht.

          • Martin Frey sagt:

            Zum BAMF Skandal
            „Und nun wundert man sich, dass dabei nicht immer alles optimal gelaufen ist? Ernsthaft?“
            Man kann das natürlich auch so sehen. Fakt ist, dass über 1200 Asylsuchende, die keine Flüchtlinge waren, unrechtmässig durchgewunken wurden. Aber der Skandal umfasst mehr, ohne ins Detail gehen zu wollen.
            Ins gleiche Horn (Versagen des Rechtsstaates) stösst ein Mörder einer Minderjährigen, der nach Tat mitsamt der Sippschaft wieder unbesehen in das Land fliegen kann woher er angeblich geflüchtet ist. Dessen Asylantrag vor Jahren abgelehnt wurde. Der bereits zuvor schwerste Delikte begangen hat, ua. Missbrauch einer Elfjährigen.
            Solche Bsp. gibt es (zu) viele, die Argumentation ist mir an sich leid. Nur soviel: Was denken Sie, wie können Sie das der Bevölkerung erklären?

          • Sportpapi sagt:

            @Martin Frey: „Was denken Sie, wie können Sie das der Bevölkerung erklären?“
            Ganz sachlich. Die Rahmenbedingungen aufzeigen wie Verfassung, Gesetze, Verfahren, Vereinbarungen. Probleme der Umsetzung erklären. Aber auch die roten Linien bezüglich Umgang mit Menschen.
            Erklären, dass man alles tut, was menschenmöglich ist. Und das glaubwürdig erläutern.
            Allerdings zweifle ich sehr, dass „die Bevölkerung“ bzw. die Teile davon, die Sie meinen, davon beeindruckt wäre. Die möchten gar nicht mit der Realität konfrontiert werden, die haben ihre einfachen Lösungen ja längst gefunden. Und werden verstärkt von Politikern, die diese einfachen Lösungen präsentieren. Und hoffen, dass sie nie in die Lage kommen, sie umsetzen zu müssen. Wobei – Trump zeigt ja, wie es geht…

          • Sportpapi sagt:

            Weiter: „Nein, sicher nicht. Aber Grenzsicherung gehört dazu. Rechtsstaatlichkeit. Schutz vor Verfolgung und Uebergriffen. Durchsetzung und Vollzug von Gesetzen. Dazu gehört auch, dass abgewiesenen Bewerber ausgeschafft werden sollten, das ist richtig.“
            Die Grenzsicherung, die dafür nötig wäre, will in der Schweiz niemand. Nur schon wegen der Kosten. Oder wie soll das gehen? Die Armee an die Grenze?
            Durchsetzung und Vollzug von Gesetzen: Wer steht da im Wege? Wem machen Sie einen Vorwurf?
            „Und warum schaffen das die zuständigen Bundesräte nicht, auch wenn sie nicht aus der SP stammen?“
            Weil das nicht primär mit der einzelnen Parteizugehörigkeit zu tun hat.“
            Eben. Egal wer im Amt ist, erlebt, dass nicht grosse Sprüche gefordert sind, sondern reale Probleme gelöst werden müssen.

          • Sportpapi sagt:

            „Zum Thema Arbeit: Anerkannte Flüchtlinge sollten so schnell wie möglich in den Arbeitsprozess integriert werden. Alle abgewiesenen, oder nicht eingetreten logischerweise nicht.“
            Daran ist gar nichts logisch. Solange sie hier sind, sollen sie arbeiten. Umso mehr, wenn völlig klar ist, dass sie in absehbarer Zeit das Land nicht verlassen werden.
            Logisch ist einzig, dass man diesen Menschen nicht den Vorwurf machen darf, nicht zu arbeiten, sich nicht zu integrieren. Wenn man genau dies verbietet.

          • Martin Frey sagt:

            Apropos „Der Staat sind wir.“ Sportpapi….
            Ein längerer Beitrag kam gestern dazu nicht durch, daher nur soviel:
            Sind Sie oder ich die Postspitze? Die Ruag, der Insieme-Skandal, die EKZ? Sind Sie oder ich verantwortlich für die Nicht-Aufhebung der Immunität von korrupten Ex-Parlamentariern?
            Ich meinerseits kann das mit einem klaren Nein beantworten. Habe ich aber einen Einfluss darauf? Ebenfalls Nein.
            Solcher Bsp. gibt es ebenfalls (zu) viele, und auch hier bin ich der Aufzählung leid. Aber Fakt ist auch bei uns, dass nicht alles Gold ist was glänzt im Staate Schweiz.

          • Martin Frey sagt:

            „Daran ist gar nichts logisch. Solange sie hier sind, sollen sie arbeiten.“
            Nein. Abgelehnte Asylbewerber haben auszureisen. An sich. Damit wären wir beim Thema Vollzugsnotstand. Weshalb soll also jemand ausreisen, und somit den Aufforderungen der CH nachkommen, wenn er trotzdem alles haben kann? (Thema falsche Anreize)
            Notabene, bei den Eritreern, immerhin iaR anerkannte Flüchtlinge bis dato, sind auch 10 Jahre nach Einreise in die CH rund 90% fürsorgeabhängig, und gehen keinerlei Erbwerbstätigkeit nach. Nur so.
            Sie kommen immer wieder mit Anspielungen auf Trumpisten/Köppelisten/Stammtisch Diese Leute sind nicht die breite Masse, die sich echt Sorgen macht.
            Notabene „alles menschenmögliche“. Das glauben Sie ja selber nicht. Denn genau das ist das Problem. Wunder erwartet niemand.

          • Sportpapi sagt:

            @Martin Frey: Doch, ich glaube man erwartet genau das: Wunder.
            Auch wenn man das natürlich nicht so sieht, und überall erzählt,was er/ sie alles ganz anders machen würde, wenn er/sie auf der Position wäre.
            Und dann ist ein neuer er/sie auf der Position, und merkt, dass es gar nicht so einfach ist…
            Aber ja, Sie haben recht: Ich beobachte mit Sorge, wie viele Menschen in der Schweiz sehr viel Meinung, aber wenig Ahnung haben. Und sich auch nicht wirklich für Politik interessieren, ausser in ganz wenigen Bereichen.
            Und ja, es ist schon höchst ärgerlich, dass die Ausländerfrage alles andere so stark in den Hintergrund stellt. Als ob es keine wichtigeren Probleme gäbe.
            Und ja, auch dieser Staat bin ich. Und ich reagiere bei den nächsten Wahlen (wobei – muss ich gar nicht…)

          • Sportpapi sagt:

            Davon abgesehen halte ich es für falsch, jeden Missstand gleich zu einem Skandal zu stilisieren. Auch hier wieder: Damit werden zwar Emotionen geschürt, aber es wird nichts erklärt, nichts eingeordnet, nichts verbessert. Die Frage stellt sich, vom wem kommt diese Agenda? Warum lesen wir täglich Schlagzeilen über solche Geschichten, und nicht Hintergründe über politische Entscheide, die uns viel akuter interessieren müssten?
            Der grösste Skandal in meinen Augen ist ja der neuste AHV-/Steuerrevisionsvorschlag…

          • Martin Frey sagt:

            „Der grösste Skandal in meinen Augen ist ja der neuste AHV-/Steuerrevisionsvorschlag…“
            Da bin ich 100% Ihrer Ansicht, wobei… welche Wahl besteht? Es scheint so zu sein, dass grosse Kompromisse im Sinne des Landes nicht mehr machbar sind, ohne dass wir die Volksrechte biegen, und zumindest einen Teil der politischen Landschaft (hier die Linken) kauft.
            Bezüglich populistischer Polemik pflichte ich Ihnen ebenfalls bei: grosse Sprüche klopfen ist immer einfacher als selber Verantwortung zu übernehmen. Aber auch das betrifft die linke wie auch rechte Seite des Politspektrums.
            Trotzdem sind die geschilderten Missstände nicht nichts. Sie haben auch nichts mit komplizierten Verhältnissen zu tun, sondern mit Misswirtschaft, Staatsversagen, Korruption. Was das Vertrauen erodiert.

          • Sportpapi sagt:

            @Martin Frey: Solange keiner kommt, der mal mit Tatbeweis zeigt, wie die Missstände beseitigt werden können, ohne gleichzeitig noch grössere Probleme zu schaffen, muss ich davon ausgehen, dass diese nicht nicht so einfach zu bewältigen sind. Und der Vorwurf an die verantwortlichen Personen verfehlt ist.
            Und ja, eben, Kompromisse funktionieren heute nicht mehr. Ich halte das für ein Versagen der Demokratie. Offenbar glauben viele Leute heute, dass sie das eine und das andere haben können, wenn sie nur lange genug nein sagen. Und es gibt Parteien, die sie darin verstärken.
            Und ja, die Linken fordern Gegenleistungen, wie die Rechten ja auch. Aber wir haben ein gutbürgerliches Parlament, das eigentlich nicht auf die Linken angewiesen wäre…

          • Martin Frey sagt:

            „Und ja, die Linken fordern Gegenleistungen, wie die Rechten ja auch. Aber wir haben ein gutbürgerliches Parlament, das eigentlich nicht auf die Linken angewiesen wäre…“
            Der letzte Satz ist falsch. Einerseits ist insbesondere der Nationalrat zwar deutlich bürgerlich dominiert, wir leben aber trotzdem in einer Konsensdemokratie. Beide Seiten mussten dies schon schmerzhaft erfahren. Umso weniger verstehe ich, wenn immer wieder dieselben Fehler neu aufgegleist werden.
            Als korrigierende Kraft steht immer noch der Souverän im Raum. Obwohl man ihn bei der angesprochenen Vorlage soeben auszuhebeln versucht.
            Ich weigere mich aber, systematische kriminelle Verfehlungen als quasi Unfall oder „geht nicht anders“ abzutun. Egal um wen es geht, ich halte das für falsch und auch gefährlich.

          • Sportpapi sagt:

            @Martin Frey: Konsensdemokratie heisst nicht, dass die Minderheit entscheidet. Sondern dass sie die Mehrheitsbeschlüsse mittragen muss…
            Aber richtig, am Schluss korrigieren die Stimmberechtigten. Und die wollen eben dann das eine nicht, und das andere auch nicht, oder beides zusammen. Hatten wir ja schon.
            „Ich weigere mich aber, systematische kriminelle Verfehlungen als quasi Unfall oder „geht nicht anders“ abzutun. Egal um wen es geht, ich halte das für falsch und auch gefährlich.“
            Wem wollen Sie hier kriminelles Handeln vorwerfen? Den Behörden?
            Oder gibt es Kriminelle, die nicht angemessen bestraft werden? Und wenn ja, wieder: warum nicht?

        • Sportpapi sagt:

          Ah, noch einmal zu den Beispielen. Als Privatperson können wir uns in der Schweiz darauf verlassen, dass unser soziales Netz eigentlich alle auffängt, die berechtigt sind, Hilfe zu beziehen.
          Bei den Asylsuchenden ist es aber wieder die entsprechende Fachstelle, die den Sachverhalt klären muss. Wir können nicht genau das verweigern. Aber als Privatpersonen sind wir wieder nicht zuständig.

      • Realistisch sagt:

        Wenn man diesem Problem wirklich und ehrlich beikommen will, muss man nicht hingehen, zuerst Waffenexporte in die Krisengebiete vernünftigerweise verbieten und danach diese wieder erlauben und „freischalten“, damit der Flüchtlingsstrom gewährleistet wird; dies ist ein Verhältnisblödsinn. Dass man dann die Flüchtlinge als Wiedergutmachung aufnehmen muss ist ganz logisch und wird zur Never Ending Story!

        • Martin Frey sagt:

          „Dass man dann die Flüchtlinge als Wiedergutmachung aufnehmen muss ist ganz logisch und wird zur Never Ending Story“
          Das ist mit Verlaub, Unsinn. Ich will zwar keinesfalls Waffenexporte in Krisengebiete rechtfertigen, und halte die neusten Vorschläge für falsch. Aber die Tötungswaffen Nummer 1 weltweit werden nicht in der Schweiz hergestellt: weder die Kalaschnikow, noch die Machete.
          Die Flüchtlingsströme haben mit unserem Rüstungswesen herzlich wenig zu tun. Und eine quasi moralische Verpflichtung gibt es deswegen auch nicht.

  • pepe müller sagt:

    Immer wenn ich in den Medien einen dummen Artikel lese, denke ich, dümmer geht es nicht und freue mich über den nächsten intelligenten Artikel, der ja bald erscheinen muss. Aber einmal mehr wurde ich enttäuscht!

  • Hans Künzli sagt:

    Die Frage ist, warum und wie kommen die bis zu uns? Wir sind doch umgeben von sicheren Ländern. Und wie immer stellt sich die Frage, wer gilt als Flüchtling? Wird der Begriff von den Medien und gewissen Parteien nicht schon lange etwas arg strapaziert?

  • raton lavor sagt:

    Im Ernst jetzt? Bettler haben psychische Probleme, die sie daran hindern, sich an die Auflagen des Sozialamtes halten zu können oder zu wollen – oder noch ein Drogenproblem dazu, dann reicht das Geld auch bei kooperativem Verhalten mit dem Sozialamt nicht. Und wer die Problematik kennt, weiss, dass dieses Gspürschmi völlig unnötig ist. Die Leute haben nur nach Geld gefragt, das ist kein Freipass ihnen mit intimen, sinnlosen Fragen nahezutreten nur um die eigene Neugier etwas zu befriedigen. Und sie wollen wirklich nur das Geld, keine Fragestunde – und ob man ihnen ihn die Augen blickt ist ihnen einfach egal, die wälzen gerade andere Sachen herum. Sagen Sie das nächste mal doch einfach klipp und klar und nur: Nein.

    • Svenja sagt:

      Seh ich auch so. Entweder echtes Interesse am Fragenden oder dann etwas Münz rausrücken oder halt Nein sagen. Aber nicht den Hilfssheriff raushängen lassen. Ich gebe oft was, mir tut es nicht weh und das ist halt dann meine Form der Anteilnahme an einer Situation, die ich nicht ins Letzte kennen muss. Den Vergleich zwischen Bettelnden und Asylsuchenden finde ich übrigens absurd.

  • Niklas Meier sagt:

    Es gibt aber gute Ansätze:
    Lager in denen die Betroffenen verbleiben bis die Überprüfung abgeschlossen wurde. Kein Luxus. Nur Grundversorgung. Das würde die Kooperation fördern und müsse rasch gehen.
    Grundsätzlich sollten gar keine bis nach Europa kommen. Die Seeretter/-schlepper müssten die Leute direkt zurück fahren, oder an ein angrenzendes Land übergeben. Und nicht Taxidienst spielen.
    Zudem müsste man die Entwicklungshilfe an Bedingungen knüpfen und auch den Einsatz der Mittel kontrollieren.

    Einfach danach fordern alle rein zu lassen ist absolut der falsche Ansatz und wird zur Katastrophe in Europa führen.

    • Martin Frey sagt:

      @Meier
      Sie plädieren quasi für das australische Modell.
      Kann man, es hat sicher gewisse Vorteile, löst aber das Grundproblem nicht, welches darin besteht, dass das Gros der Migranten, die zumeist ja keine echten Flüchtlinge im Sinne der Genfer Flüchtlingskonvention sind, nicht repatriiert werden können. Weil genau die Länder, aus denen die meisten dieser Leute stammen, diese nicht zurücknehmen.

    • Sportpapi sagt:

      @Niklaus Meier: Die Schweiz finanziert Flüchtlingslager vor Ort? Wo?
      Und was passiert, wenn man alle Flüchtlinge grundsätzlich abweist? Hatten wir doch schon mal, unter dem Titel „Das Boot ist voll.“.
      Und warum bitte ist es komisch, wenn vorwiegend die jungen Männer geschickt werden? Würden Sie Frauen und Kinder auf die gefährliche Reise schicken? Ernsthaft?
      Aber Sie sind sicherlich wenigstens für unkomplizierten Familiennachzug? Oder auch das nicht?

      • Schmid Jacques sagt:

        Nein, auch das nicht.

        Bin 2 Jahre kreuz und quer durch Afrika gereist. Der Lebensstandard dort ist schon viel tiefer als bei uns. Und das Bevölkerungswachstum weltweit am höchsten. Da muss man sich dann nicht wundern, dass wenn man dem einen ja sagt, später nicht der ganze Clan kommt.

        Denn auch als Flüchtling wird er es bei uns im Sozialsystem wohl besser und einfacher habe als zu hause bei seinen 10 Geschwistern. Und das sein Leben lang.

        Können wir und wollen wir uns das leisten. Haben wir in der CH nicht auch 600’000 CHer am Existenzminimum.

        • Sportpapi sagt:

          @Schmid: Sie sagen es ja selber: Unser Existenzminimum ist etwas ganz anderes als da, wo wirklich Kinder verhungern.
          Ich kann damit leben, dass Menschen nicht teilen wollen, die zufällig vom Glück begünstigt sind. Nur sollen sie bitte nicht noch alle möglichen Ausreden suchen, warum sie die Hilfe verweigern.
          Und die eigenen Widersprüche fallen gar nicht auf? Zuerst dafür plädieren, alle Grenzen dicht zu machen und den Weg nach Europa zu erschweren. Und sich dann wundern, dass nur junge Männer kommen, die teilweise aber auch im wahrsten Sinne des Wortes auf der Strecke bleiben?

  • Nik Meier sagt:

    Nein, das muss man eben nicht!!Das schafft den falschen Ansatz wenn alle Flüchtlinge wissen, dass es weder durchkommen noch Chance gibt und wenn sie wissen falls keine Papiere und man sie nicht rückführen kann werden Sie in geschlossenen Kasernen mit Ausgangssperre und einfachster Materieller Nothilfe untergebracht und zwar solange bis sie freiwillig gehen, wenn nicht lebenslänglich so unterbringen – wenn das jeder Flüchtling wüsste würden Sie aufhören den Versuch zu starten.
    Man sollte endlich aufhören mit solchen Artikeln den europäischen Völkern einzureden dass es keine Möglichkeit gibt ausser diese krampfhafte erzwungene Integration welche komischerweise zu 80% junge Männer sind welche mitten in unsere Schulen und Gesellschaften den europäischen Frauen praktisch vor die Nase gesetzt..

    • Anh Toàn sagt:

      „werden Sie in geschlossenen Kasernen mit Ausgangssperre und einfachster Materieller Nothilfe untergebracht und zwar solange bis sie freiwillig gehen, wenn nicht lebenslänglich so unterbringen – wenn das jeder Flüchtling wüsste würden Sie aufhören den Versuch zu starten. “

      Sie verlangen, die mehr zu foltern, als sie gefoltert werden, wo die herkommen.

      “ welche komischerweise zu 80% junge Männer sind welche mitten in unsere Schulen und Gesellschaften den europäischen Frauen praktisch vor die Nase gesetzt..“

      Wegen denen bekommen Sie dann keine ab oder was?

  • Mario Simon sagt:

    Der Artikel ist voll von bla bla bla da es keine Lösung gibt und geben kann in der die Menschen wir es gerade einem so einfällt zu migrieren. Somit muss es radikal gemacht werden und die Tür gehört geschlossen für die 98% Wirtschafts Migranten. Die EU ist ein Teil der Schuld dass in Afrika nichts läuft. Das fängt mit den Abfischen der Küsten an, mit den Suppenhühunern, und mit den Kleidersammlungen auf. Die machen nämlich die Einheimische klein Industrie kaputt. Man hat mich in Namibia keine leider mehr zu sammeln. Da diese Kiloware die Textil Industrie total kaputt macht. Dort verdienen fast nur Frauen, während sich die Männer mit Busch-Bier die Köpfe Weg trinken.

  • carlo corno sagt:

    umso wichtiger, dass man diese Wirtschaftsmigranten bereits vor der lybischen Küste rettet und Seerechtkonform an die nächstgelegene Küste überführt.

  • Lara Frey sagt:

    Frau Blumer setzt sich als linke Kampfschreiberin hemmungslos für die Sozialfallbetreuungsmafia ein. Richtig: Europas Küstenländer müssen die Neuankömmlinge gemeinsam bewältigen: Wer keine Papiere hat, wird nach Nordafrika zurückgeschafft. Die pauschale Rückweisung an der Grenze enbtspricht allen geltenden Gesetzen, nationalen wie internationalen, auch wenn Frau Blumer das Gegenteil behauptet. Der Fall Ali B. in Deutschland zeigt exemplarisch, wie schnell Papiere ausgestellt werden können und wie rasch die Rückreise klappt.
    Wer einmal vor der Tür steht, den kann man gut und schnell abweisen. Im Auffangzentrum Zürich tauchen über zwei Drittel aller Antragssteller ab. Warum will uns Frau Blumer etwas ganz anderes weismachen? Das ist schlicht Fake News.
    „Einordnen“ nennt das der Tagi.

    • Sportpapi sagt:

      Klar ist, wenn niemand mehr Asyl bekommt, dann tauchen 100% ab…
      Glauben Sie denn, alle Flüchtlinge haben freiwillige keine Papiere? Das halte ich jetzt meinerseits für Fake News.

      • Jacques Schmid sagt:

        Komisch das Handy verliert keiner. Dabei wäre es für Kriminelle lohnenswerter Handy’s zu beschlagnahmen als Pässe zurück zu behalten.
        Für jeden Afrikaner ist Europa die Traumdestination. Darüber gibt es in der Zwischenzeit genügend Fernsehberichte. Je mehr es an unsere Honigtöpff schaffen, desto mehr wollen nachkommen. Bei 1.5 Mia. Einwohner ein Fass ohne Boden.

        Wie stellt sich die Linke das denn vor. Mann muss ja such Denken bevor man alle Schleusen öffnet.

        Genügen die Zustände in den Banlieus von Frankreich und GB noch nicht. Soll ganz Europa so werden.

        • Sportpapi sagt:

          @Schmid: Erklären Sie doch den Kriminellen, sie sollten lieber die Handys einziehen statt die Pässe. Vielleicht hören Sie ja auf Sie.
          Andererseits kann man Handys auch wieder kaufen. Mit Pässen ist das etwas schwieriger.
          Und bitte, wo in der Schweiz sehen Sie so etwas wie Banlieus, aufgrund der Flüchtlingswellen? Ist das wirklich vergleichbar?
          Das vielbeschworene Asylchaos, wo soll das sein?

  • Markus Sauer sagt:

    Das Geschäft des „Hesch mer en Zweifränkler’s“ funktioniert alleine deshalb, weil es immer noch Menschen gibt, die ihm wider besseren Wissens – in der CH kann jeder Sozialhilfe beziehen – eben doch einen Zweifränkler geben. Mit Logik hat dieses Verhalten nichts zu tun, sondern vielmehr damit, dass sich der Zweifränklergeber damit gut fühlen will – der edle Spender, sozusagen. Mit den Flüchtlingen verhält es sich genau gleich: Die Reise der Wirtschaftsmigranten und das Geschäft der Schlepper funktionieren nur deshalb, weil es immer noch genug Leute gibt, welche mit der Aufnahme der armen Flüchtlinge ihr Gewissen aufpolieren möchten. Die edlen Gutmenschen sozusagen – und wer anders denkt ist ein rassistischer Nazi. So einfach kann die Welt sein.

  • beat müller sagt:

    Jeder Flüchtling ist ein Migrant, aber nicht jeder Migrant ein Flüchtling, dass sollte man erst mal klarstellen. Und die Bilder die von den Schiffen gezeigt werden, sind leider auch nicht repräsentativ, es werden Kinder und Frauen gezeigt, obwohl 95% junge Männer sind, die rechtlich nur den Status Migranten hätten (sie werden weder an Leib-/Leben bedroht, noch kommen sie aus einer Kriegsregion) aber alles wird durch die Medien polemisch und verdreht dargestellt… genau wie es auch die rechte Seite tut…. jeder der mit offenen Augen durch die Stadt läuft sieht all die jungen Syrer, welche hier ein gratis Sorglosleben führen können, ja und da fragt man sich wo sind denn die traumatisierten Flüchtlinge nun ? Wir lassen uns nicht für Dumm verkaufen….

  • Ernst Fluri sagt:

    Wenn wirkliche Flüchtlinge kommen wo in Ihrem Land Krieg und Zerstörung herscht sollte man Sie sogar in Ihrem Land rausholen,alle andern ohne wenn und aber abweisen,und dazu gehören eben auch so Staaten wie Eritrea,e.t.c,wir brauchen keine Wirtschaftflüchtlinge oder sogar Kriminelle die vor dem Gefängnis flüchten,und Militärverweigerer auch nicht,wenn ich in meinem Land den Militärdienst verweigere komme ich auch in den Knast!

    • Sportpapi sagt:

      „wenn ich in meinem Land den Militärdienst verweigere komme ich auch in den Knast!“
      Ach ja?
      Oder man lässt sich UT schrieben, geht in den Zivildienst, usw.

  • Sandro Studer sagt:

    Bemerkung zu Deutschland und Horst Seehofer:
    Quote „Innenminister Horst Seehofer möchte die Flüchtlinge schon an der Grenze zurückschicken, Kanzlerin Angela Merkel ist dagegen. Die pauschale Rückweisung an der Grenze widerspricht allen geltenden Gesetzen, nationalen wie internationalen.“ Leider haben Sie den Rest weggelassen, Herr Seehofer sagte, Flüchtlinge die bereits in einem der Durchgangsländer Asyl beantragt hätten, gemäss dem Schengener Abkommen, würden zurückgewiesen. Ich rufe Sie auf; lassen Sie nicht wesentliche Fakten weg nur um ein bestimmtes Bild zu zeichnen, genau dies trägt zum schlechten Ruf der Presse bei. Bitte um Richtigstellung!

    • Anh Toàn sagt:

      Aber es gibt Ausnahmen, z.B. bei Familienangehörigen im Land. Wenn man ohne Prüfung gleich wegschickt, verweigert man sich diesem Anspruch.

      • Walter Bender sagt:

        Anspruch?! – Was wollen Sie denn beanspruchen? Barmherzigkeit? Ein Recht? Wenn ja, auf welcher Grundlage? – Es ist nun mal so, dass es Europa relativ weit gebracht hat mit der Entwicklung von individuellen Rechten und Freiheiten und dass diese Rechte auch Asylbewerber zugesprochen werden, was ich sogar etwas nachvollziehen kann. Allerdings sind wir soweit gegangen, dass diese Leute hier viel mehr Rechte haben als ich. Will ich etwas von unserem Rechtssystem haben, dann muss ich mir das teuer erkaufen und wenn ich das nicht kann, dann mag ich Recht haben es aber niemals bekommen! Asylanten dürfen einfach nicht mehr erhalten als die Staatsbevölkerung, alles andere ist absurd und da es Tatsache ist, ist die Absurdität vollkommen erreicht! Fremde werden Einheimischen bevorzugt – unakzeptabel!

        • Anh Toàn sagt:

          „Wenn ja, auf welcher Grundlage?“

          Recht auf Familie in der Menschenrechtskonvention und in der Bundesverfassung (Volkswille!)

          Das ist doch Aufklärung, abendländisch, westlich usw., das sind doch unsere Werte.

          “ Allerdings sind wir soweit gegangen, dass diese Leute hier viel mehr Rechte haben als ich. “

          Echt jetzt, ist das wahr? Sie wären also lieber in Eritrea oder in Mali oder Syrien geboren, dann ginge es Ihnen Supi in der Schweiz.

  • Fabio Rossi sagt:

    Vor kurzem hiess es noch: „Hesch mer en Stutz“. Offensichtlich steigen die Ansprüche auch dort. Betreffend den Flüchtlingen, die kommen was die Schweiz angeht zu einem sehr grossen Teil aus Eritrea. Dort herrscht nun mal kein Krieg. Man sollte denen helfen deren Häuser wirklich zerbombt wurden, mit einer Präferenz für die schwächsten der Gesellschaft, also zuerst Frauen und Kinder. Ich sehe aber zu 90% nur Männer.

  • Dave Beck sagt:

    Tragisch finde ich dass für jedes Haustier das die Grenze überschreiten will der Besitzer gültige Papiere haben muss. Ein Pass für das Haustier sozusagen. Wird dass nicht vorgewiesen, darf das Tier auch nicht ins Land einreisen. Bei den Flüchtlingen die ohne Papiere an der Grenze stehen und nix ausser ihr Händy dabei haben werden und falschangaben wohlgemerkt hineingebeten. Finde ich schon sehr Paradox diese Praxis…..

  • Bender sagt:

    Das sind, was Seehofer betrifft und somit im Kern Fake-News! Der Innenminister will Leute an der Grenze zurückschicken, die schon in einem anderen Land einen Asylantrag gestellt haben oder die nach einer Ablehnung Deutschland verlassen haben und es nochmals versuchen. Das ist rechtlich korrekt und aus meiner Sicht moralisch genauso und zudem längst überfällig.

    • Elmar Scherrer sagt:

      Vielleicht moralisch korrekt gegenüber den Flüchtlingen, aber ist es auch moralisch korrekt gegenüber der italienischen Bevölkerung? Italien kann die Flüchtlinge ja schlecht weiter ins Meer treiben…

      • Walter Bender sagt:

        Dann muss man halt dafür sorgen, dass die betroffen Personen aus Europa verschwinden, selbst wenn man das mit harten Zwangsmaßnahmen erreichen muss. – Dies wird sowieso irgend wann notwendig, denn sonst geht Europa in der heutigen Form unter. – Mit europäischer Toleranz und christlicher Nächstenliebe lassen wir zu, dass am Ende Intoleranz, Gewalt, Unterdrückung, Verarmung, Freiheitsverlust und Hass einziehen. – Schon die amerikanischen Urvölker in Nord, Mitte und Süd haben ihre Unterdrücker und Mörder willkommen geheißen, die sie dann im Namen Ihres Glaubens maskiert haben. Wir sind jetzt dran das gleiche zu machen. Als erstes werden die Frauen ihre Rechte verlieren, dann Minderheiten und alle nicht Heterosexuellen. – Das freie Europa schafft sich durch seine eigene Menschlichkeit ab.

  • groeg sagt:

    Das ist doch Unsinn.JEDER „FLÜCHTLING“, der an unsere Grenze kommt. reiste über eine EU Land, also ein sicheres Land.Warum sagt Frau Blumer nicht direkt hinaus, dass sie von Italien 300’000 solcher Personen übernehmen will? Das wäre immerhin eine deutlich und klare Forderung.Uebrigen wird Deutschland jetzt intensiv tun, was es seit langem tut, „Flüchtlinge* direkt an der Grenze zurückweisen, was auch wir schon immer hätten tun sollen, statt sie jahrelang bei uns aufzunehmen, um dann langwierig mit nicht kooperativen Staaten das ganze Problem zu eternisieren.

    • Elmar Scherrer sagt:

      Naja, wenn wir niemanden aufnehmen (als Binnenland), dann darf halt Italien das ganze Problem eternisieren, zusammen mit Griechenland und Spanien.
      Das Stichwort lautet: innereuropäische Solidarität.

      • Walter Bender sagt:

        Das Stichwort heisst Dublin-Vertrag. Solange der Vertrag gilt ist er einzuhalten. – Wenn der Vertrag dumm oder nicht einhaltbar ist, dann ist er zu kündigen oder im gegenseitigen Einvernehmen zu ändern. Was Merkel aber macht, das ist ihn seit Jahren fortlaufend zu brechen und das kann es nicht sein. Rechtssicherheit soll nicht geopfert werden! – Die Leute, die Seehofer an der Grenze zurückschicken will haben keinerlei Recht die Staatsgrenze zu überschreiten, sie haben nicht mal aus Not einen humanitären Grund. Seehofer tut gut daran die Maßnahme auch zu implementieren, das ist er den Bewohnern Deutschlands schuldig und bei uns ist es genau gleich!

  • W. Hauser sagt:

    Wer ist echter Flüchtling, richtiger Name, richtiges Alter, wirkliche Herkunft.
    Dies Alles weiss Niemand, also in erster Linie überall Missbrauch und der
    Steuerzahler wird ausgeraubt. Alle haben falsche Papiere oder gar keine.Der Westen geht sang und klanglos unter, nur dies ist eine Tatsache.

  • Marianne Wissarjonova sagt:

    Die Autorin lenkt vom Thema ab. Es geht nicht darum, was wir tun müssen, sondern was die illegalen Einwanderer verweigern.
    Jeder Schweizer, der ein Begehren an die Behörden stellt, ist verpflichtet bei der Abklärung des Sachverhaltes mitzuwirken. Verletzt er die Mitwirkungspflicht wird auf sein Rechtsbehren nicht eingetreten.
    Die grosse Mehrheit dieser jungen, männlichen Asylanspruchsteller dagegen sabotieren gezielt die behördlichen Abklärungen. Sie vernichten bei der Einreise ihre Ausweispapiere oder verstecken sie. Sie lügen über Herkunft, Alter, Beruf. Sie erzählen das Geschichtlein, das ihnen die Kumpels als besonders aussichtsreich vorgeschlagen haben.
    Ob so viel Kooperationsverweigerung geht es nicht darum, ihre Anliegen zu prüfen, sondern die Rückschaffung zu organisieren.

  • Margot sagt:

    Ob jemand einen Bettler Geld geben will oder nicht, ist Privatsache. Anders beim Asylgesetz, da gilt die sichere Drittsaaten Regel. Von daher muss man niemanden an der Grenze aufnehmen.
    Und in Eritrea gibt es sehr wohl NGO’s. Gerade Archemd organisiert und finanziert einen grossen Erweiterungsbau vom Spital in Keren. Auch der Bund hat erstmals in einen Pilotprojekt eine Million gesprochen für ein Ausbildungsprojekt unter der Leitung von Suke.
    Es gibt derzeit ca. 66 Millionen Flüchtlinge, für die hat das UNHCR 7 Milliarden US $ zur Verfügung. Allein die 1,5 Millionen Migranten in Deutschland kosten 30 Milliarden € pro Jahr. Das ist höchstgradig gemein und unfair.
    Ein journalistische Glanzleistung ist dieser Artikel wahrhaftig nicht!

    • Sportpapi sagt:

      Ich würde ja gerne man journalistisch sauber geklärt bekommen, wie es u dieser Drittstaaten-Regel gekommen ist, hinter der sich die Binnenländer nun verstecken. Dass dies ohne einen Verteilschlüssel nicht geht, ist ja klar.
      Ausserdem können Sie uns gerne aufklären, wie es kommt, dass die Länder vor allem die Probleme im eigenen Land lösen, und trotz aller grossen Sprüche keineswegs vor Ort Geld einsetzen.

  • Patrik Schaub sagt:

    „Du kannst schon sagen, dass du hast, aber nichts geben willst!“:
    1. Ich bin nur gegenüber mir selbst und meinem Arbeitgeber, Rechenschaft schuldig.
    2. „Du“? Ich glaube kaum, dass wir beide zusammen mal Schweine gehütet haben. Hatten Sie in Erziehungsfragen einen Fensterplatz?

  • werner boss sagt:

    Man kann es nicht genug wiederholen. Wer einmal in den Herkunftsländern mit der Einheimischen Bevölkerung direkten Kontakt hatte, der muss schlicht auf allen Sinnesorganen unempfindlich sein wenn er nicht feststellt, dass nur eine Hilfe zur Selbsthilfe etwas taugt, Alles andere ist nur SCHÄDLICH und hinterlässt schwache Opfer, welche gerade wegen ihrer Schwäche immer tiefer in Schulden und Massenbevölkerung versinken. Davon profitieren korrupte Systeme und Regierungen! Begreift das doch endlich.

    • Sportpapi sagt:

      @Werner Boss: wie sieht denn diese Hilfe zur Selbsthilfe in einem Kriegsland aus? Und: Warum findet denn diese Hilfe nicht statt?

    • Anh Toàn sagt:

      Ich habe fast drei Monate in Eritrea verbracht: Da kann man nicht vor Ort helfen, „Hilfe zur Selbsthilfe“. Hat man mit einem Projekt Erfolg, nimmt es das korrupte Regime weg, selbst wenn die nicht selber profitieren können, wollen die, dass niemand sonst profitiert. Lieber nichts als etwas, das nicht von der Regierung kommt.

      Ich traue mir in meiner Arroganz fast überall zu, etwas auf zu bauen, ein Auskommen zu finden, aber in Eritrea habe ich gesagt, wo kein Wasser ist, ist es Dummheit, einen Baum zu pflanzen. Da kann man nur abhauen und es woanders versuchen. Oder Revolutionär werden, aber dafür ist nicht jeder geschaffen. Oder resignieren und sich mit heimischen „Gin“ oder „Wodka“ besaufen, egal wenn ob Zeugs blind und impotent macht.

    • Anh Toàn sagt:

      Immer wieder liest man in Kommentarspalten vor allem über die hohe Quote der Sozialhilfeempfänger bei Eritreern:

      Die meisten Eritreer werden nicht als Flüchtende anerkannt, aber „vorläufig aufgenommen“. Dieser Status erlaubt eine Erwerbstätigkeit nur ausnahmsweise:

      Hier in Thun stehen manchmal zwei Eritreer und verteilen die Surprise Arbeitslosenzeitung: Wir werden vermutlich bald mal umziehen. Ich werde die Behörden anrufen, und fragen, ob die zwei nicht gegen Geld (und Zeugnis fürs nächste mal) helfen dürfen, aber ich wäre überrascht, wenn die gelassen werden. Illegal will ich sie nicht beschäftigen, Monate vorher ein Gesuch stellen auch nicht.

      • werner boss sagt:

        Das wäre ein Punkt wo ich sogar für einmal fast der gleichen Meinung bin wie Sie, Herr Anh Toa`n. So würden diese Leute uns und unser Land besser kennen lernen und umgekehrt wir sie. Gleichzeitig würde sich die Spreu vom Weizen trennen. Ich könnte sporadisch auch einen Helfer brauchen. Das ganze ist aber vielleicht ein Versicherungsproblem. zudem sollte man sich schon sprachlich verständigen können.

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